Trends und Herausforderungen

Kaffeeverpackungen zwischen Aromaschutz und PPWR

Steigende Rohkaffeepreise, neue Konsumgewohnheiten, höhere Preissensibilität und die PPWR: Die Kaffeebranche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Damit verbunden sind viele Fragen: Wie können die Effizienz in der Produktion verbessert, regulatorische Risiken gemindert und zugleich Anforderungen an den Markenauftritt erfüllt werden? Und nicht zuletzt: Welche aktuellen Trends beeinflussen den Markt?

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Der Trend geht klar Richtung ganze Bohne.

Mit diesen Fragen hat sich der Folienhersteller Südpack beschäftigt und wesentliche Entwicklungen im Kaffeemarkt analysiert.

Der Kaffeemarkt gehört zu den größten und stabilsten Lebensmittelmärkten weltweit. Mit rund 30 % des weltweiten Kaffeekonsums, einem geschätzten Marktwert für 2026 von ca. 56 Mrd. US-Dollar sowie einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von über 5 % ist Europa ein bedeutender Absatzmarkt. Mit 456.000 t Kaffee und einem Umsatz von knapp 9 Mrd. Euro (2025) nimmt Deutschland innerhalb Europas eine führende Position ein. Gleichzeitig verändert sich die Branche: von neuen Zielgruppen und Zielmärkten über unterschiedliche Kaffeezubereitungen bis hin zu veränderten Packungsgrößen.

Gemahlener Kaffee bleibt dabei ein bedeutendes Marktsegment, der Trend zur ganzen Bohne setzt sich allerdings fort. Steigende Kaffeepreise, volatile Rohwarenmärkte, der Klimawandel und die wachsende globale Nachfrage verstärken zugleich die Bedeutung von Premium- und Genussprodukten. Kaffee bleibt dennoch ein etabliertes Konsumgut in allen Gesellschaftsschichten.

Hinzu kommt der Trend zur Internationalisierung und Individualisierung: Große Röster suchen verstärkt Wachstum außerhalb ihrer angestammten Märkte. Einige setzen auf regionale Anpassungen, andere auf Sortenvielfalt, neue Kaffeemischungen oder Produktkategorien wie Coffee Concentrates, Ready-to-Drink-Konzepte sowie Functional Coffee, beispielsweise mit Kollagen oder erhöhtem Proteingehalt.

Trends bei der Verpackung

Zwar sind 1-kg-Gebinde für ganze Bohnen oder die klassische 500-g-Vakuumverpackung für gemahlenen Kaffee weiterhin verbreitet, aber auch kleinere Formate wie 250-g-Packungen gewinnen an Bedeutung. Punktuell nimmt zudem der Einsatz von MAP-Verpackungen (Modified Atmosphere Packaging, Verpacken unter Schutzatmosphäre) für gemahlenen Kaffee zu.

Der Kaffeekonsum ist in den vergangenen Jahren weitgehend stabil geblieben.

Eine Verschiebung lässt sich außerdem von gemahlenem Kaffee zu ganzen Bohnen feststellen. Ganze Bohnen gehören derzeit zu den besonders nachgefragten Segmenten im deutschen Markt. Dazu trägt die Verbreitung von Kaffeevollautomaten bei, die mittlerweile in etwa jedem dritten Haushalt stehen.

Flexible Verpackungskonzepte, schnelle Designwechsel, kleinere Produktionsauflagen, unterschiedliche Packungsgrößen und neue Preisstufen werden angesichts hoher Kaffeepreise und einer gleichzeitig verminderten Kaufkraft zu wichtigen Wettbewerbsfaktoren. Hinzu kommt die Bedeutung der Verpackung für die Markenpositionierung. Druckqualität, Haptiklacke sowie Matt- oder Glanzeffekte dienen dazu, Produkte im Regal zu differenzieren und insbesondere im Premiumsegment gestalterische Akzente zu setzen.

