mehrere Beutel vor Verpackungsmaschine

Bei der Umstellung auf alternative nachhaltige Packmittel sollten Unternehmen auch die Maschinengängigkeit beachten. (Bild: Felix Schoeller)

Kunststoff, Papier – oder ein ganz anderes Material? Die Verpackungsbranche steht heute von mehreren Seiten unter Druck: Sie muss Materialien nutzen, die die Anforderungen der verarbeitenden Industrie und die des Produkts erfüllen, die Erwartungen der Verbraucher befriedigen und auch den Maßgaben der Gesetzgebung entsprechen. Wer für seine Waren Verkaufsverpackungen nutzt, ist deshalb gut beraten, nicht nur die eigenen Anforderungen im Blick zu behalten, sondern auch die Interessen der Endkunden zu berücksichtigen. Darüber hinaus müssen Unternehmen auch die Vorgaben der Brand Owner und der Retailer erfüllen.

Produktschutz steht an erster Stelle

Die Anforderung, die über allen anderen steht, ist vom Interesse der Vertreiber der Verpackungen geleitet: Der Produktschutz stellt die wichtigste Aufgabe dar, die Verpackungen heute haben. Er kann je nach Produkt sehr unterschiedlich ausfallen. Im Allgemeinen ist es sinnvoll, zwischen Lebensmitteln und Getränken einerseits und Non-Food-Produkten andererseits zu unterscheiden.

Lebensmittelverpackungen müssen das Produkt vor äußeren Einflüssen schützen und sicherstellen, dass die Ware sowohl auf dem Weg zum Verbraucher als auch ab dem Zeitpunkt des Öffnens möglichst lange frisch und genießbar bleibt. Hierbei gilt es, eine Balance aus Produktschutz und Recyclingfähigkeit zu finden: Schließlich kann eine Verpackung, die sich zwar ideal verwerten, das Produkt jedoch frühzeitig verderben lässt, kaum als nachhaltig bezeichnet werden.

Wer Verpackungen herstellt, muss jedoch auch berücksichtigen, dass schon die produzierende Industrie als Abnehmer klare Anforderungen stellt. An erster Stelle steht hierbei die problemlose Verarbeitbarkeit des Packmittels auf bestehenden Verpackungslinien. Hersteller sollten hierzu die Maschinengängigkeit, Siegeltemperatur, Siegelzeit und Siegelnahtfestigkeiten beachten. Teils sind zum Erreichen dieser Anforderungen Anpassungsinvestitionen in neue Werkzeuge notwendig. Werden für eine Verpackung neue Materialien eingesetzt, muss die Kompatibilität mit den bisherigen Verpackungsmaschinen sichergestellt sein. Dabei sollten Hersteller heute etwa darauf achten, dass die Recyclingfähigkeit gewährleistet wird.

Grafik Kreislauf Flexpaper Pure
Mit 95 % Papieranteil lässt sich Flexpaper Pure einfach im Altpapier entsorgen. (Bild: Felix Schoeller)

Funktionale und stabile Verpackungen

Niedrige Kosten und unkomplizierte Logistikprozesse schätzen natürlich auch die Retailer. Im Einzelhandel gilt der Grundsatz, dass Produkte dem Verbraucher durch ihre Verpackungen zwar gern als attraktive Eyecatcher auffallen dürfen, die Prozesse der Händler aber nicht stören sollen.

Funktionalität und Stabilität stehen dabei im Mittelpunkt: Die Haltbarkeit der Produkte wirkt sich gleichzeitig als größter Kostenfaktor für den Handel und für die Nachhaltigkeit aus. Denn Ware, die nicht vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) abverkauft werden kann, bedeutet sowohl Verschwendung im Sinne von Food Waste, als auch in Form von verschwendeten Ausgaben.

Brand Owner gehen selten Kompromisse ein

Geht es um die Einführung einer neuen Verpackung, ist die Kompromissbereitschaft bei Brand Ownern oft am geringsten. Aus gutem Grund: Markeninhaber haben verbindliche Vorgaben an das Erscheinungsbild jeder Verpackung, denn sie leben von der Wiedererkennbarkeit und Einzigartigkeit ihrer Marke. Das Markenversprechen muss deshalb auch von der Verpackung eingehalten werden. Dieser Aspekt muss bei Verpackungen etwa berücksichtigt werden, wenn es um die Oberflächenbeschaffenheit des Materials geht, die Falzfähigkeit von Faserstoffen oder auch Haptik und Bedruckbarkeit. Beim Look and Feel geht der Trend heute zu natürlicher Optik, die vor allem Papier als Verpackungsmaterial bieten kann.

