Figur aus Kartons

Bei Antalis hat man sich Gedanken über die Zukunft der Verpackung gemacht. (Bild: Antalis)

Astrid Voss, Geschäftsführerin Antalis Verpackungen
Astrid Voss, Geschäftsführerin Antalis Verpackungen. (Bild: Antalis)

Frau Voss, Ihre ersten „100 Tage“ sind um. Welche Bilanz ziehen Sie aus den ersten sechs Monaten in der neuen Verantwortung?
Astrid Voss: Um es zunächst etwas allgemeiner auszudrücken: Es zeichnet sich ab, dass Antalis Verpackungen ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2022 abschließen wird – insofern sind wir in der Geschäftsführung sehr zufrieden mit der bisherigen Entwicklung. Die Richtung stimmt, sich als Lösungsanbieter für Verpackungskonzepte mit hoher Beratungsqualität und langjähriger Expertise in der Branche zu positionieren. Das Ganze ist ein Prozess, der nicht erst seit diesem Sommer begonnen hat und von großem Mitarbeiterengagement nach innen wie außen geprägt ist. Mein Interims-Vorgänger und Vorgesetzter Thilo Konig hat hier bereits wertvolle Vorarbeit geleistet und viele wichtige Dinge angestoßen, die ich nun mit meinem Geschäftsführerkollegen Bernd Beckmann konsequent weiter vorantreiben und ausbauen darf.

Veranstaltung von Antalis
Antalis veranstaltet unter anderem das Impuls Forum, um mit Kunden in den Dialog zu treten. (Bild: Antalis)

Was sind gerade Ihre wichtigsten Aufgaben innerhalb des Unternehmens – und warum?
Voss: Kurz gesagt: Die Transformation umsetzen und die angekündigten Veränderungen implementieren beziehungsweise für den Kunden erlebbar machen. Für den angestrebten Ausbau unserer Beratungsexzellenz und -services sind Experten ihres Fachs gefragt, die sich in ihren jeweiligen Produktgruppen oder Branchen sehr gut auskennen und Kunden auch in Nischenthemen umfassend beraten können. Dazu strukturieren wir gerade unseren Vertrieb und das mittlere Management komplett um. So setzen wir zum Beispiel eine neue Ebene von Teamleitern ein, die den Vertrieb, unsere Produktspezialisten oder unser Packaging Design Center zukünftig noch kundenorientierter koordinieren und direkte Ansprechpartner der Kunden sind.

Wir setzen dabei übrigens auf Experten aus unseren eigenen Reihen – mit Know-how von der Beschaffung über die Materialität bis zur Logistik und Lieferfähigkeit. Mit dieser Fokussierung auf Produktgruppen und fachliche Expertise streben wir mittel- und langfristig eine Erweiterung unserer nationalen und, im Zusammenspiel mit meinen Kollegen in anderen Ländern, internationalen Märkte an. Zudem wollen wir neue Marktnischen eröffnen können, wie beispielsweise im Bereich von E-Mobility und den damit verbundenen Spezial-Anforderungen an Verpackungslösungen.

Branchen-Event von Antalis, hier bei einem Business Breakfast in Nürnberg während der Fachpack.
Auch Branchen-Events nutzt das Unternehmen als Touchpoints, hier bei einem Business Breakfast in Nürnberg während der Fachpack. (Bild: Antalis)

Sie beschreiben, wie der Transformationsprozess zum Expertenmodell aus der Innensicht heraus läuft, haben eingangs aber auch die Bedeutung der externen Sichtbarkeit erwähnt. Wo zeigt sich diese konkret?
Voss: Wir legen großen Wert auf ein enges, partnerschaftliches Verhältnis zu unseren Kunden. Daher hat sich Antalis Verpackungen 2022 auf besondere Kunden-Events konzentriert. In einem sehr persönlichen Rahmen boten sich auf diese Weise individuelle Möglichkeiten, über aktuelle Sorgen oder zukünftige Herausforderungen der Kunden zu sprechen und gemeinsam nach fachlich fundierten Lösungen zu suchen. Erfolgreich liefen beispielsweise unsere Hausmesse oder die ersten Business Breakfasts. Aus den Feedbacks der Teilnehmer wissen wir, dass sie weit mehr als den Wissenstransfer aus Fachvorträgen das persönliche Gespräch und das direkte Erleben unseres Know-hows vor Ort – etwa bei Rundgängen in unseren Spezialabteilungen oder Maschinen-Showrooms – zu schätzen wussten.

