Schwieriges Investitionsklima sowie Wettbewerbs- und Preisdruck
Mosca plant Transformation mit Stellenabbau in Deutschland
Der Umreifungsspezialist stellt seine deutschen Standorte neu aufund will bis zu 150 Stellen in Deutschland abbauen. Ziel der Maßnahmen ist es nach Unternehmensangaben, Mosca strukturell so auszurichten, dass der Maschinenbauer wieder verlässlicher planen und aus eigener Kraft profitabel wirtschaften kann.
Seit 1990 ist der Stammsitz von Mosca in Waldbrunn.
Mosca
Hintergrund seien tiefgreifende Veränderungen im
Marktumfeld sowie in den Rahmenbedingungen für den deutschen Maschinenbau.
Mosca verweist auf ein schwächeres und zugleich deutlich volatileres
Investitionsklima, zunehmenden internationalen Wettbewerbs- und Preisdruck
sowie geopolitische Unsicherheiten. Diese beeinflussten Lieferketten,
Kostenstrukturen und Investitionsentscheidungen der Kunden. Hinzu kämen hohe
Standortkosten in Deutschland sowie wachsende regulatorische Anforderungen. Auch das Kundenverhalten habe sich verändert.
Investitionen würden stärker am Abschreibungszeitraum und an kurzfristigen
Effizienzgewinnen ausgerichtet. Für Mosca erhöht dies nach eigenen Angaben den
Anpassungsdruck auf Strukturen, Fixkosten und Komplexität.
Liquiditätssicherung als Teil der Transformation
Geschäftsführung und betriebliche Gremien haben sich nach
Unternehmensangaben bereits auf Maßnahmen zur Liquiditätssicherung verständigt.
Vereinbarte Vergütungsbestandteile und Zusatzleistungen sollen demnach nicht
gestrichen, sondern zeitlich verschoben werden. Weitere Regelungen sollen in
den zuständigen Gremien gesondert verhandelt werden.
Die Gesellschafter hätten Mosca in den vergangenen
Monaten bereits finanziell signifikant unterstützt. Die Geschäftsführung betont
jedoch, dass eine dauerhafte Abhängigkeit von externem Kapital keine tragfähige
Lösung sei. Die Transformation soll deshalb dazu beitragen, das Unternehmen
strukturell robuster und nachhaltig wettbewerbsfähig aufzustellen. „Mosca steht für Verlässlichkeit – und genau dieser
Anspruch leitet uns auch in dieser Situation. Deshalb richten wir das
Unternehmen jetzt strukturell neu aus, um aus eigener Kraft profitabel zu
werden und unseren Mitarbeitenden, Kunden, Lieferanten und Partnern auch in
Zukunft diese Verlässlichkeit bieten zu können“, sagt Alfred Kugler,
Geschäftsführer von Mosca.
Bis zu 150 Stellen in Deutschland betroffen
Teil der geplanten Neuausrichtung ist der Abbau von bis
zu 150 Stellen an den deutschen Standorten. Die Beschäftigten wurden laut Mosca
im Rahmen einer Betriebsversammlung durch Geschäftsführung und betriebliche
Gremien informiert. Das Unternehmen will nun mit den betrieblichen Gremien in
Verhandlungen über den geplanten Stellenabbau eintreten. Mosca betont, der Prozess solle „so fair und
verantwortungsvoll wie möglich“ gestaltet werden. Derzeit befinde man sich
gemeinsam in einer Analysephase, um eine belastbare Grundlage für die weiteren
Schritte des Transformationsprozesses zu erarbeiten. Bis zum 1. Juli 2026 soll
es keine betriebsbedingten Kündigungen geben.
Internationale Ausrichtung soll gestärkt werden
Nach Angaben des Unternehmens soll die Transformation
nicht nur zur kurzfristigen Stabilisierung beitragen, sondern auch die
internationale Ausrichtung der Gruppe langfristig absichern. Mosca ist im
Bereich End-of-Line-Systeme für Transportverpackungen tätig. Zum Portfolio
gehören Umreifungsmaschinen, Stretchwickler sowie zugehöriges
Verbrauchsmaterial. Umreifungsbänder aus Materialien wie PP oder PET, zunehmend
mit Recyclinganteilen, produziert das Unternehmen unter anderem in Deutschland,
Malaysia und Amerika.
Über Mosca
Mosca wurde 1966 in Hilden bei Düsseldorf gegründet und
hat seinen Stammsitz seit 1990 in Waldbrunn. Das Familienunternehmen ist heute
mit 31 Tochtergesellschaften und 27 Niederlassungen in 19 Ländern vertreten.
Produziert wird an sechs Standorten in Deutschland, Malaysia, Kanada, Spanien
und den USA. Insgesamt beschäftigt Mosca mehr als 1.400 Mitarbeitende.