Nachhaltigkeitsbilanz und neue Ziele

Schubert will Emissionen bis 2030 um 42 % senken

Der Verpackungsmaschinenhersteller hat seinen Nachhaltigkeitsbericht „Annual 2025“ veröffentlicht. Zu den wichtigsten Fortschritten zählen sinkende Emissionen trotz wachsender Unternehmensleistung, energieeffizientere Verpackungsmaschinen und neue Verpackungskonzepte. Bis 2030 will das Unternehmen seine Emissionen deutlich weiter reduzieren.

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Titelmotiv des Schubert-Nachhaltigkeitsberichs.

Der Verpackungsmaschinenhersteller Schubert zieht nach drei Jahren seines Nachhaltigkeitsprogramms „Mission Blue“ Bilanz. Das Programm bündelt die Aktivitäten in vier Handlungsfeldern: nachhaltige Unternehmensführung, klimafreundliche Produktion, umweltfreundliche Maschinen und Dienstleistungen sowie nachhaltige Verpackungen.

Einen Schwerpunkt bildet die Dekarbonisierung der eigenen Produktion. Nach Angaben des Unternehmens hat die Gerhard Schubert GmbH ihre Scope-1- und Scope-2-Emissionen innerhalb der vergangenen fünf Jahre um mehr als ein Drittel reduziert. Gleichzeitig stieg die Gesamtleistung im selben Zeitraum um 32 %.

Das zentrale Klimaziel reicht bis 2030: Gegenüber dem Basisjahr 2021 sollen die absoluten Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 42 % sinken. Dafür hat Schubert elf Energie- und Umweltziele definiert und mehr als 60 Maßnahmen in einem internen Dashboard zusammengeführt. Ein weiteres konkretes Ziel ist, den Stromverbrauch bis Ende 2028 gegenüber 2023 um 20 % zu reduzieren.

Neue Maschinengeneration soll Energieverbrauch senken

Auch bei den Verpackungsmaschinen will Schubert den Energiebedarf weiter verringern. Die auf der Interpack 2026 vorgestellte neue Maschinengeneration arbeitet mit einem dezentralen, schaltschranklosen Antriebssystem. Bremsenergie von Robotern kann über einen gemeinsamen DC-Zwischenkreis rekuperiert und von anderen Verbrauchern direkt genutzt werden. Hinzu kommt eine passive Luftkühlung, deren Energieverbrauch laut Schubert nahezu bei null liegt. Die konkreten Einsparungen der neuen Generation sollen nun im Betrieb ermittelt werden.

Das Headquarter in Crailsheim.

Bereits bei den aktuellen Anlagen setzt das Unternehmen unter anderem auf Motoren mit hoher Effizienzklasse, Rekuperation, das automatische Abschalten nicht benötigter Verbraucher und optimierte Roboterbewegungen. Schubert beziffert die Einsparungen durch seine Software „Schubert Motion“ auf 10 bis 20 % bei den Bewegungen der F2-Roboter. Leimfreies Aufrichten von Kartonagen könne den Energieverbrauch einer Gesamtmaschine um 9 % reduzieren, neue Leimgeräte benötigten 35 % weniger Energie.

Langfristig formuliert Schubert das Ziel noch weitergehend: Verpackungsmaschinen sollen über ihren gesamten Lebenszyklus möglichst klimafreundlich betrieben werden. Dabei sollen Energie- und Materialeffizienz, eine lange Nutzungsdauer, Ausschussvermeidung, flexible Maschinenkonzepte sowie digitale Services zusammenspielen.

Verpackungen stärker vom Produkt her denken

Ein weiteres Handlungsfeld ist die Entwicklung nachhaltigerer Verpackungen. Im Packaging Competence Center (PCC) arbeitet Schubert inzwischen mit einem Netzwerk von 19 Partnern zusammen, darunter Materialhersteller, Kunststoffverarbeiter, Fasergussanbieter, Universitäten und Technologieunternehmen. Ziel ist es, Verpackungsmaterialien und -konzepte gemeinsam zu testen und deren maschinelle Verarbeitung frühzeitig mitzuentwickeln.

Zu den Projekten gehören die leimfreien Dotlock-Kartonverpackungen, deren Verarbeitung derzeit weiter erprobt wird, sowie die Automatisierung der Mehrweg-Displaybox Redipack. Die recycelbare PP-Box kann laut Schubert bis zu 30-mal wiederverwendet werden und lässt sich mit einem speziell entwickelten Formatwerkzeug auf Schubert-Anlagen automatisch aufrichten.

Nachhaltigkeit bleibt Teil der Unternehmensstrategie

Neben Umwelt- und Verpackungsthemen zählt Schubert auch soziale Nachhaltigkeit zu „Mission Blue“. 86 % der Teilnehmer einer internen Befragung bewerteten ihren Arbeitsplatz zuletzt als „sehr gut“. Gleichzeitig wurde das Unternehmen 2025 Gesamtsieger beim „Lean & Green Management Award“.

Für die kommenden Jahre liegt der Schwerpunkt damit vor allem auf der weiteren Dekarbonisierung der Standorte, geringerem Energie- und Ressourcenverbrauch der Maschinen sowie Verpackungskonzepten, die sich mit möglichst wenig Material, hoher Recyclingfähigkeit oder Mehrweglösungen automatisiert verarbeiten lassen.