Flowpacker von Schubert

Durch eine spezielle Siegeltechnologie kann der Flowpacker von Schubert zwischen herkömmlichen und nachhaltigen Schlauchbeutelfolien wechseln. (Bild: Gerhard Schubert)

Vollständig recycelbar, bioabbaubar, zu 100 % aus Recyclingmaterial, hergestellt aus biobasierten Rohstoffen – die Nachhaltigkeit von Verpackungen wird heute mit vielen Formulierungen beworben. Verwender gehen damit auf die hohen Erwartungen der Verbraucher im B2C-Markt ein. Doch was bedeuten die einzelnen Hinweise zur Beschaffenheit der Verpackungen genau? Ist biologisch abbaubare Plastikfolie wirklich besser als konventionelle? Wie sieht die Ökobilanz von faserbasierten Verbunden im Vergleich zu reinen Kunststoffverpackungen aus? Und wird am Ende nicht doch alles verbrannt?

Viele Verbraucher sind sich unsicher, welche Wahl ihren ökologischen Fußabdruck beim Einkauf schlank hält. Damit sind sie nicht allein – manchem Hersteller oder Verwender von Verpackungen geht es ähnlich. So gelangen immer noch Verpackungen in den Markt, die zwar gut gemeint sind, der Umwelt aber eher schaden als nutzen. Leidtragende sind letztlich die Entsorger: Was sich nicht gut trennen lässt oder nur einen geringen Anteil an der Wertstoffsammlung hat, kann nicht stofflich recycelt werden. Dann entgeht dem Wertstoffkreislauf das Material und dem Recycler seine Marge. Denn für nicht recyclingfähige Stoffe bleibt nur die thermische Verwertung – ein Euphemismus für die Müllverbrennungsanlage.

Aus wirtschaftlichen Gründen, aber auch, weil die Industrie damit rechnet, dass die Politik in absehbarer Zukunft noch strengere Recyclingquoten vorgeben wird, haben inzwischen mehrere Recycler und duale Systeme eigene Zertifizierungen entwickelt, mit denen die Recyclingfähigkeit einer Verpackung bewertet wird. Punktabzüge gibt es zum Beispiel für nicht oder nur schwer trennbare Materialverbunde, etwa PE-Flaschen mit PVC-Sleeves; Monomaterial wird hingegen belohnt. Auch Beratungsunternehmen und technische Prüforganisationen bieten solche Services an. Wer Verpackungen herstellt oder verwendet, muss für diese Angebote jedoch in aller Regel teils tief in die Tasche greifen. Der Materialwechsel oder der Austausch der Anlagen kann noch teurer werden.

Auf den meisten Verpackungsmaschinen von Schubert lassen sich sowohl Kunststoffverpackungen als auch faserbasierte Verpackungen verarbeiten.
Auf den meisten Verpackungsmaschinen von Schubert lassen sich sowohl Kunststoffverpackungen als auch faserbasierte Verpackungen verarbeiten. (Bild: Gerhard Schubert)

Recyclingfähigkeit von Anfang an berücksichtigen

Einfacher ist es, für die Verpackungsentwicklung einen Akteur ins Boot zu holen, der ganz am Anfang der Kette steht und entscheidenden Einfluss auf die Beschaffenheit der Verpackungen hat: Hersteller von Verpackungsanlagen verfügen über wertvolle Expertise für Material, Design und Recyclingfähigkeit. Schließlich kennen sie jedes Detail der Verpackungen, die auf ihren Maschinen verarbeitet werden, und wissen genau, welche Faktoren sich auf die Nachhaltigkeit auswirken. Treiber ist dabei längst nicht mehr nur eine möglichst hohe Material- und Energieeffizienz bei der Herstellung und Verarbeitung, sondern auch die Recyclingfähigkeit am Ende des Lebenszyklus.

Jägermeister: Verzicht auf Schrumpffolie

Beim Kräuterlikörhersteller Jägermeister wurden die Likörfläschchen außerhalb der Produktion händisch in Karton-Trays umgepackt und anschließend mit Schrumpffolie umwickelt. Doch die Füllanlage produzierte aufgrund der hohen Nachfrage deutlich schneller und der Produktstau vor der Verpackungsanlage verursachte merkliche Einbußen in Sachen Effizienz. In enger Zusammenarbeit mit Schubert gestaltete Mast-Jägermeister SE eine neue Umverpackung, die ohne Plastik auskommt. Dabei war es wichtig, dem Auftritt der traditionellen Marke Jägermeister treu zu bleiben und nicht nur mit moderner Robotertechnik, sondern auch mit Material und Format einen sicheren Schritt in die Zukunft des Verpackungsdesigns zu gehen. Dazu wurden sowohl der Verkaufskarton als auch der Versandkarton für die maschinelle Verarbeitung neu entwickelt und für automatisierte Verpackungsprozesse optimiert. Zusätzlich bietet der neue Verkaufskarton eine größere bedruckbare Fläche für den Markenauftritt und lässt sich damit am POS gut in Szene setzen.
„Wir sehen Design for Recycling nicht als Hürde, sondern als integralen Bestandteil des Entwicklungsprozesses. Schließlich wirken sich geringere Wandstärken oder knapper bemessene Schachteln nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch positiv aus“, erklärt Valentin Köhler, seit vielen Jahren Verpackungsentwickler bei Schubert. Mit einer intelligenten Lösung hat der Verpackungsanlagenhersteller aus Crailsheim beispielsweise jüngst einem Süßwarenhersteller aus der Türkei zu Materialeinsparungen von bis zu 25 % verholfen. „Das rechnet sich schnell und langfristig – gerade in Zeiten steigender Rohstoffkosten“, betont Köhler.

