Anders als bei anderen Packmitteln, ist die Faltschachtelindustrie derzeit nicht von Lieferengpässen betroffen.

Anders als bei anderen Packmitteln, ist die Faltschachtelindustrie derzeit nicht von Lieferengpässen betroffen. (Bild: Jun/istock)

„Die Faltschachtel-Hersteller profitieren davon, dass sie zum größten Teil in Deutschland produzieren und Teil einer krisenfesten Lieferkette sind“, erklärt Andreas Helbig, Sprecher des FFI. Denn für die Produktion kommen nachwachsende Rohstoffe wie Holzfasern und Zellulose beziehungsweise aufbereitetes Altpapier zum Einsatz – Stoffe, die während der Pandemie nicht knapp wurden. „Darüber hinaus haben die Hersteller umfangreiche Vorsorgemaßnahmen getroffen, um die Lieferkette von Transport- und Verkaufsverpackungen durchgehend zu gewährleisten“, betont Helbig.

So wurden frühzeitig prozesskritische Lieferanten identifiziert und die Lagerbestände für alle notwendigen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erhöht. Auf diese Weise waren die Unternehmen für mögliche Engpässe gewappnet.

Eine besondere Herausforderung bestand darin, neben dem gewohnten Produktionsvolumen eine zusätzliche Nachfrage zu bedienen. „Die Faltschachtel ist als Verpackungslösung zunehmend gefragt“, berichtet Christian Schiffers, Geschäftsführer des FFI. „Während der Pandemie mussten in kurzer Zeit große Mengen an zusätzlichen Faltschachteln vor allem für Lebensmittel und Hygieneprodukte, aber auch beispielsweise für Spiele und Heimwerker-Artikel zur Verfügung stehen.“

Faltschachtelindustrie offiziell systemrelevant

Die Bedeutung der Faltschachtelindustrie für die Versorgungssicherheit der Bevölkerung offiziell anerkannt: Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft bestätigte in den „Leitlinien Kritis Ernährung“ vom 27. März 2020, dass Unternehmen zur Herstellung von Verpackungen und Verpackungsmaterial samt ihren Zulieferbetrieben den kritischen – und somit den systemrelevanten – Unternehmen der Ernährungsindustrie gleichgestellt sind. Damit soll sichergestellt werden, dass auch die Lieferketten der Verpackungsindustrie geschützt und von möglichen Beschränkungen des grenzüberscheitenden Warenverkehrs ausgenommen sind.

Der FFI fordert, dass die Corona-Erfahrungen in die politische und gesellschaftliche Diskussion um Verpackungslösungen einfließen sollten. „Die Faltschachtel hat ihre Vorteile als verlässliche, sichere und vor allem nachhaltige Verpackung in der Pandemie einmal mehr bewiesen“, kommentiert Schiffers.

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