Kartonverpackung „Bring mich zurück“

Die Kartonverpackung „Bring mich zurück“ mit funktionaler Banderole. (Bild: Wir.Kiste.Kreis)

Mit wenigen Mouse-Clicks von zu Hause aus bestellen und schon am nächsten Tag steht die Ware vor der Haustür. Der Onlinehandel boomt – und mit ihm das Aufkommen an Verpackungsmaterial. Fast die Hälfte des Papierverbrauchs von Deutschland entfällt mittlerweile auf Verpackungen. Der Energie- und Wasserverbrauch sowie der Kohlendioxid-Ausstoß zur Herstellung der Verpackungen ist erheblich, auch wenn kein anderes Land mehr Altpapier sammelt und es ressourcenschonend in den Papierkreislauf zurückführt. Vor der Sammlung steht für den Verbraucher stets die Frage: Wohin mit dem Verpackungskarton?

„Wir benötigen dringend eine nachhaltige Verpackungslösung für Verpackungen aus Karton,“ erklärt Rudolf Siegle, einer der Gründer des Start-ups. „Wir.Kiste.Kreis ist ein Unternehmen, das der heutigen Einwegverpackung im Onlinehandel eine nachhaltigere und günstigere Alternative bietet.“ Zugleich ist das Modell ein Beispiel für die Effektivität gemeinschaftlicher und nachhaltiger Geschäftsmodelle.

Über die Retail-App entscheidet die Sammelstelle, die Kiste selbst zu verwenden, zu sammeln oder zu entsorgen.
Über die Retail-App entscheidet die Sammelstelle, die Kiste selbst zu verwenden, zu sammeln oder zu entsorgen. (Bild: Wir.Kiste.Kreis)

Attraktivität der Kartonverpackung beibehalten

Das Konzept von Wir.Kiste.Kreis besteht aus zwei Komponenten, die funktional zusammenwirken, um die Attraktivität der Kisten bei mehrmaligem Gebrauch beizubehalten. Zum einen ist es die Kiste aus Karton, die in unterschiedlichen Größen erhältlich ist. Als zweite Komponente kommt eine darauf abgestimmte Banderole mit funktionalen Eigenschaften hinzu, die speziell für die Bedürfnisse von Wir.Kiste.Kreis entwickelt wurde und als Gebrauchsmuster geschützt ist.

Die Banderole verschließt die Kiste, trägt notwendige Informationen wie das Versandlabel und bietet Platz für ein individuelles Branding. Sie kann auch ein zweites Mal für Retouren verwendet werden und lässt sich rückstandslos entfernen.

Eine solche Kiste im Kreislauf eingesetzt, verringert bereits beim zweiten Umlauf den Energiebedarf und damit den Kohlendioxid-Ausstoß einer Verpackung um 25 %. Mit dem dritten, vierten und fünften Kreislauf sinkt der Wert um insgesamt 60 %.

Jeder Shop wird zur Rückgabestelle

Bei den ersten teilnehmenden Versendern besteht die Bereitschaft, die Rücknahme der Kisten in ihren eigenen Shops zu organisieren. Der Platzbedarf dafür ist gering und liegt unter einem Quadratmeter. Gesammelt werden die Kisten in Transportbehältern, die über eine App nachbestellt werden können. Prinzipiell ist die Rücknahme jedoch so einfach, dass sie überall, das heißt in jedem Einkaufscenter oder Paketshop erfolgen kann und auch für Unternehmen geeignet ist.

Kommen die leeren, zusammengefalteten Kisten in eine Rücknahmestelle, wird dort zunächst der rosa Barcode einer Kiste eingescannt. Mit dem Einscannen entscheidet die Rücknahmestelle, ob sie die Kiste selbst verwenden, in einen Transportbehälter sammeln oder entsorgen will. Kisten, die in Transportbehältern gesammelt werden, werden in den Kreislauf zurückgeführt und wiederverwendet. Der Anreiz für Shops zum Sammeln besteht darin, zum nachhaltigen Shop zu werden und gleichzeitig die Verpackungskosten zu reduzieren.

Wo liegt der Anreiz zur Rückgabe?

Um Konsumenten zur Rückgabe der Kisten zu motivieren, besteht die Möglichkeit, an einem Anreizsystem teilzunehmen. „Wir machen jede Rückgabe zu einer Überraschung“, beschreibt Siegle die Teilnahme an einem Inzentiv-System.

Um teilzunehmen, wird lediglich die Customer-App von Wir.Kiste:Kreis benötigt, mit der Konsumenten den rosa Barcode scannen und die Kiste anschließend zu einer Sammelstelle bringen können. So erhalten sie als Incentivierung die Möglichkeit, Wertgutscheine von teilnehmenden Onlinehändlern sowie nachhaltige Sachpreise zu gewinnen.

Grafik aufgewendete Ressource Energie und Kohlendioxid-Ausstoß
Mit jedem Kreislauf verringert sich die aufgewendete Ressource Energie und reduziert den Kohlendioxid-Ausstoß im Vergleich mit einer Einmalverpackung. (Bild: Wir.Kiste.Kreis)

Wie geht es weiter?

Das Start-up befindet sich in der ersten Phase und zielt darauf ab, mehr teilnehmende Versender zu gewinnen und die Rücknahmestellen in den Shops aufzubauen. Gleichzeitig wird die Bandbreite der Kistengrößen von zwei auf neun erweitert. Doch damit sind die Entwicklungsmöglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft, und das Team um Siegle arbeitet bereits an zahlreichen neuen Ideen, die die Attraktivität des Mehrwegsystems steigern und mithelfen, es noch attraktiver zu machen.

Über das Start-up

Wir.Kiste.Kreis wurde 2021 gegründet mit der Idee, ein Mehrwegsystem im Retailmarkt zu etablieren. Neben dem Logistiker und Produktdesigner Rudolf Siegle besteht das Gründerteam aus 10 Personen, die in Voll- oder Teilzeit das Projekt mitgestalten. Dazu zählen Verpackungs- und UX-Designer, Nachhaltigkeits-Experten und IT-Entwickler. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Pforzheim.

https://wirkistekreis.de

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