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Verpackungscluster

So unterstützt das Packaging Valley den Kampf gegen Covid-19

Die Teile einer Abfüllanlage von Optima für dem Covid-19 Impfstoff wurden am Flughafen Lüttich in die Antonov An-124 verladen.
Die Teile einer Abfüllanlage von Optima für dem Covid-19 Impfstoff wurden am Flughafen Lüttich in die Antonov An-124 verladen.
(Bild: Spedition Kübler)

Ganz nach dem Motto #GemeinsamMehrErreichen werden im Packaging Valley in Rekordzeit neue Maschinen entwickelt, bestehende Anlagen an die neuen Anforderungen bezüglich Covid-19 angepasst, geliefert und mit allen Qualitätsmerkmalen in Betrieb genommen. Lieferanten, Dienstleister und Verpackungsmaschinenhersteller ziehen an einem Strang: Sie entwickeln und produzieren Komponenten und Anlagen für Hilfsprodukte, Diagnostik-Testkits und Impfstoffe. Und das innerhalb kürzester Zeit.

Braucht man bisher für ein Projekt mehrere Monate, werden jetzt wenige Wochen als Ziel gesetzt. Die Produktion läuft auf Hochtouren. Extraschichten werden gefahren. Bestehende Projekte werden in Absprache mit dem Kunden neu terminiert, um Kapazitäten zu verlagern. Neue Arbeitswege sind gefunden, um Produktion und Lieferketten aufrecht zu halten und trotzdem der Belegschaft maximalen Schutz zu ermöglichen. Die komplexen Anforderungen und der zeitliche Druck machen so manches zur Premiere.

Ein Ausschnitt aus dem Corona-Projektportfolio von Packaging Valley

Technologien von Syntegon Technology kommen bei der Produktion von Impfstoffen zum Einsatz. Dazu zählen Anlagen zur Herstellung von Impfstoffsubstanzen und zum Abfüllen in Injektionsfläschchen sowie Inspektionsmaschinen zur Qualitätskontrolle. Aufgrund der Erfahrungen der ehemaligen Bosch-Verpackungssparte mit biotechnologischen Medikamenten sind die Technologien auch für die neuen und hochsensiblen mRNA-Impfstoffe geeignet. Zudem hat das Unternehmen die Serviceleistungen im Pharmabereich gleich zu Beginn der Pandemie hochgefahren, um den immensen Bedarf an schneller Wartung und Maschinenumbauten aufzufangen.

Ein schnelles und sicheres Abfüllen der sensiblen Stoffe ermöglicht auch die Cool-BFS-Technologie von Rommelag. Der Blow-Fill-Seal-Prozess gilt unter Experten als einer der sichersten aseptischen Abfüllmethoden überhaupt. Als einziges Unternehmen weltweit besitzt Rommelag in seinem Schweizer Lohnabfüll-Werk unweit von Luzern eine BFS-Pharmaproduktion, die nach den Anforderungen von Biosafety Level 2 (BSL-2) zertifiziert ist.

Die Verpackung der kleinen Fläschchen in Kartons übernehmen die Anlagen von Harro Höfliger: Zuführen, Befüllen, Verschließen, Etikettieren, Qualitätskontrolle – alles automatisch. Auch hier werden im Mehrschichtbetrieb innerhalb kürzester Zeit vollautomatische Verpackungslinien bereitgestellt. Markus Höfliger, Stv. Vorsitzender des Vorstands, betont die Wichtigkeit eines Netzwerks: „Ohne Partnerfirmen und eine funktionierende Lieferkette ist eine solche Mammutaufgabe in einem so kleinen Zeitfenster nicht zu lösen.“ Darüber hinaus kommt Prozesstechnologie des Unternehmens in der Herstellung von Tests zum Nachweis des Coronavirus zum Einsatz. Unterstützung bei der Automatisierung erhält Harro Höfliger auch von Heitec.

Hohe Leistungen und schnelle Bereitstellung empfindlicher Produkte machen präzise Robotertechnik unersetzlich. Gerade hier ist unbeschadetes Lagern und Transportieren wichtiger denn je. PCA Roboter- und Verpackungstechnik GmbH Anlagen liefert zum sicheren Verpacken und Palettieren sogenannter Absorber. Sie werden vor allem in Operationssälen zur Reinhaltung der Luft eingesetzt.

