Projekt für interoperable Pharmadaten

Bayer und Packaging Valley machen gemeinsame Sache

Packaging Valley Germany e. V. und Bayer haben das Branchenprojekt „Datenökonomie Pharma“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, eine gemeinsame Datensprache zwischen Maschinen, Automatisierung und IT Systemen zu etablieren und damit die Grundlage für effiziente Produktion, digitale Services und nachhaltige Wertschöpfung zu schaffen.

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Ausgangspunkt des Projekts war ein Workshop.

Hintergrund des Projekts sind die besonderen Anforderungen der Pharmaindustrie an Maschinen, Prozesse und Daten. Lange Qualifizierungs- und Validierungszeiten, heterogene Anlagenlandschaften sowie unterschiedlich umgesetzte Standards erschweren bislang eine durchgängige Digitalisierung. Gleichzeitig führen Mikrostörungen und fehlende Transparenz bei Anlagendaten zu Effizienzverlusten. Nach Ansicht der Projektpartner reichen isolierte Einzellösungen dafür nicht aus – gefragt seien offene Standards und eine enge Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette.

Ausgangspunkt des Projekts war ein Workshop im Oktober 2025 bei Bayer. Dort entwickelten pharmazeutische Endanwender gemeinsam mit Maschinenbau-, Automatisierungs- und Softwareunternehmen ein Zielbild für ein homogenes Datenmanagement in der Pharmaproduktion. Verpackungsanlagen sollen künftig über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg von neuen Sensortechnologien, Datenanalysen, Künstlicher Intelligenz und Anwendungen wie Predictive Maintenance profitieren – bei möglichst geringem zusätzlichem Qualifizierungsaufwand.

Inzwischen beteiligen sich 14 Unternehmen an dem branchenübergreifenden Projekt. Neben Anlagenbetreibern wie Bayer, Merck und Boehringer Ingelheim bringen Maschinen- und Anlagenbauer sowie Technologieanbieter ihre Expertise ein. Die Arbeiten erfolgen in mehreren Arbeitsgruppen, die unter anderem Anwenderanforderungen definieren, bestehende Standards analysieren und eine Pilotanlage vorbereiten. Erste prototypische Implementierungen sind für Herbst 2026 vorgesehen, eine funktionsfähige Pilotanlage soll bis Sommer 2027 entstehen.

Einen zentralen Ansatz sehen die Projektpartner darin, keine neuen Standards zu entwickeln. Stattdessen sollen bestehende Technologien und Konzepte wie Asset Administration Shell (AAS), OPC UA, PackML, MTP, NOA oder IEC 61499 kombiniert werden. Ziel ist ein praxisnaher „Metastandard“, der Daten interoperabel und wirtschaftlich nutzbar macht sowie Datensilos und Implementierungsaufwände reduziert.