Metallkette

Blockchain-Technologie macht Lieferketten transparent und schützt vor Produktpiraterie. (Bild: Sashkin – stock.adobe.com)

Lebensmittel- und Getränkehersteller investieren viel Geld und Mühe in Verfahren, die gewährleisten, dass sichere Produkte auf den Markt kommen. Mithilfe der geregelten Qualitätsgarantien von Erzeugern und Verarbeitern mit ihren Qualitätssystemen und den kritischen Kontrollpunkten der Gefahrenanalyse (HACCP) können Verbraucher Produkte mit der Gewissheit verzehren, dass sie sicher sind. Marken oder Firmennamen sind ein Qualitätsversprechen mit dem übergeordneten Auftrag, jeden Verbraucher vor Schaden zu bewahren.
Doch manchmal versagen auch die besten Systeme. Aufgrund der zunehmenden Komplexität der Lieferkette wird es immer schwieriger, das Risiko einer Produktfälschung, Verunreinigung oder falschen Warenkennzeichnung zu verringern oder auszuschließen. Mehrere Sicherheitssysteme halten die meisten Vorfälle in Schach, doch die Beteiligten brauchen einen ganzheitlichen Blick auf die Lieferkette, um Verbraucher und Marken zu schützen.

Track & Trace ist hier ein Lösungsansatz, der vielseitig angewendet werden kann. Während es überwiegend in Verbindung mit Fälschungssicherheit gebracht wird, kann es ebenfalls helfen, interne Prozesse transparenter zu machen und ermöglicht einen ganzheitlichen Blick auf die gesamte Lieferkette.

Frau scannt mit dem Smartphone Produkt im Supermarkt.
Via Properties lassen sich neben der Lieferkette auch weitere Informationen für den Verbraucher hinterlegen. (Bild: Kube – stock.adobe.com)

Fälschungssicherheit für Lebensmittel

Die Zahl an gefälschten Lebensmitteln nimmt stetig zu, gerade im Hochpreissegment sind Fälscher aktiv und kopieren jedes Detail des Produktes samt dem Markennamen. Dies kann enorme Schäden der Marke zur Folge haben.

In einer von Red Points durchgeführten Studie in 2021 haben 39 % der Befragten angegeben, dass sie Marken mit gefälschten Produkten nicht mehr vertrauen. 44 % der Befragten denken, dass sie in den letzten zwölf Monaten gefälschte Lebensmittel gekauft haben, und 58 % der Kunden sind der Meinung, dass Marken mehr tun müssen, um die Verbraucher vor gefälschten Lebensmitteln zu schützen. Unternehmen müssen wirksam bei dem Verdacht auf Fälschungen ihrer Produkte reagieren, andernfalls wird es schwierig, das verlorene Vertrauen ihrer Kunden wiederzugewinnen.

Eine Lösung ist die Kennzeichnung jedes Produktes anhand einer fälschungssicheren Seriennummer, welche nicht vorhergesagt werden kann. Der Einsatz eines sogenannten „Global Serial Number Repository“ wie SAP Corporate Serialization hilft, große Mengen an Seriennummern für das gesamte globale Unternehmen zu verwalten. SAP Corporate Serialization wird zum „Single Point of Truth“, der jedes einzelne Produkt authentifizieren kann. Diese zusätzliche Sicherheitsebene kann sogar der Endverbraucher nutzen, was wiederum zu einer enormen Steigerung der Zufriedenheit und des Vertrauens führt.

Optimierung des Recall-Managements

Durchschnittlich kostet der Rückruf eines Lebensmittelherstellers zehn Millionen Euro an direkten Kosten – mögliche Markenschäden oder Umsatzeinbußen sind in dieser Zahl noch nicht berücksichtigt. Einige Rückrufaktionen können nicht nur zu einem Vertrauensverlust bei den Verbrauchern führen, sondern aufgrund der späten Ankündigung und der langsamen Reaktionszeit auch Todesfälle zur Folge haben. Mit Serialisierungsssoftware für Lebensmittelproduzenten und -hersteller können Unternehmen eine weitere Schutzschicht hinzufügen.

Mit Track & Trace-Software lassen sich diverse weitere Produktdaten zu der jeweiligen Seriennummer verknüpfen. Werden zudem Batch-Nummern verknüpft, ist exakt nachzuvollziehen, welcher Batch in welchem einzelnen Produkt verarbeitet wurde. Dies ermöglicht das schnelle Agieren für einen gezielten Rückruf. Möchte ein Hersteller dies noch feiner haben, so hilft SAP Global Batch Traceability (GBT). Damit lassen sich einzelne Kastenwaren-Bewegungen tracken, was ein Maximum an Transparenz der internen Prozesse und Warenbewegungen ermöglicht.

Wird ein Digital Manufacturing System wie SAP Digital Manufacturing Cloud (DMC) mit dem Track & Trace-System verknüpft, ist damit bereits ein Digital Twin erstellt. Prozessdaten wie Temperaturen, Geschwindigkeiten bestimmte Maschinenparameter oder Lagerorte kann der Anwender für jedes einzelne Produkt hinterlegen. Durch das Eingeben der Seriennummer des Produktes sind diese Daten jederzeit abrufbereit. Dies erleichtert die Ursachenanalyse und ermöglicht eine Vereinfachung im Qualitätsmanagement bei gleichzeitiger Erhöhung der Transparenz für interne Prozesse, was neues Optimierungspotenzial schafft.

Farm-to-fork-Lieferkettentransparenz

Farm-to-fork ist gleichzusetzen mit der gesamten Transparenz über N-Tier-Supplier, also über das gesamte Lieferantennetzwerk, hinweg. Dies wird mit einer Blockchain-Lösung wie SAP Logistics Business Network Material Traceability (LBN MT) ermöglicht. Beispielsweise wird der Rohstoff bereits ab der Farm und durch jede Vorproduktion verfolgt. Jede Station schreibt dabei in die Blockchain und erzeugt dadurch eine fälschungssichere Rückverfolgung der Rohstoffe. Durch sogenannte Properties ist es möglich, zusätzliche Daten wie Zertifikate oder Nachhaltigkeitswerte wie Wasserverbrauch oder CO2-Emissionen zu hinterlegen. Auch für das im Jahr 2023 in Kraft tretende Lieferkettenschutzgesetz hilft diese Lösung, konform und innerhalb von Sekunden an die zuständige Behörde zu berichten.

Durch das Erreichen des holistischen Blicks auf das Zulieferernetzwerk lassen sich schnell Informationen über Kontaminationen feststellen. Berichtet jemand im Netzwerk über eine Kontamination, so wird automatisch jeder Teilnehmer im Netzwerk informiert und der Hersteller kann sofortige Maßnahmen ergreifen, bevor die Kontamination weiterverarbeitet wird. Dies ermöglicht auch eine schnelle Kommunikation an die Endverbraucher.

Noch mehr Transparenz über die Lieferwege ermöglicht SAP Logistics Business Network Global Track and Trace (LBN GTT). Durch die Integration von Live-Geodaten können Unternehmen nahezu in Echtzeit die Bewegungen von Schiffscontainern und Landtransporten verfolgen und werden automatisch informiert, wenn ein Problem auf dem Lieferweg auftritt. Zusätzlich kann das System automatische Nachrichten mit der Information über Lieferverzögerungen versenden. Dies erhöht die Kundenzufriedenheit und spart interne Ressourcen, da volle Transparenz darüber herrscht, wo sich welche Lieferung derzeit befindet.

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