Felix Schoeller antwortet auf diese Anforderungen mit Expertise, die auf dem langjährigen Know-how als Papierhersteller basiert und konsequent auf das Angebot an nachhaltigen Verpackungslösungen übertragen wird. Dadurch kann das Unternehmen umweltfreundliche Verpackungslösungen anbieten, die sich durch natürliche Haptik und Optik auszeichnen, sowie ein hervorragendes Druckbild im Analog- und Digitaldruck ermöglichen. Gleichzeitig bieten die Materialien Vorteile sowohl durch Barriereeigenschaften als auch in Form von Lichtschutz durch hohe Opazität.

Bei der Sichtbarkeit am Point of Sale (POS) müssen einander entgegenstehende Bedürfnisse berücksichtigt werden: Einerseits kann eine materialeffiziente Verpackung Rohstoffe und Transportkosten sparen. Andererseits erregt eine große oder außergewöhnliche Verpackung am POS hohe Aufmerksamkeit und steigert den Kaufanreiz. Idealerweise gelingt es Packmittelherstellern, mit geringem Materialaufwand eine außergewöhnliche Verpackung zu kreieren, die die Blicke des Verbrauchers auf sich zieht und neugierig macht.

Verbraucher haben differenzierte Erwartungen

Der Verbraucher ist für Hersteller von Packmitteln in mancherlei Hinsicht am schwierigsten einzuschätzen: Im Gegensatz zu Retailern und Brand Ownern lässt er sich oft von subjektiven Eindrücken und Wünschen leiten – die Erwartungen der Endkunden sind deshalb vielfältig und lassen sich nicht pauschalisieren.

Eine vielbeachtete Studie über die Entwicklung des Lebensmittelhandels zeigt aber, dass einige grundsätzliche Urteile zulässig sind: Die Befragung hat ergeben, dass die Verpackung tatsächlich einen wesentlichen Anteil an der Kaufentscheidung haben kann. 70 % der befragten Verbraucher sind überzeugt, dass eine schlechte Verpackung ihr Erlebnis als Kunde ruinieren kann und bestätigen umgekehrt, dass eine gute Verpackung lange positiv im Gedächtnis bleibt.

Zwar ist auch für Verbraucher der Schutz der Ware der wichtigste Zweck der Verpackung. Stabilität, Optik und Funktionalität sind jedoch weitere Aspekte, die besonders beachtet werden. Auch einfaches Handling, Haptik, Transportfähigkeit und Wiederverschließbarkeit spielen eine wesentliche Rolle.

Uneinheitlich beziehungsweise fast widersprüchlich wird es hingegen mit Blick auf die Nachhaltigkeit: Zwar schätzen Verbraucher Verpackungen, die einen umweltschonenden Charakter ausstrahlen und sich einfach fachgerecht entsorgen lassen. Andererseits sind kleinere Verpackungsgrößen zunehmend gefragt – auch wenn sie sich unter Umständen nachteilig auf die Umweltaspekte der Verpackung auswirken können, etwa in Form von Single-serve-Packgrößen.

Für die produzierende Industrie und für Retailer empfiehlt es sich hierbei, Flexibilität zu zeigen und unterschiedliche Verpackungseinheiten anzubieten. Ist ein und dasselbe Produkt in verschiedenen Größen verfügbar, wird diese Auswahl von Verbrauchern honoriert: Sie können genau die Produktmenge wählen, die zu ihren Bedürfnissen passt. Zudem können sich auch kleine Verpackungseinheiten positiv auf die Umweltbilanz auswirken, indem sie Food Waste entgegenwirken.

Richtlinien zur Recyclingfähigkeit

Die Recyclingfähigkeit von Verpackungen erhält heute mehr Aufmerksamkeit, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Manche Erwartungen der unterschiedlichen Akteure sind dabei nur schwer in Einklang zu bringen: Der Handel erwartet Lösungen, die als nachhaltig beworben werden können, Recyclingunternehmen fordern Mitspracherecht und Verbraucher haben eigene, teils emotionale Vorstellungen, wie die perfekte Verpackung auszusehen hat.

