36 Arbeiten ausgezeichnet

Deutscher Verpackungspreis 2026: Die Gewinner

Beim Deutschen Verpackungspreis 2026 hat die Jury 36 innovative Lösungen aus fünf Ländern ausgezeichnet. Drei der prämierten Beiträge entfallen auf die Kategorie Verpackungsmaschinen. Die Gold-Awards werden bei der Preisverleihung im November bekannt gegeben.

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Der Deutsche Verpackungspreis ist der renommierteste seiner Art in Europa.

Mehr als 200 Unternehmen aus 17 Ländern hatten ihre Innovationen für den Deutschen Verpackungspreis 2026 eingereicht. Im Vorjahr waren Teilnehmer aus 15 Ländern vertreten. Der vom Deutschen Verpackungsinstitut (DVI) ausgerichtete Wettbewerb gilt als größte europäische Leistungsschau für Verpackungsinnovationen.

Eine unabhängige Fachjury wählte aus den Einreichungen 36 Lösungen in zehn Kategorien aus. Im Vorjahr waren 37 Verpackungen und Maschinen prämiert worden. Die diesjährigen Sieger stammen aus Deutschland, Österreich, Italien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich. Bei den ausgezeichneten Lösungen kommen Kunststoffe, faserbasierte Packstoffe, Glas und Metall zum Einsatz. Drei Auszeichnungen gehen an Innovationen aus dem Verpackungsmaschinenbau.

Nachhaltigkeit bleibt zentraler Innovationstreiber

Die prämierten Entwicklungen zeigen nach Einschätzung des DVI, dass sich die Verpackungswirtschaft intensiv auf die Anforderungen der europäischen Verpackungsverordnung PPWR vorbereitet hat. Die Verordnung wird wenige Tage vor der Bekanntgabe der Preisträger allgemein anwendbar.

„Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit zeigen sich dabei als zentrale Treiber für Fortschritte in allen Kategorien – von Wirtschaftlichkeit über Design und Warenpräsentation bis hin zu Logistik, Maschinenbau und Digitalisierung“, sagt DVI-Geschäftsführerin Dr. Natalie Brandenburg.

Preisverleihung findet in Berlin statt

Die Preisverleihung ist für den 19. November 2026 in Berlin geplant. Das DVI richtet die Veranstaltung gemeinsam mit seinen Partnern Fachpack und Igepa Group aus.  Bei der Veranstaltung erhalten die siegreichen Unternehmen ihre Trophäen und Urkunden. Zudem gibt das DVI bekannt, welche der 36 ausgezeichneten Innovationen zusätzlich einen Gold-Award erhalten. Mit diesen Sonderpreisen würdigt die Jury Lösungen, die sich aus dem Kreis der Verpackungspreisträger noch einmal besonders hervorheben.

Mehr Infos auf der DVI-Seite.

Hier die Gewinner in den jeweiligen Kategorien.


Nachhaltigkeit - Gesamtkonzept


Nachhaltigkeit - Materialreduktion

1 l Verpackung für Molkereiprodukte Einreicher: Jokey SE (Deutschland) Die Einreichung ist marktreif, aber noch nicht eingeführt (Prototyp). Gewichtsreduzierte Verpackung für 1 l Molkereiprodukte Die Jury sagt: Mit dem 1-lEimer JSLB 1090 wird eine Verpackungslösung ausgezeichnet, die zeigt, wie sich Materialeinsatz gezielt reduzieren lässt. Den Entwicklern ist es gelungen, das Gesamtgewicht der kompletten Einheit aus Eimer und Deckel auf nur noch 30 g zu reduzieren, was einer signifikanten Einsparung von 35 % im Vergleich zum Vorgängermodell entspricht. Durch ein reduziertes Randsystem, einen optimierten Originalitätsverschluss, die konsequente Minimierung des Kopfraums sowie den gezielten Verzicht auf nicht funktionale Komponenten wie den Bügel wurde ein neues Referenzmaß für Ressourceneffizienz geschaffen. Trotz dieser massiven Materialeinsparung bleiben die entscheidenden Leistungsmerkmale wie Produktschutz, Stapelbarkeit und industrielle Verarbeitbarkeit vollständig erhalten. Damit stellt der JSLB 1090 eine materialeffiziente Verpackungslösung für Molkereiprodukte dar, die Ressourcenverbrauch und Emissionen reduziert und zugleich mit einer hochwertig werkstofflichen Recyclingfähigkeit überzeugt.

