Im Rahmen der Dekarbonisierungsstrategie

Ardagh setzt in Obernkirchen auf elektrische Wärmepumpen

Der Glasproduzent Ardagh Glass Packaging-Europe (AGP-Europe) investiert in die Dekarbonisierung seines Werks im niedersächsischen Obernkirchen. Gemeinsam mit der Rheinenergie-Tochter Next Energy Solutions errichtet das Unternehmen ein neues, strombetriebenes Wärmeversorgungssystem, das künftig die bisherige gasbasierte Lösung ersetzen soll.

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Die Wärmeversorgung soll komplett auf elektrische Wärmepumpentechnik umgestellt werden.

Kern der Anlage sind zwei Ammoniak-Wärmepumpen sowie ein neues Heißwasser- und Abwärmerückgewinnungssystem mit einer thermischen Gesamtleistung von rund 3,5 MW. Die Bau- und Installationsarbeiten laufen bereits. Die Inbetriebnahme ist für November 2026 vorgesehen.

Mit dem Projekt vollzieht Ardagh einen weiteren Schritt bei der Umstellung seiner Energieversorgung. Bisher wurde das Werk über Dampf beheizt, der aus den heißen Rauchgasen eines konventionellen Schmelzofens gewonnen wurde. Nach der Installation des unternehmenseigenen Nextgen Furnace soll die Wärmeversorgung nun vollständig auf elektrische Wärmepumpentechnik umgestellt werden.

Zusätzlich setzt das Unternehmen auf eine effizientere Nutzung von Prozesswärme. So wird künftig die warme Abluft aus vier Kühlöfen zur Flaschenvergütung (Annealing Lehrs) zurückgewonnen und in den Verpackungsbereich geleitet.

„Die Entscheidung für das Wärmepumpensystem entspricht unserem Anspruch, den Standort Obernkirchen so nachhaltig wie möglich zu gestalten“, erklärt Andreas Kehne, Werksleiter von AGP Obernkirchen. Der Wechsel von Gas zu Strom sei zwar technisch anspruchsvoller, unterstütze jedoch die langfristigen Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens.

Nach Angaben von Ardagh ergänzt das neue Wärmekonzept den Nextgen-Schmelzofen, der mit erneuerbarem Strom betrieben wird und die CO2-Emissionen bei der Glasherstellung reduzieren soll. Die Investition ist Teil der europäischen Dekarbonisierungsstrategie des Verpackungsherstellers und soll den Übergang zu einer nachhaltigeren Produktion von Glasverpackungen beschleunigen.