Die europäischen Gesetzgeber versuchen, zwischen den verschiedenen Stakeholdern zu vermitteln – mit sehr unterschiedlichen national gültigen Ergebnissen. Die Verpackungsbranche sollte in dieser Lage besonnen agieren und Lösungen anstreben, die die unterschiedlichen Aspekte in Einklang bringen und dabei auch sicherstellen, dass die technischen Voraussetzungen für das Handling jeder Verpackungslösung gegeben sind.

Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen

Ob Lebensmittel, Getränke oder Non-Food – der Exkurs zeigt: Die Erwartungen an Verpackungen sind heute vielfältig und umfangreich. Packmittelhersteller müssen die unterschiedlichen Anforderungen der Akteure entlang der Wertschöpfungskette angemessen berücksichtigen und dabei eine ideale Balance finden.

Eine Verpackung, die das Produkt nicht sicher vor Beschädigungen oder Umwelteinflüssen bewahrt, ist nicht nachhaltig. An oberster Stelle steht deshalb immer der Produktschutz. Wie aber können Packmittelhersteller sicherstellen, dass ihre Aktivitäten alle Aspekte gleichermaßen berücksichtigen?

Antworten auf diese Frage finden Akteure bei innovativen Packaging-Anbietern. Die Felix Schoeller Group bietet ein breites Portfolio für die Verpackungsindustrie, das Nachhaltigkeit mit hohem Produktschutz verbindet. Darüber hinaus unterstützt der Hersteller die Branche mit anwendungsspezifischem Know-how und Beratungsleistungen, die für jedes Produkt die bestmögliche Verpackungslösung identifizieren.

Ein Highlight im Angebot von Schoeller ist Flexpaper Pure: Das Spezialpapier stellt einen Beitrag zur effektiven Kreislaufwirtschaft dar und bringt Nachhaltigkeit in den gesamten Lebenszyklus der Verpackung – beginnend mit Papier als nachwachsendem Rohstoff, der die endliche Ressource Kunststoff substituiert. Das Spezialpapier entsteht durch Dünnschichtextrusion auf Basis FSC-zertifizierter Zellstoffe aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Gleichzeitig wirkt es am POS als echter Eyecatcher – denn das Papier ermöglicht gute Druckergebnisse im Flexo- und Tiefdruck.

Nachhaltigkeit und Produktschutz im Einklang

Aufgrund des hohen Papieranteils von 95 % an der Gesamtverpackung kann Flexpaper Pure einfach im Altpapier entsorgt werden. Durch die Wiederverwertung des Materials nach dem Gebrauch wird die Kreislaufwirtschaft gestärkt – die Eignung zum stofflichen Recycling hat eine unabhängige Verpackungsanalyse nach der Prüfmethode „Made for Recycling“ bestätigt.

Auch vor dem Recycling erfüllt das Spezialpapier alle Eigenschaften, die an moderne Verpackungslösungen gestellt werden: Es ist siegelfähig, eignet sich für Deckelfolien wie für Schlauchbeutelverpackungen und lässt sich auf den heute gängigen Verpackungsmaschinen verarbeiten.

Mit Beratungsleistungen unterstützt Schoeller Packmittelhersteller, die nachhaltige Verpackungslösungen für ihre Produkte einsetzen möchten. Anpassungen im Verpackungsprozess können so schnell und mit geringem Aufwand umgesetzt werden, ohne die Effizienz einzuschränken oder Kompromisse beim Produktschutz in Kauf zu nehmen. Mit drei weiteren Flexpaper-Seal-Varianten in unterschiedlichen Materialstärken berücksichtigt der Anbieter dabei auch die Anforderungen, die sich aus den je nach Land unterschiedlichen Bestimmungen zur Entsorgung von Papierverpackungen im Altpapierstrom ergeben.

Das Beispiel zeigt, dass nachhaltige Verpackungslösungen immer Ergebnis einer Entwicklung sind. Ändern sich die Anforderungen des Handels, von Verbrauchern oder des Gesetzgebers, muss die Verpackungsbranche flexibel reagieren und Lösungen finden, die alle Erwartungen miteinander in Einklang bringen – ohne Nachteile für den Produktschutz in Kauf zu nehmen.

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