Nachhaltigkeit - Rezyklateinsatz


Dekarbonisierte Laser marked Strippouch für E-Commerce (Bag-in-Box). Einreicher: Mondi Consumer Flexibles, Mondi Halle GmbH, Jens Kösters (Österreich). CO₂-freier Beutel mit Lasermarkierung – „Bag-in-Box“-Lösung. Die Jury sagt: Diese Verpackungslösung von Mondi vereint Dekarbonisierung, Design for Recycling und wirtschaftliche Effizienz entlang der Wertschöpfungskette. Sie erfüllt PPWR-Anforderungen und bietet Vorteile bei kleineren Losgrößen und hoher Variantenvielfalt, was die Jury zur Auszeichnung bewog. Die Lösung verlagert das Verpackungsdesign ans Ende der Wertschöpfungskette: Die Kennzeichnung erfolgt per Lasermarkierung direkt im Converting statt durch Druck. Dadurch entfallen Druckfarben, Formen und energieintensive Prozesse, Rüstaufwände sinken und Varianten lassen sich flexibel umsetzen. In Kombination mit recyclingfähigen Monomaterialstrukturen wie dem StripPouch verbessert dies die Kreislauffähigkeit. Eine PIA (Product Impact Assessment) zeigt über 50% CO₂-Reduktion gegenüber laminierten, bedruckten PE-Pouches.

Nachhaltigkeit - Recyclingfähigkeit

Tego Res 1100 – Die Design for Recycling Lösung für ihre Druckfarbe. Einreicher: Evonik Operations GmbH, Constantia Flexibles Group GmbH (Deutschland). Tego Res 1100, Co-Binder für lösemittelbasierte Druckfarben, ermöglicht schnelles, vollständiges Deinking von Kunststoffverpackungen für hochwertige Rezyklate. Die Jury sagt: Die Jury zeichnet diese Innovation aus, weil sie eine zentrale Herausforderung des Kunststoffrecyclings von flexiblen Verpackungen an der Quelle löst. Das Additiv ermöglicht die Ablösung von Druckfarben auf flexiblen Verpackungen während des Recyclingprozesses und verbessert dadurch die Qualität des Rezyklats erheblich. Die Lösung schafft einen wichtigen Hebel für hochwertiges Kunststoffrecycling und eine nachhaltige Nutzung dieser Fraktion aus dem Gelben Sack.

 Nachhaltigkeit - Mehrweg-, Refill- und Pfandsysteme


Etikett mit Wash-Off Klebstoff. Einreicher: Avery Dennison Europe Holding GmbH & Co. KG; Malzfabrik Weyermann, All4Labels Group (Deutschland), Joos van Noort (R&D Avery Dennison). Mehrweg ohne Design-Kompromisse: Wie der abwaschbare Klebstoff WW8031 Premium-Marken den Weg in die zirkuläre Verpackung ebnet. Die Jury sagt: Premium-Look trifft Kreislauffähigkeit! Mit dem Wash-Off Klebstoff WW8031 gelingt der Brückenschlag zwischen hochwertiger Markenpräsentation und effizientem Mehrwegkreislauf. Das Etikett bleibt während der Nutzung zuverlässig haften und löst sich im Waschprozess dennoch nahezu rückstandsfrei ab. Besonders überzeugt, dass der Klebstoff fest an den Papierfasern des abgelösten Etiketts gebunden bleibt und nicht in die Lauge übergeht. Das schont Flaschen, Prozessmedien und Ressourcen gleichermaßen.

Design

Digitalisierung

Funktionalität und Convenience

Logistik und Materialfluss

Neues Material

Foamed Adhesive Technology Enabling Plastic-Free, High-Performance PET Multipacks. Einreicher: H.B. Fuller Deutschland GmbH, Sabine Pietka, Elizabeth Staab (Deutschland). Patented foamed adhesive that enables plastic-free PET multipacks through high-performance bonding, with improved recyclability and optimized handling. Die Jury sagt: Die von H.B. Fuller Deutschland GmbH patentierte Technologie eines geschäumten Klebstoffes ersetzt auf nachhaltige Weise die herkömmliche PET-Schrumpffolie in Multipacks durch leichte, elastische Klebepunkte, die Stabilität, Flaschenschutz und einfache Trennung bei der Verbraucherin bzw. beim Verbraucher vereinen. Gleichzeitig reduziert sie Materialeinsatz und Kunststoffabfälle, verbessert die Recyclingfähigkeit und unterstützt effiziente Produktionsprozesse. Ein absolut preiswürdiger Beitrag für mehr Nachhaltigkeit und Funktionalität in der Getränkeverpackung.

Nachwuchs (Schüler, Auszubildende, Studierende)

Verpackungsmaschinen (Technik, Technologien, Software)

Warenpräsentation


Wirtschaftlichkeit

Über den Verpackungspreis

Der Deutsche Verpackungspreis ist ein internationaler, branchen- und materialübergreifender Wettbewerb. Er wird in zehn Kategorien vergeben. Mit dem Preis prämiert das Deutsche Verpackungsinstitut jedes Jahr innovative und kreative Verpackungsideen vom scheinbar kleinen aber wegweisenden Detail bis hin zu grundlegenden Neuerungen. Der Deutsche Verpackungspreis richtet sich an Designer, Entwickler, Hersteller und Verwender von Verpackungslösungen und -maschinen sowie den kreativen Nachwuchs der Branche. Gewinner des Verpackungspreises nominieren sich gleichzeitig für den Worldstar der World Packaging Organisation (WPO).