Flexible Automatisierung für dynamische Produktionsumgebungen
Omron: Daten und Robotik im Fokus
Auf der Interpack präsentiert Omron Lösungen für die automatisierte Produktion und Intralogistik. Ein Highlight des Messeauftritts ist der autonome mobile Roboter OL-450S. Ergänzt wird die Präsentation durch Lösungen aus den Bereichen Steuerungstechnik, Bildverarbeitung und Datenmanagement. Der Fokus liegt dabei auf der Frage, wie sich Produktionsprozesse effizienter, transparenter und flexibler gestalten lassen.
Benjamin Papst, Regional Marketing Manager bei Omron.
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In vielen Verpackungs- und Produktionsanlagen wächst der
Bedarf an automatisiertem Materialtransport – allerdings ohne tiefgreifende
Eingriffe in bestehende Layouts oder laufende Prozesse. Genau hier setzt der
OL-450S an. Der autonome mobile Roboter übernimmt den Transport auf vorhandenen
Transportwagen und lässt sich auch in bestehende Anlagen integrieren, ohne dass
umfangreiche Anpassungen erforderlich sind. Selbst bei engen
Platzverhältnissen, begrenzten Durchfahrtshöhen oder wechselnden Bodenbedingungen
soll das System zuverlässig arbeiten.
Auf dem Messestand demonstriert Omron den OL-450S mit einer
vollständig integrierten VHV5-Kamera. Diese ermöglicht die Erkennung und
Identifikation von QR- und Barcodes direkt während des Fahrbetriebs. Dadurch
lassen sich Materialflüsse präziser steuern und
Rückverfolgbarkeitsanforderungen einfacher umsetzen.
Darüber hinaus hat Omron das Portfolio des OL-450S
erweitert. Der mobile Roboter ist nun in unterschiedlichen Aufbauvarianten
verfügbar – wahlweise ohne Mast, mit niedrigem Mast oder mit hohem Mast. Für
besonders dynamische Produktionsumgebungen bietet Omron zusätzlich ein
Turm-Modul an. Dieses positioniert den Lokalisierungslaser oberhalb typischer
Hindernisse und sorgt damit auch bei häufig wechselnden Layouts oder variablen
Bereitstellflächen für eine stabile Navigation.
Steuerungstechnik, Bildverarbeitung und Datenmanagement
Der OL-450S ist jedoch nur ein Teil der Messepräsentation.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Themen Steuerungstechnik,
Bildverarbeitung und Datenmanagement. Gerade im Bereich der Bildverarbeitung
beobachtet Omron eine anhaltend hohe Nachfrage. Benjamin Papst, Regional
Marketing Manager bei Omron, ordnet die Entwicklung allerdings differenziert
ein: „Ich würde jetzt nicht sagen, dass die Bildverarbeitung deutlich stärker
wächst als andere Bereiche. Die Nachfrage ist insgesamt sehr hoch – sowohl bei Bildverarbeitung
als auch bei Steuerungstechnik oder Robotik. Der Qualitätsanspruch steigt
kontinuierlich, deshalb beschäftigen sich viele Unternehmen intensiv mit diesen
Technologien.“
Besonders stark sei derzeit das Interesse an Daten und deren
Nutzung in der Produktion. Laut Papst suchen viele Unternehmen nach konkreten
Anwendungsbeispielen und belastbaren Erfahrungswerten. „Viele fragen sich: Wer
hat das schon umgesetzt? Was hat es gebracht? Wie hoch ist die tatsächliche
Effizienzsteigerung?“, erklärt er. Deshalb würden zahlreiche Unternehmen
zunächst Pilotprojekte starten oder Testaufbauten realisieren, um praktische
Erfahrungen zu sammeln.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Aggregation und
Auswertung von Produktionsdaten. Omron hat hierfür eine Steuerung entwickelt,
die Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammenführt und an übergeordnete
Leitsysteme übergibt. Der eigentliche Mehrwert entstehe jedoch erst durch die
Analyse dieser Informationen. „Der nächste Schritt ist die Frage: Was mache ich
mit den Daten? Welche Daten brauche ich überhaupt und was möchte ich am Ende
verbessern?“, sagt Papst.
Neue Anforderungen an Sensorik und Infrastruktur
Daraus ergeben sich neue Anforderungen an Sensorik und
Infrastruktur. Omron unterstützt Kunden deshalb zunehmend auch bei der
Entwicklung datenbasierter Analytik- und Servicekonzepte. Gemeinsam mit
Maschinenbauern oder Produktionsunternehmen werde analysiert, welche
Informationen tatsächlich relevant sind und welche Hardware dafür benötigt
wird.
„Wir kommen aus der Hardware-Ebene und können die passenden
Puzzle-Bausteine zusammenstellen“, erläutert Papst. Dazu gehörten
beispielsweise Sensoren mit IO-Link-Schnittstellen oder Komponenten, die
Lifecycle-Daten bereitstellen. So lasse sich etwa erkennen, wie alt eine
Komponente ist oder wann sich Wartungsbedarf abzeichnet. Ebenso könnten Daten
zum Durchsatz oder zur tatsächlichen Auslastung einer Anlage erfasst werden.
Für Omron ist die Verknüpfung von Automatisierung,
Datentransparenz und intelligenter Analyse ein zentraler Entwicklungsschritt
moderner Produktionssysteme. Die Interpack dient dabei als Plattform, um
konkrete Anwendungen zu demonstrieren und mit Anwendern über praktische
Einsatzszenarien zu sprechen. Gerade in der Verpackungsindustrie steige der
Bedarf an flexiblen, datengetriebenen Lösungen, die sich ohne großen
Integrationsaufwand in bestehende Produktionsumgebungen einfügen lassen.