Die Einsparung erfolgte durch ein komplettes Re-Design der Schachteln: Die bisherige Lösung mit vorgeklebten Kartons wurde im Rahmen der Verpackungsautomatisierung durch ein neues Schachtelkonzept ersetzt. Da der Casepacker sehr genau arbeitet und bei den Schachteln nur geringe Toleranzen benötigt, können die Zuschnitte knapper bemessen und die Menge an Verpackungsmaterial reduziert werden.

Jägermeister-Verkaufskarton
Für Jägermeister entwickelte Schubert einen neuen Verkaufskarton, der für automatisierte Verpackungsprozesse optimiert ist und ohne Schrumpffolie auskommt. (Bild: Gerhard Schubert)

Nachhaltigkeit in Einklang mit weiteren Anforderungen umsetzen

Einheitliches Material, und davon möglichst wenig – ist das schon das ganze Geheimnis der Entwicklung nachhaltiger Verpackungen? „Natürlich muss man immer realistisch bleiben: Für Food-Produzenten ist die Nachhaltigkeit ein Aspekt unter vielen“, gibt Köhler zu bedenken. „Gerade in der Lebensmittelbranche ist der Wettbewerb extrem groß. Auch Themen wie Sichtbarkeit am POS, zuverlässige Beschaffung und Kompatibilität zu gängigen Transportsystemen spielen dort eine vergleichbare Rolle.“ Die Kunst ist es also, alle Bedarfe gleichermaßen zu berücksichtigen, um am Ende die beste Lösung zu finden, die möglichst wenige Kompromisse erfordert.

Als Maschinenbauer mit dem Anspruch, die Wünsche der Kunden bestmöglich zu befriedigen, berücksichtigt Schubert bei der Entwicklung von Verpackungen und passenden Anlagen daher die Belange aller Beteiligten: die des Kunden ebenso wie des Einzelhandels, des Endverbrauchers und der Recyclingbetriebe. Durch eine herstellerunabhängige Beratung ist der Anbieter in der Lage, Kunden die komplette Umstellung auf nachhaltige Verpackungsmaterialien zu ermöglichen. Bereits bei der Planung achtet Schubert auf das Zusammenspiel aus Material, Technologie und Know-how – von Karton-Trays bis zu papierbasierten Folien.

Ein eindrucksvolles Beispiel, wie sich Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden lassen, ist das Beispiel Hosta. Das fränkische Traditionsunternehmen ist vor allem für sein Puffreisprodukt Nippon bekannt. Bei der Konzeption eines neuen Verpackungsansatzes wurde Schubert in einem sehr frühen Stadium des Projekts als Partner hinzugezogen. Ziel war es, das Verpackungsdesign im Hinblick auf Nachhaltigkeit und zugleich Wirtschaftlichkeit zu optimieren. Durch exakt arbeitende Pick-and-place-Roboter konnten die Entwickler die Trays aus Kunststoff um 10 mm kürzen.

Durch diese Optimierung ließ sich auch der Folienrapport der Schlauchbeutel noch einmal um 6 mm verringern. Das spart Verpackungsmaterial und somit auf lange Sicht auch Kosten. Selbst den Karton haben die Verpackungsprofis überarbeitet: Er besteht jetzt aus einem einzigen Flachzuschnitt mit Deckel, nicht mehr aus drei verschiedenen Teilen. Zusammengenommen erbringen die verbesserten Verpackungen so viel Sparpotenzial, dass die Kartongrundfläche deutlich verkleinert werden konnte: Auf einer Versandpalette finden pro Lage nun neun statt vorher acht Kartons Platz. Unterm Strich bedeutet das eine enorme Kosteneinsparung für Hosta: Es wird nicht nur Verpackungsmaterial eingespart, sondern auch Lkw-Fahrten.

Nippon-Schlauchbeutel
Bei dem Süßwarenhersteller Hosta wurde das Verpackungsdesign im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zugleich optimiert. (Bild: Gerhard Schubert)

Das Know-how aus 50 Jahren nutzen

Dabei stützt sich das Crailsheimer Familienunternehmen auf lange Erfahrung: Als Verpackungsmaschinenhersteller, der schon vor 50 Jahren hauptsächlich mit Karton gearbeitet hat, kann Schubert bei diesem Material eine große Kompetenz vorweisen. Diese Kompetenz zahlt sich heute wieder aus, denn gerade in Europa hat sich der Trend zu Papier, Pappe und Karton durch strengere gesetzliche Vorgaben verstärkt. „Karton wird von den Herstellern inzwischen noch mehr nachgefragt“, bestätigt Verpackungsentwickler Köhler.

