Schwächere Nachfrage hat Folgen

Ardagh schließt Glaswerk in Germersheim

Das Werk im rheinland-pfälzischen Germersheim will Ardagh Glass Packaging im dritten Quartal 2026 schließen. Der Verpackungshersteller begründet die Entscheidung mit den Marktbedingungen und ordnet sie in die laufende Transformation seines Glasverpackungsgeschäfts ein.

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Im Germersheimer Werk werden überwiegend Glasflaschen hergestellt.

Die Schließung des Standorts bestätigte die Ardagh Group im Rahmen der Veröffentlichung ihrer Ergebnisse für das zweite Quartal 2026. Nach Angaben des Unternehmens sollen die Produktionskapazitäten stärker an die aktuelle Marktnachfrage angepasst werden. Das Deutschlandgeschäft wird über die Ardagh Glass GmbH mit Sitz in Nienburg geführt.

Rund 260 Beschäftigte betroffen

Ardagh betreibt unter der Ardagh Glass GmbH derzeit acht Glaswerke in Deutschland. Im Werk Germersheim, das seit 1971 besteht, werden täglich knapp zwei Millionen Glasbehälter hergestellt, vor allem Getränkeflaschen. Rund 260 Mitarbeiter sind an dem Standort beschäftigt.

Hintergrund der Kapazitätsanpassungen ist nach Angaben des Konzerns unter anderem eine schwächere Nachfrage in Teilen des europäischen Markts für Glasverpackungen. Zwar stieg der Absatz von Ardagh Glass Packaging in Europa im zweiten Quartal um 3 Prozent. Wachstum verzeichnete das Unternehmen insbesondere bei Verpackungen für Spirituosen und Lebensmittel, während die Mengen bei Wein und Schaumwein zurückgingen. In Deutschland hat Ardagh deshalb bereits Maßnahmen zur Reduzierung seiner Produktionskapazitäten eingeleitet.

Ardagh Glass Packaging

Ardagh Glass Packaging betreibt weltweit 35 Werke, davon 19 in Europa, neun in den USA und sieben in Afrika. Die Sparte beschäftigt rund 12.500 Menschen und erzielte 2025 einen Umsatz von 4,1 Milliarden US-Dollar.

Ergebnis im Europageschäft unter Druck

Der Umsatz von Ardagh Glass Packaging Europe & Africa erhöhte sich im zweiten Quartal 2026 von 638 Millionen auf 698 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig sank das bereinigte Ebitda von 127 Millionen auf 114 Millionen US-Dollar. Die entsprechende Marge ging von 19,9 auf 16,3 Prozent zurück. Als weitere Belastungsfaktoren nennt Ardagh gestiegene Input- und Betriebskosten sowie Effekte aus der Anpassung der Lagerbestände.

Die Schließung in Germersheim ist Bestandteil der Transformationsstrategie „Clearly Ardagh“. Damit will der Konzern nach eigenen Angaben sein Produktionsnetzwerk weiterentwickeln und die Kapazitäten enger an der Nachfrage ausrichten. Weitere Schwerpunkte sind Effizienzsteigerungen, eine bessere operative Leistung und die Weiterentwicklung der Kundenbeziehungen.

Bereits Anfang 2025 wurde das deutsche Glaswerk in Drebkau geschlossen. Damals gingen rund 160 Arbeitsplätze verloren.