Veredelungstechnologien im Spannungsfeld von Design und Regulierung

Dekorative Effekte und Materialeinsatz werden stärker zusammen gedacht

Veredelungsverfahren müssen zunehmend Anforderungen an Recyclingfähigkeit und Materialeinsatz berücksichtigen. Gleichzeitig bleibt die visuelle Differenzierung von Verpackungen ein zentrales Gestaltungsmerkmal.

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Diffraktive Veredelung mit metallischen Effekten: Die Technologie erzeugt durch mikrostrukturierte Oberflächen eine hohe optische Tiefe und sich verändernde Lichtreflexionen. Je nach Betrachtungswinkel entstehen dynamische Muster, die zur visuellen Differenzierung von Verpackungen beitragen, ohne zusätzliche Materialschichten aufzubauen.

Dekorative Veredelung ist ein fester Bestandteil vieler Verpackungskonzepte. Mit steigenden regulatorischen Anforderungen rücken jedoch Materialeinsatz und Kreislauffähigkeit stärker in den Fokus. Leonhard Kurz greift diese Entwicklung auf und stellt zur Interpack 2026 entsprechende Technologien vor.

Verfahren wie Heißprägen, Kalttransfer oder digitale Veredelung werden dabei nicht mehr ausschließlich unter gestalterischen Gesichtspunkten betrachtet, sondern zunehmend im Zusammenspiel mit Materialstrukturen und Recyclingprozessen bewertet. Ziel ist es, optische Effekte mit möglichst geringem Einfluss auf die Wiederverwertbarkeit der Verpackung zu kombinieren.

Im Bereich der dekorativen Effekte kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz. Diffraktive Oberflächenstrukturen, wie sie etwa mit Silver Line realisiert werden, ermöglichen visuelle Tiefeneffekte und winkelabhängige Lichtreflexionen. Transparente Veredelungen wie Lumafin erzeugen gezielte Schichtwirkungen mit Hinterglaseffekt. Metallisierte Beschichtungen auf Basis von Luxor und Alufin ermöglichen variable Farbgebungen und unterstützen die visuelle Differenzierung von Verpackungen im Regal.

Parallel dazu gewinnen materialreduzierende Ansätze an Bedeutung. Dünnere Trägersysteme können den Einsatz von Kunststoffen verringern, während Rücknahme- und Recyclingkonzepte darauf abzielen, eingesetzte Materialien wieder in den Kreislauf zu überführen. Solche Ansätze adressieren die Herausforderung, funktionale und dekorative Anforderungen mit regulatorischen Vorgaben in Einklang zu bringen. Neben klassischen Verfahren werden auch digitale Veredelungs- und Drucksysteme weiterentwickelt. Modulare Anlagenkonzepte und kurze Rüstzeiten ermöglichen eine flexiblere Produktion, insbesondere bei kleineren Losgrößen und variantenreichen Verpackungen.

Interpack 2026
Halle 8a, Stand C49