Neben Abfüll- und Verschließanlagen für Impfstoffe und Therapiemedikamente liefert Optima auch Anlagen zur Herstellung von Masken und Filtern. Unter Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden seit Beginn der Pandemie bestehende Anlagen schnellstmöglich für die Impfstoffabfüllung angepasst und neue Anlagen gebaut. Damit leistet Optima einen Beitrag zur Bewältigung der Covid-19-Pandemie.

Das Unternehmen SMC Deutschland hat ebenfalls kurzfristig alle Kapazitäten mobilisiert, um bei der Lieferung von pneumatischen und elektrischen Komponenten für die Herstellung der Maskenmaschinen zu unterstützen. Mit virtuellen Maschinenabnahmen und zahlreichen digitalen Dienstleistungen ermöglicht Optima es zudem, dass Anlagen pünktlich ausgeliefert werden und die Kunden die bestmögliche Unterstützung erhalten.

Eine Atemschutzmaske hat die Schmersal GmbH entwickelt. Das Unternehmen ist spezialisiert auf den Maschinen- und Personenschutz. Die Maske mit austauschbarem Filter bietet auch bei Produktionsbedingungen Schutz gegen Aerosole. Mit einem speziellen Zutrittskontrollsystem, das die Anzahl der Besucher regelt, liefert Schmersal die Antwort auf die Maßnahmen der Politik.

Das Thema rund um Desinfektion und Schutz des Personals hat sich Omron zur Aufgabe gemacht. Gemeinsam mit Partnerfirmen wurden selbstfahrende UV-Desinfektionsroboter auf den Markt gebracht. Der Experte für Robotik unterstützt zudem dabei, automatische Spezialmaschinen zu entwickeln, die die Fertigung von Diagnose-Testkits beschleunigen.

Für die zügige Herstellung von Covid-19-Tests liefern auch die Zuführtechnik-Experten Afag und Ho-Ma eigens entwickelte Komponenten. Die Afag GmbH stellt in kürzester Zeit neue Zuführstationen mit spezieller Antriebstechnologie bereit. Im Verbund mit Partnerfirmen liefert die Ho-Ma GmbH innerhalb weniger Wochen zwei halbautomatische Roboter-Anlagen für die fehlerfreie Anfertigung von Cartridges, die für Corona Tests eingesetzt werden. Eine der Anlagen wird in Deutschland und eine im Ausland eingesetzt.

Aus aller Welt kommen Anfragen für die Wipotec-Wägezellen. Ohne Sonderschichten nicht zu machen. Aus dem Hause Wipotec kommen neben Kontrollwaagen auch Komponenten zur Inspektion und Serialisierungslösungen für eine zuverlässige Verfolgbarkeit der Medikamente. Kurze Lieferzeiten sind ein dabei wichtiges Merkmal: innerhalb von sechs Wochen wurden 32 Kontrollwaagen nach China geliefert.

Dass man auch anders einen Beitrag leisten kann, zeigt die Alfred-Giesser Messerfabrik GmbH aus Winnenden. Kurzerhand stellt der Messerfabrikant dem örtlichen Impfzentrum seinen Ultra-Tiefkühlschrank bereit. Zudem liefert das Unternehmen Messer für Spritzenhersteller. Das macht momentan fast 50 Prozent mehr Umsatz aus. Das heißt aber auch: 50 Prozent mehr Leistung.

Das sind keineswegs alle Projekte aus dem Packaging Valley, die im Kampf gegen das Virus von heute auf morgen aus dem Boden gestampft wurden. Spezialisten für die Verpackung sensibler Produkte, für Turnkey-Linien, Digitalisierungstools, Automatisierungskomponenten und Engineering-Projekte – sie sind derzeit gefragter denn je. Gut, wenn in solchen Zeiten auf ein Netzwerk zurückgegriffen werden kann. Denn vieles ist doch am besten gemeinsam zu meistern.

Über die Firma
Packaging Valley Germany e. V.
Schwäbisch Hall
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