Gespräche mit Finanzpartnern werden geführt

Steirerpack meldet Insolvenz an

Der österreichische Wellpappen- und Verpackungshersteller Steirerpack befindet sich in einem Sanierungsverfahren. Das Unternehmen will den Betrieb fortführen, plant aber eine deutliche Verkleinerung. Von derzeit 67 Arbeitsplätzen könnten 30 wegfallen.

1 min
Rückläufige Absatz- und Auftragszahlen machen es Steirerpack schwer zu bestehen.

Über das Vermögen der Steirerpack GmbH mit Sitz in Möderbrugg in der Steiermark ist am 21. September 2026 ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet worden. Zuständig ist das Landesgericht Leoben. Das Verfahren läuft unter dem Aktenzeichen 17 S 23/26i. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Helmut Fetz bestellt.

Steirerpack produziert am Standort Möderbrugg unter anderem Wellpappe, Faltkisten, Stanzverpackungen, Obst- und Gemüsesteigen sowie Versand-, Transport- und Schwerlastkartonagen. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 67 Mitarbeiter. Betroffen sind nach Angaben der Gläubigerschutzverbände rund 75 Gläubiger. Den Verbindlichkeiten von knapp 2,95 Mio. Euro stehen laut KSV1870 Aktiva von rund 2,2 Mio. Euro gegenüber. In den Verbindlichkeiten ist eine Rückzahlungsforderung einer Factoring-Bank allerdings noch nicht enthalten.

Rückläufige Aufträge und steigende Kosten

Als Ursachen für die Insolvenz nennt Steirerpack laut AKV eine anhaltend schwierige Situation in der Wellpappenindustrie sowie rückläufige Absatz- und Auftragszahlen. Hinzu kamen steigende Energie-, Material- und Personalkosten sowie operative Produktionsstörungen. Auch die Kündigung eines Factoringvertrags durch das finanzierende Institut habe die Liquidität belastet. Verschärfte Liefer- und Zahlungsbedingungen wichtiger Geschäftspartner hätten die Situation zusätzlich erschwert.

Das Unternehmen soll nach derzeitiger Planung fortgeführt und saniert werden. Vorgesehen ist eine deutliche Redimensionierung des Geschäftsbetriebs und eine Konzentration auf wirtschaftlich tragfähige Produktions- und Kundenbereiche. Zudem sollen Materialeinkauf und Produktionsprozesse optimiert werden. Parallel dazu führt Steirerpack Gespräche mit Finanzierungspartnern. Nach Angaben des AKV wurde dem österreichischen Arbeitsmarktservice bereits der geplante Abbau von 30 Arbeitsplätzen angezeigt.

Der vorgelegte Sanierungsplan sieht für die Insolvenzgläubiger eine Quote von insgesamt 20 Prozent vor. Neun Prozent sollen innerhalb von 14 Monaten und weitere elf Prozent innerhalb von 24 Monaten nach Annahme des Sanierungsplans gezahlt werden. Die Sanierungsplantagsatzung ist für den 9. Dezember 2026 angesetzt. Forderungen können bis zum 4. November angemeldet werden.