Futamura und Bio4life entwickeln kompostierbares Obstetikett
Folienhersteller Futamura und Bio4life haben ein selbstklebendes Etikett für Obst und Gemüse entwickelt, das sowohl für die industrielle als auch für die Heimkompostierung zertifiziert ist. Neu ist das Konzept allerdings nicht grundsätzlich: Vergleichbare Lösungen sind bereits am Markt.
Kompostierfähig: das neue Etikett.
Buppha Wuttifery / Futamura
Der britische Folienhersteller Futamura und der niederländische Etikettenmaterialspezialist Bio4life haben ein kompostierbares Selbstklebe-Etikett für frisches Obst und Gemüse vorgestellt. Die Lösung kombiniert die cellulosebasierte Natureflex-Folie von Futamura mit dem heimkompostierbaren Klebstoff Biotak von Bio4life. Nach Angaben der Unternehmen ist das daraus hergestellte Etikett sowohl für die Heim- als auch für die industrielle Kompostierung zertifiziert und für den direkten Lebensmittelkontakt geeignet.
Das Material soll unter anderem auf Äpfeln, Zitrusfrüchten, Avocados und Kiwis eingesetzt werden können. Futamura nennt transparente, weiße und metallisierte Varianten der Natureflex-Folie. Das Material sei für Stanzen und Etikettenspenden ausgelegt und verfüge über eine hohe Bedruckbarkeit. Die Cellulosefolie wird aus Zellstoff hergestellt und bildet bei der gemeinsamen Lösung das Obermaterial, während Bio4life den Klebstoff liefert.
Hintergrund der Entwicklung sind unter anderem die Vorgaben der europäischen Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR). Nach Artikel 9 der Verordnung müssen Aufkleber, die direkt auf Obst und Gemüse angebracht werden, ab dem 12. Februar 2028 mit den Anforderungen für die Kompostierung unter industriell kontrollierten Bedingungen vereinbar sein. Heimkompostierbarkeit wird zusätzlich relevant, wenn ein Mitgliedstaat sie verlangt.
Futamura und Bio4life begründen die Entwicklung auch mit möglichen Problemen konventioneller Kunststoffetiketten im Bioabfall. Kleine Aufkleber können bei der Verarbeitung organischer Abfälle nur schwer abgetrennt werden. Die Natureflex-Lösung soll sich nach Angaben der Hersteller dagegen auch bei der anaeroben Vergärung zersetzen.
Nicht die erste Lösung
Die Entwicklung von Futamura und Bio4life ist nicht das erste heimkompostierbare Obstetikett am Markt. So brachte der US-Etikettenanbieter Sinclair nach eigenen Angaben bereits 2022 mit dem T50 ein von TÜV Austria als „OK compost HOME“ zertifiziertes Obstetikett auf den Markt. Es wurde unter anderem für Bananen, Äpfel, Kiwis und Birnen getestet. Die damalige erste Generation bestand aus einem papierbasierten Etikettenaufbau und war für Heimkompostierung zertifiziert.
Inzwischen bietet Sinclair mit dem T55 auch ein folienbasiertes Obstetikett an, das als komplettes Endprodukt sowohl für Heim- als auch für industrielle Kompostierung zertifiziert ist.