VDMA-Konjunkturmeldung zum ersten Halbjahr 2026

Verhaltene Nachfrage bei Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen

Der Auftragseingang im VDMA-Fachzweig Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen lag im Juni 2026 real um 4 % unter dem Vorjahreswert. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete die Branche einen Bestellrückgang von 8 % – damit entwickelte sich die Nachfrage schlechter als im Maschinenbau insgesamt, der ein Auftragsplus von 5 % verbuchen konnte.

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Nach einem Rekordjahr schlossen der Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinenbau die erste Jahreshälfte 2026 mit einem ernüchternden Ergebnis ab.
Nach einem Rekordjahr schlossen der Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinenbau die erste Jahreshälfte 2026 mit einem ernüchternden Ergebnis ab.

Nach einem Rekordjahr 2025 mit einem Produktionsanstieg im Fachzweig Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen von nominal 5 % auf knapp 17 Mrd. Euro und einem stabilen Auftragseingang, ist das laufende Jahr 2026 von einer deutlich volatileren Nachfrage geprägt. Dabei zeigen die beiden Teilbranchen sehr unterschiedliche Entwicklungen.

Im heterogenen Nahrungsmittelmaschinenbau fehlten im ersten Halbjahr 2026 insbesondere die Aufträge aus dem Inland. Die Bestellungen gingen hier um 18 % zurück. Die Auslandsnachfrage blieb dagegen insgesamt stabil. Zuwächse aus den Euro-Partner-Ländern von 14 % konnten einen Rückgang von 5 % aus den Nicht-Euro-Ländern ausgleichen.

Insgesamt verzeichnete der Nahrungsmittelmaschinenbau in den ersten sechs Monaten des Jahres ein Minus von 3 %.

Starker Zuwachs im Inland, schwache Nachfrage im Ausland

Bei Verpackungsmaschinen (ohne Berücksichtigung von Getränkeabfüllmaschinen) zeigt sich ein gegenläufiges Bild: Die Inlandsbestellungen stiegen im ersten Halbjahr um 40 %. Ausschlaggebend hierfür waren einzelne Großprojekte, die das Ergebnis deutlich beeinflussten. Aus dem Ausland gingen dagegen 16 % weniger Aufträge ein. Besonders schwach entwickelte sich die Nachfrage aus den Euro-Partner-Ländern mit einem Rückgang von 40 %, während die Auftragseingänge aus den Nicht-Euro-Ländern um 8 % sanken.

Ein Teil der hohen Minusrate geht auf Basiseffekte zurück. Darüber hinaus wirkten Unsicherheiten im Zusammenhang mit der europäischen Verpackungsverordnung PPWR (Plastic and Plastic Waste Regulation) bremsend auf Investitionsentscheidungen.

Unter dem Strich verzeichneten die Verpackungsmaschinenhersteller im ersten Halbjahr 2026 einen Rückgang des Auftragseingangs um 8 %.

Globale Krisen, hohe Energiekosten und Reformdruck

Die Konjunkturlage ist zur Jahresmitte weiterhin von Verunsicherungen durch die globalen Krisen geprägt. Positive Impulse aus vormals stabilen Marktregionen wie dem Nahen Mittleren Osten bleiben infolge des anhaltenden Iran-Konflikts aus. Gleichzeitig belastet die US-Zollpolitik die Investitionsbereitschaft im wichtigsten Auslandsmarkt der Branche.

Am Standort Deutschland und Europa besteht weiterhin erheblicher Reformbedarf, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken.

Hohe Energiepreise belasten zudem die Lebensmittelindustrien weltweit. Da steigende Produktionskosten häufig nur begrenzt an die Verbraucher weitergegeben werden können, geraten Margen und Liquidität unter Druck. Dies schmälert die Investitionsspielräume der Unternehmen und wirkt investitionshemmend.

Gleichzeitig steigt durch hohe Energiepreise der Anreiz in energieeffiziente und automatisierte Prozess- und Verpackungsanlagen zu investieren. Zusätzliche Impulse erwarten die Branchenunternehmen mittelfristig von den Freihandelsabkommen insbesondere mit den Mercosur-Staaten und Indien sowie von den Lebensmittelindustrien in Schwellenländern mit hoher Investitionsdynamik.