Für Folienhersteller wie Südpack bedeutet diese Entwicklung, dass Verpackungen veränderten Marktanforderungen gerecht werden und gleichzeitig den Produktschutz hinsichtlich Aroma, Frische und Haltbarkeit gewährleisten müssen.

Recyclingfähigkeit, Verarbeitung und Produktschutz

Getrieben durch die EU-Verpackungsverordnung PPWR beschäftigt sich die Branche zunehmend mit Alternativen zu klassischen Verbundstrukturen mit oder ohne Aluminiumanteil. Im Fokus stehen unter anderem Monomaterialkonzepte auf Basis von Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE), für die in vielen europäischen Ländern bereits Recyclingströme existieren.

Für Röster und Verpacker stellen sich dabei mehrere Fragen: Welche Folien lassen sich auf vorhandenen Anlagen effizient und mit hohem Durchsatz verarbeiten? Wie bleibt das Produkt ausreichend geschützt? Und wie können regulatorische und wirtschaftliche Risiken minimiert werden?

Die Barriereeigenschaften neuer Verpackungsmaterialien müssen sich dabei an der Schutzwirkung bisheriger Aluminiumverbundmaterialien messen lassen. Diese schützen die durch das Rösten entstehenden charakteristischen Aromen vor Sauerstoff, Licht und Feuchtigkeit und tragen damit zum Erhalt der Produktqualität bei.

Am meisten wird nach wie vor Filterkaffee getrunken.

PP-basierte Verpackungslösung für Kaffee

Ein Beispiel für ein recyclinggerecht gestaltetes Verpackungskonzept ist die Carbonlite-Produktfamilie von Südpack. Mit einem PP-basierten Flowpack bietet der Folienhersteller eine Verpackungslösung an, die nach Unternehmensangaben in vielen europäischen Ländern bestehenden Recyclingströmen zugeführt werden kann.

Der Mono-PP-Verbund ist nach Angaben von Südpack auf bestehenden vertikalen Schlauchbeutelmaschinen (VFFS) verarbeitbar und weist eine hohe Siegelnahtfestigkeit auf. Das Material kann mit Barrieren gegen Sauerstoff, Wasserdampf und UV-Strahlung ausgestattet werden. Zudem verfügt es laut Hersteller über eine hohe Steifigkeit, Durchstoßresistenz und Beständigkeit gegenüber bestimmten Stoffen wie Ölen. Auch PP-basierte Aromaschutzventile, über die das nach dem Rösten entstehende Kohlendioxid entweichen kann, lassen sich nach Unternehmensangaben integrieren.

Neben der Pure-PP-Folie bietet Südpack eine metallisierte Variante an, mit der sich auch metallische Effekte im Druckbild realisieren lassen. Die Materialien können im Flexo-, Tief- oder Digitaldruck bedruckt werden. Als weitere Option steht die von Südpack entwickelte SPQ-Drucktechnologie zur Verfügung. Sie basiert auf einem standardisierten Siebenfarben-Farbraum (7C) und definierten Prozessparametern. Nach Angaben des Unternehmens lassen sich damit der Farb- und Lösemittelverbrauch reduzieren und gleichbleibende Druckergebnisse erzielen.

CO2-Bilanz im Vergleich

In einem unternehmensinternen Screening hat Südpack verschiedene Kaffeeverpackungen hinsichtlich ihres CO2-Fußabdrucks verglichen. Demnach liegt der berechnete CO2-Fußabdruck einer 100 µm starken Carbonlite-Pure-PP-Folie um 43 % unter dem einer gleich starken PET/Aluminium/PE-Verbundfolie.

Die Berechnung erfolgte nach Unternehmensangaben mit einem Tool, das in Übereinstimmung mit den Normen ISO 14040 und ISO 14044 entwickelt wurde. Zugrunde liegt ein Cradle-to-Grave-Ansatz, der die Verpackung von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung betrachtet. Die Bedruckung und die Nutzungsphase wurden nicht berücksichtigt. Für die Entsorgungsphase wurde der deutsche Recyclingmix angesetzt.