Eine weitere wichtige Säule der externen Sichtbarkeit liegt im Ausbau der öffentlichen Wahrnehmung für unsere Kompetenzen. Dazu widmen wir uns im neu aufgelegten Impuls Forum regelmäßig Fragestellungen zu aktuellen Themen der Verpackungsbranche. Wagen damit einen Blick in die Zukunft unserer Zunft und zeigen Best Practices. Die exklusive 30- bis 40-minütige Talkrunde ist zu jedem Thema mit vier bis fünf hochkarätigen internen wie externen Expertinnen und Experten besetzt, wird aufgezeichnet und später als abrufbarer Stream zur Verfügung gestellt. Damit ist ein transparentes Forum entstanden, das in bereits vier Folgen zentrale Branchenthemen kontrovers diskutiert und öffentlich zugänglich macht.

Frau und Mann am PC
Verpackungskonzepte werden immer wieder optimiert. (Bild: Antalis)

Vermutlich ist Nachhaltigkeit eines dieser kontrovers diskutierten Branchenthemen. Wie positioniert sich Antalis Verpackungen dazu und inwiefern beeinflusst das den Change-Prozess?
Voss: Sagen wir es so: Unsere „Nachhaltigkeitsreise“ hat mit einem gelungenen Start begonnen. Und ja, das hat entscheidenden Einfluss auf unsere Umstrukturierung. Daher ist es uns sehr wichtig, dieses Thema mit dem gebotenen Ernst und vor allem ohne Aktionismus oder Greenwashing anzugehen. Dazu findet gerade eine unternehmensinterne Datenerhebung statt, die wir sehr differenziert auswerten. Das ist Teil unserer konzernweiten einheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie, die wir eng mit dem Antalis Headquarter in Paris abstimmen. Wir schauen genau hin, wo sich Ressourcen einsparen lassen, der Einsatz neuer Materialien sinnvoll ist, wo Ausschuss reduziert und neue Produkte eingeführt werden sollten. Wir sind diesen Weg schon sehr weit gegangen, der Prozess ist aber noch längst nicht abgeschlossen. Interessenten können diese Entwicklung auf unserer Webseite, in flankierenden Business News auf Social Media oder in der Fachpresse in unserer ersten kompakten Nachhaltigkeitsbroschüre mitverfolgen – transparent, ehrlich und authentisch.

Was haben Ihre Kunden davon?
Voss: Indem wir unsere eigenen Prozesse auf den Prüfstand stellen, gewinnen wir auch wertvolles Wissen zur nachhaltigen Optimierung der Verpackungskonzepte für unsere Kunden. Ganz konkret steht ein Projekt kurz vor der Umsetzung, mit dem wir eine Klassifizierung von Umweltprodukten ermöglichen. Es soll den Kunden helfen, immer die verantwortungsvollste Wahl beim Kauf von Verpackungen zu treffen, denn mit diesem Bewertungssystem wird die Umweltleistung von verschiedenen Produkten für eine ganz bestimmte Anwendung verglichen. Das System analysiert Sicherheitsfaktoren, Kriterien der Rohstoffbeschaffung und berücksichtigt auch Fakten zum Ende des Produktlebenszyklus. Umfassende Umweltinformationen über die jüngst entwickelte Green Card runden die Bewertungsmatrix des jeweiligen Verpackungsproduktes ab.

Sie wagen in Ihrem Impuls Forum regelmäßig mit Branchenexperten den Blick in die Zukunft. Wagen Sie den auch hier und geben uns einen persönlichen Ausblick?
Voss: 2023 wird sicher nicht einfach. Mit den erwähnten Restrukturierungen wollen wir uns für diese ungewissen Zeiten wappnen, in denen Agilität und ein großes Maß an Flexibilität gefragt sind. Schon die bisher angestoßenen Veränderungen zeigen, dass wir deutlich kürzere Kommunikationswege und Reaktionszeiten haben – das Reporting im Unternehmen ist bereits wesentlich stringenter und schneller. Deshalb bin ich sicher, dass wir auch mit den weiteren strukturellen und organisatorischen Umstrukturierungen Antalis Verpackungen in eine resiliente Zukunft führen können.

 

Die Fragen stellte Dr. Eva Strohschneider, Ruess International

Über die Antalis Verpackungen GmbH

Als Teil der Antalis Gruppe entwickelt und vertreibt sie Antalis Verpackungen GmbH intelligente Verpackungskonzepte, die dabei helfen, Verpackungsprozesse zu optimieren und Kosten zu sparen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Leinfelden-Echterdingen verfügt über neun Standorte in ganz Deutschland, zwei eigene Entwicklungszentren und beschäftigt rund 225 Angestellte.

Österreichische Kunden werden von den Mitarbeitern am Standort in Bergheim, in der Nähe von Salzburg, betreut. Mit der Übernahme der BB Pack Gruppe in Deutschland hat Antalis Verpackungen im April 2022 sein Portfolio im Bereich Verpackungen für den Online-Handel erweitert und bietet nun auch auf den E-Commerce spezialisierte Verpackungsmaterialien, Designs und Drucklösungen an.

Antalis gehört zur Kokusai Pulp & Paper Group, einem weltweit führenden Distributor für Papier, Verpackung und visuelle Kommunikation mit Sitz in Japan.

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