Keine zusätzliche Kaschierung erforderlich

Masterpress setzt auf Papier statt Verbundkunststoff

Hochbarriere trotz hohem Papieranteil: Masterpress produziert künftig Beutel mit mehr als 90 % Papieranteil und hoher Sauerstoff- und Wasserdampfbarriere. Eine neue Anlage ermöglicht zudem die Verarbeitung recyclingorientierter Monomaterialien.

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Die Produktion in Białystok.

Mit der Installation einer Beutelmaschine von Karlville Swiss an seinem Standort in Białystok erweitert die polnische Masterpress seine Fertigungsmöglichkeiten für flexible Verpackungen. Die im September 2026 in Betrieb genommene Anlage verarbeitet sowohl papierbasierte Materialien als auch einschichtige Kunststoffstrukturen. Das Unternehmen reagiert damit auf die steigende Nachfrage nach recyclingfähigen Verpackungslösungen im Zuge der EU-Verpackungsverordnung PPWR.

Papierbasierte Beutel mit hoher Barrierewirkung

Interessant ist ein neues Verpackungsmaterial mit einem Papieranteil von mehr als 90 Prozent und einem biobasierten Anteil von über 95 %. Es kommt ohne PFAS und Polyvinylidenchlorid (PVDC) aus und eignet sich laut Hersteller unter anderem für trockene Lebensmittel, Gewürze, Tiernahrung und Nahrungsergänzungsmittel.

Trotz des hohen Papieranteils erreicht das Material nach Unternehmensangaben hohe Barrierewerte. Die Sauerstofftransmissionsrate (OTR) liegt unter 1 cm3/(m2·d), die Wasserdampftransmissionsrate (WVTR) unter 1 g/(m2·d). Angaben zu den jeweiligen Prüfbedingungen enthält die Mitteilung nicht.

Auch bei der Recyclingfähigkeit verweist Masterpress auf positive Ergebnisse. Prüfungen nach der CEPI-Methode bestätigten die Recyclingfähigkeit in herkömmlichen Papierfabriken. Nach dem Prüfverfahren Aticelca 501 erreichte das Material die höchste Bewertungsstufe A. Allerdings beziehen sich diese Ergebnisse bislang ausschließlich auf das Ausgangsmaterial. Die Recyclingfähigkeit der fertig bedruckten Beutel wird derzeit noch geprüft.

Beutelproduktion ohne zusätzliche Kaschierung

Die neue Anlage ermöglicht es Masterpress, oberflächenbedruckte Papier- und Kunststoffmaterialien unmittelbar nach dem Druck zu Beuteln zu verarbeiten. Ein zusätzlicher Kaschier- oder Aushärtungsschritt entfällt. Damit sollen sich die Produktionsdurchlaufzeiten verkürzen.

Die Maschine verarbeitet neben papierbasierten Materialien auch Monomaterialstrukturen aus PE oder PP sowie konventionelle Verbunde. Produziert werden können Zwei- und Dreirandsiegelbeutel sowie Standbodenbeutel, jeweils mit oder ohne wiederverschließbaren Zipper.

Acht unabhängig gesteuerte Servomotoren regeln unter anderem Materialzuführung, Siegelung, Kühlung und Schneiden. Dadurch lässt sich die Bahnspannung an die unterschiedlichen Eigenschaften der Materialien anpassen. Rezeptgesteuerte Einstellungen und Schnellwechselsysteme sollen zudem kleine Pilotserien ebenso wirtschaftlich ermöglichen wie größere Produktionsmengen.