Jahresbericht 2025

„Mülltrennung wirkt“: Reichweite sinkt deutlich

Die Aufklärungsinitiative der dualen Systeme hat 2025 mehr als 1,8 Mrd. Medienkontakte erzielt. Im Vorjahr waren es noch mehr als 2,8 Mrd.. Während die klassische Mediakampagne deutlich an Reichweite verlor, legten Pressearbeit und Social Media zu. Zugleich setzt die Initiative verstärkt auf regionale Kampagnen gegen Fehlwürfe.

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Weiter eine Herausforderung: die Mülltrennung gerade auch im Haushalt.

Die Initiative „Mülltrennung wirkt“ hat ihren Jahresbericht 2025 veröffentlicht. Demnach erzielte die gemeinsame Aufklärungskampagne der dualen Systeme im vergangenen Jahr mehr als 1,8 Mrd. Kontakte über verschiedene Kommunikationskanäle. Das sind rund eine Milliarde weniger als der für 2024 ausgewiesene Wert von mehr als 2,8 Mrd. Kontakten. Auch 2023 hatte die Initiative mit mehr als 2,5 Mrd. Kontakten eine höhere Reichweite gemeldet. Die Zahlen sind allerdings nur eingeschränkt vergleichbar, da sich die eingesetzten Kommunikationsmaßnahmen von Jahr zu Jahr unterscheiden und die Angaben gerundete Untergrenzen darstellen.

Klassische Werbung verliert, Pressearbeit legt zu

Besonders deutlich fällt der Rückgang bei der klassischen Mediakampagne aus. Während die Initiative 2024 noch mehr als 838 Mio. Kontakte in diesem Bereich meldete, waren es 2025 lediglich mehr als 88 Mio.. Zum Einsatz kamen unter anderem Suchmaschinenwerbung, Native Advertorials und Onlinevideos.

In anderen Kommunikationskanälen entwickelte sich die Reichweite dagegen positiv. Die Presse- und Medienarbeit erreichte 2025 mehr als 1,54 Mrd. Kontakte, nach rund 1,14 Mrd. im Vorjahr. Auch die sozialen Medien legten zu: Hier stieg die ausgewiesene Reichweite von mehr als 32 auf mehr als 54 Mio. Kontakte.

Ein wesentlicher Unterschied zum Vorjahr liegt in den Kampagnenschwerpunkten. 2024 hatte die Initiative mit der bundesweiten Aktion „Deutschland trennt. Du auch?“ eine besonders reichweitenstarke Maßnahme umgesetzt. 2025 konzentrierte sie sich stärker auf gezielte Ansprache und regionale Aktivitäten.

Regionale Kampagne soll Fehlwürfe reduzieren

Seit September 2025 ergänzt eine regionale Informationskampagne die bundesweite Aufklärungsarbeit. Sie richtet sich insbesondere an Gebiete, in denen überdurchschnittlich viele Abfälle falsch in Gelben Tonnen und Gelben Säcken entsorgt werden. Ziel ist es, sowohl die erfassten Verpackungsmengen als auch die Sammelqualität zu verbessern.

Regionale Kampagnen unterstützen die Aufklärungsarbeit.

Dafür setzte die Initiative 4.464 Großflächenplakate sowie mehr als 2.250 weitere Außenwerbeträger ein. Hinzu kamen Onlinewerbung, Hörfunkbeiträge und Informationsmaterialien, die über regionale Wochenblätter und Flyer mehr als 1,4 Mio. Haushalte erreichten. Insgesamt weist der Jahresbericht für diese regionale Kampagne mehr als 200 Mio. Kontakte aus. Eine begleitende Internetseite wurde innerhalb eines Monats über 24.000-mal aufgerufen.

Junge Zielgruppen stärker im Fokus

Auch bei der Ansprache jüngerer Verbraucher setzt die Initiative auf neue Formate. Dazu gehören die Aktion „Verein(t) fürs Klima“, eine Zusammenarbeit mit Fußballprofi Nadiem Amiri sowie unterhaltsame Social-Media-Angebote wie die Sitcom „Trashianer“.

Daneben baute die Initiative ihre Bildungsangebote aus. Im Jahr 2025 wurden 17.016 Abfragen von Bildungsmaterialien registriert. Darunter waren mehr als 15.000 Downloads von Unterrichts- und Informationsmaterialien sowie 810 Bestellungen der sogenannten Trenn -Bär-Boxen für Kindergärten. Für weiterführende Schulen entwickelte die Initiative zusätzliche Unterrichtsmaterialien.

Fehlwürfe bleiben Herausforderung

Trotz der umfangreichen Aufklärungsarbeit besteht weiterhin erheblicher Handlungsbedarf. Laut Jahresbericht gehören etwa 30 % der Abfälle, die in Gelben Tonnen und Gelben Säcken gesammelt werden, nicht dort hinein. Zudem vertrauen lediglich 49 % der Bevölkerung darauf, dass die gesammelten Verpackungen anschließend tatsächlich sortiert und recycelt werden.

Die Initiative ihre Bildungsangebote ausgebaut, darunter mit Trenn-Bär-Boxen.

Für die Verpackungswirtschaft sind diese Ergebnisse relevant: Fehlwürfe erschweren die Sortierung und können die Qualität der gewonnenen Recyclingrohstoffe beeinträchtigen. Eine bessere Getrenntsammlung ist deshalb eine wichtige Voraussetzung dafür, gesetzliche Recyclingquoten zu erfüllen und hochwertige Rezyklate bereitzustellen.

Reichweite ist nicht gleich Recyclingwirkung

Die Bilanz zeigt, dass sich die Kommunikationsstrategie der Initiative verändert. Statt ausschließlich auf möglichst große bundesweite Reichweite zu setzen, rückt die gezielte Ansprache von Regionen mit besonders hohem Verbesserungspotenzial stärker in den Mittelpunkt.

Ob dieser Ansatz tatsächlich zu einer höheren Sammelqualität führt, bleibt jedoch offen. Der Jahresbericht dokumentiert vor allem Kommunikationsmaßnahmen und deren Reichweiten. Vergleichbare Vorher-Nachher-Erhebungen zur Entwicklung der Fehlwurfquoten oder zur Qualität der erfassten Verpackungsabfälle enthält er nicht.

Damit lässt sich aus den gemeldeten Milliardenkontakten nicht unmittelbar auf einen Erfolg bei der Mülltrennung schließen. Entscheidend für die weitere Bewertung der Kampagne wird sein, ob sich die intensivere regionale Aufklärung künftig auch in messbar besseren Sammelergebnissen niederschlägt.