Welche Ansprüche die Konsumierenden von morgen an Verpackungen stellen, ist eine der „Millionen-Dollar-Fragen“. Über Jugendstudien und Umfragen lassen sich spontane Erwartungen feststellen, deren Halbwertszeit aber oft begrenzt ist.
Christian NinkChristianNinkReferent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, DVI
2 min
Openup ist ein verwandelbarer Sixpack – und ein Gewinner der Kategorie Nachwuchssieger beim Deutschen Verpackungspreis 2026.FH Münster
Anzeige
Sinnvoller und nutzbringender ist die konkrete Arbeit mit dem Nachwuchs der Branche. Denn der bringt nicht nur das spannende Mindset und frische Ideen mit, sondern auch das nötige Interesse an der Umsetzbarkeit neuer Lösungen.
Interessante Einblicke zeigen die Gewinner der Nachwuchskategorie beim Deutschen Verpackungspreis 2026, die wir gemeinsam mit unserem Premiumpartner Fachpack gefragt haben, wo sie den größten Bedarf für Fortschritte und Innovationen sehen.
Ease: Funktionaler Schwangerschaftstest, der durch eine klare Verpackungs- und visuelle Gestaltung vom Kauf bis zur Anwendung emotional begleitet – von Fine Kleipa, Siri Brockfeld, Lisa Bahlinger, Lilly Blume und Moritz Hegemann (Fachhochschule Münster): „Uns geht es nicht nur darum, etwas nur zu verpacken, sondern Produkte wirklich für die Menschen zu machen. Erst wenn man ihre Bedürfnisse und Emotionen im Detail versteht und ernst nimmt, entsteht für uns echter Fortschritt.“
Ecotrace: KI-gestützte CO2-Bewertung auf Basis der Lebensmittelverpackung; aus einem Foto, in Sekunden, bezahlbar für KMU – von Lennart Standtke (Hochschule Neubrandenburg): „Aus meiner Sicht fehlt es noch an guten, vergleichbaren Daten speziell zu Verpackungsmaterialien und deren Rezyklatanteilen – vieles stützt sich auf grobe Durchschnittswerte statt auf belastbare, standardisierte Angaben der Hersteller. Eine stärkere Standardisierung würde es Herstellern deutlich leichter machen, Verpackungsentscheidungen tatsächlich CO2-basiert zu treffen.“
Anzeige
Net’s Play ist eine Verpackung für Tischtennisschläger und -bälle mit integriertem Netz.FH Münster
Openup: Verwandelbare und wiederverwendbare Sixpacks für Getränke – von Lena Peitzmeier, Michèle Brandt, Hanna Otte, Ines Dahlmann und Nicola Matuschak (Fachhochschule Münster): „Wir wünschen uns, dass Verpackungen in Zukunft noch stärker als Teil des Produkterlebnisses gesehen werden und nicht nur als Wegwerfartikel. Besonders spannend finden wir Lösungen, die Nachhaltigkeit mit einem emotionalen oder spielerischen Nutzen verbinden. Genau das wollten wir mit Openup ausprobieren.“
Net’s Play: Verpackung für Tischtennisschläger und -bälle mit integriertem Netz – von Pina Schmitz, Lara Thole, Sophia Reinecke und Wiebke Wendorff (Fachhochschule Münster): „Wir sehen großen Handlungsbedarf bei der Materialeffizienz und Nachhaltigkeit von Verpackungen. Einwegverpackungen sollten zunehmend durch Lösungen aus nachwachsenden Rohstoffen ersetzt werden, die in eine funktionierende Kreislaufwirtschaft eingebunden sind. Darüber hinaus geht Innovation für uns über die Materialfrage hinaus. Während der Entwicklung unserer Verpackung haben wir uns intensiv mit den Auswirkungen des digitalen Wandels auf das Sozialverhalten und die Gesundheit der Bevölkerung beschäftigt. Schnelle Reize und Belohnungen, wie sie beispielsweise durch Social Media entstehen, lenken zunehmend von wichtigen Dingen wie Bewegung, persönlichen Begegnungen und Gemeinschaft ab.“
„Wir wünschen uns, dass Verpackungen in Zukunft noch stärker als Teil des Produkterlebnisses gesehen werden und nicht nur als Wegwerfartikel."
Anzeige
Student Day 2026
Noch deutlich validere Ergebnisse und Mehrwerte können Unternehmen durch die Teilnahme am DVI Student Day erzielen, der am 5. November 2026 in Hannover stattfindet. Dort können über 70 Studierende der Studiengänge Verpackungstechnologie, Nachhaltigkeit und Produktdesign aus Deutschland und Österreich getroffen werden – zum Kennenlernen und Diskutieren, für Einblicke in die Erwartungen und Einstellungen der jungen Generation und zur gemeinsamen Workshoparbeit an konkreten Fragestellungen.