Doch auch bei allen anderen Materialien steht die Vereinbarkeit von Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit für Schubert im Mittelpunkt. „Mit Blick auf Nachhaltigkeit wird in vielen Industriebereichen ja gerade verstärkt Technologieoffenheit gefordert“, erklärt Köhler. „Modularität bieten wir mit unseren flexiblen Anlagen seit Mitte der 80er-Jahre an. Auf den meisten lassen sich zum Beispiel sowohl Kunststoff- als auch Kartonverpackungen verarbeiten.“ Auch das Handling von Verbundmaterialien ist problemlos möglich.

Eine Entscheidung für eine der vielen Materialvarianten zu treffen, kann in diesem Spannungsfeld schwerfallen. Die Offenheit für Modifizierungen an bestehenden Verpackungen, die Schubert mit den flexiblen Anlagen bietet, ermöglicht Kunden daher auch die Zukunftssicherheit ihrer Investments. „Auch das ist aus unternehmerischer Perspektive natürlich eine Form von Nachhaltigkeit“, kommentiert Köhler.

Re-Design der Schachteln eines türkischen Süßwarenherstellers
Ein komplettes Re-Design der Schachteln spart einem türkischen Süßwarenhersteller jetzt 25 % Verpackungsmaterial ein. (Bild: Gerhard Schubert)

Die Qualität und Sicherheit des Produkts nicht außer Acht lassen

Doch so groß der Wunsch nach Nachhaltigkeit auch sein mag: Speziell in der Lebensmittelbranche bleibt die wichtigste Aufgabe der Verpackung die Barrierefunktion zwischen Produkt und Umwelt. Ihr Hauptzweck ist es, das Produkt vom Verpacken über den Transport und die Lagerung bis hin zum Verzehr zu schützen. „Die ökologischste Verpackung bringt nichts, wenn sie die Schutzfunktion nicht mehr gewährleisten kann“, bestätigt auch Köhler. Geht es um die Entwicklung einer Verpackung, wägt das Schubert-Team daher immer alle Aspekte sorgfältig ab. Von Greenwashing, also dem Einsatz einer Verpackung, die Nachhaltigkeit vorgibt, das Versprechen aber nicht einlösen kann, rät Köhler ab. „Lässt sich die Barrierefunktion nicht anders sicherstellen, empfehlen wir im Zweifel lieber eine reine Kunststofffolie“, erklärt er. Schließlich lasse sich auch diese bei ordnungsgemäßer Entsorgung in vielen Fällen stofflich verwerten, also recyceln.

Auch beim Produktschutz können Schubert-Kunden sich auf die Sicherheit und Flexibilität der Anlagen aus Crailsheim verlassen – selbst bei Schlauchbeutelfolien, mit denen die Dichtigkeit und weitere Barrierefunktionen nicht ohne Weiteres mit jedem Material zu realisieren sind. In Schlauchbeutelmaschinen von Schubert ermöglicht ein variables Siegelsystem für Zukunftssicherheit. Die Technologie verbindet das Ultraschallverfahren oder wahlweise eine Siegeltechnologie mit keramischen Heizelementen beim Längssiegeln mit einer Quersiegelung, deren Siegelzeit sich aufgrund der fliegenden Quersiegeleinheit exakt auf einen konstanten Wert einstellen lässt. Der Vorteil: Beide Verfahren zum Längssiegeln arbeiten sehr schonend und sind nicht nur für hitzesensible Produkte, sondern auch für nachhaltige Folien geeignet.

Schubert-Verpackungsentwickler Valentin Köhler
Der Schubert-Verpackungsentwickler Valentin Köhler möchte die ökologischen und ökonomischen Ansprüche an Verpackungen gleichermaßen erfüllen. (Bild: Gerhard Schubert)

Die nachhaltigste Lösung für jede Anwendung

Kunststoff oder Papier, Metall oder Glas, Verbunde oder gar ein heute noch unbekanntes Material – keine Verpackung kann alle Bedarfe gleichermaßen decken und immer die höchste Nachhaltigkeit bieten. Um die bestmögliche Lösung für den gegebenen Einsatz zu finden, sind daher Expertise und technologisches Können gefragt. Mit leistungsstarken, flexiblen Anlagen und anwendungsnahen Entwicklungsfähigkeiten bietet Schubert Verpackungsdesign, das die Zukunftsfähigkeit seiner Kunden ermöglicht und in Sachen Nachhaltigkeit branchenweit Maßstäbe setzt. „Unser Anspruch ist immer, ökologische und ökonomische Ansprüche gleichermaßen zu erfüllen“, schließt Verpackungsentwickler Köhler. „Denn wenn beides in Einklang steht, ist das die nachhaltigste Lösung.“

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