Kampagne geht bis zum 5. Oktober 2026
Wirtschaftsbündnis fordert Nachbesserungen an PPWR
Ein Bündnis aus IHK Schleswig-Holstein und Wirtschaftsverbänden fordert Änderungen an der EU-Verpackungsverordnung. Mit der Kampagne „Stop the Clock für die PPWR“ wollen die Organisationen vor allem auf Pflichten bei grenzüberschreitenden Geschäften und bei der Kennzeichnung aufmerksam machen.
Mit der Aktion richtet sich das Bündnis nicht grundsätzlich gegen die Ziele der PPWR.
IHK zu Kiel
Die IHK Schleswig-Holstein, UVNord, Die Familienunternehmer und der Verband der Unternehmerinnen in Deutschland (VdU) haben eine gemeinsame Aktion für Nachbesserungen an der EU-Verpackungsverordnung PPWR gestartet. Unter dem Titel „Stop the Clock für die PPWR“ sollen Unternehmen bis zum 5. Oktober 2026 für eine vorübergehende Aussetzung bestimmter Vorgaben mobilisiert werden. Die PPWR ist seit dem 12. August 2026 anwendbar.
Im Mittelpunkt der Kritik steht unter anderem die Pflicht zur Benennung eines Bevollmächtigten bei bestimmten grenzüberschreitenden Geschäften innerhalb der EU. Nach Darstellung der IHK kann dies beispielsweise Unternehmen betreffen, die Waren unmittelbar an Endabnehmer in anderen Mitgliedstaaten verkaufen. Das Bündnis sieht darin zusätzlichen administrativen Aufwand und weiterhin offene Fragen bei der praktischen Umsetzung.
Symbolische Aufträge an Europaabgeordnete
Um auf diese Regelung aufmerksam zu machen, können Unternehmen im Rahmen der Kampagne Europaabgeordneten einen symbolischen Bevollmächtigungsauftrag zusenden. Die IHK stellt dafür entsprechende Vorlagen zur Verfügung. Die Aktion soll den zusätzlichen organisatorischen Aufwand veranschaulichen, den die beteiligten Wirtschaftsorganisationen mit der Regelung verbinden.
„Wir sagen nicht: Weg mit der PPWR. Wir sagen: Macht sie praktikabel“, erklärt Thomas Buhck, Präsident der IHK Schleswig-Holstein. Nach Auffassung des Bündnisses sollten offene Praxisfragen geklärt werden, bevor Unternehmen zusätzliche Strukturen zur Erfüllung der Vorgaben aufbauen.
Kritik auch an Kennzeichnungsvorgaben
Nachbesserungsbedarf sehen die Organisationen zudem bei den Kennzeichnungspflichten. Sie kritisieren insbesondere Regelungen, die nach ihrer Interpretation dazu führen könnten, dass Kontaktdaten beteiligter Hersteller oder Vorlieferanten auf Verpackungen angegeben werden müssen. Vor allem Handelsunternehmen und Großhändler befürchten laut IHK, dass dadurch Lieferantenbeziehungen gegenüber Wettbewerbern offengelegt werden könnten.
Als Alternative schlägt das Bündnis eine sogenannte „Responsible Economic Operator“-Lösung vor. Demnach soll die Kennzeichnung eines verantwortlichen Wirtschaftsakteurs ausreichen, der gegenüber den Behörden als Ansprechpartner fungiert. Nach Einschätzung der Verbände ließen sich damit Rückverfolgbarkeit und Marktüberwachung gewährleisten, ohne weitere Unternehmen aus der Lieferkette auf der Verpackung ausweisen zu müssen.
Kampagne läuft bis Anfang Oktober
Die beteiligten Organisationen wollen bis zum 5. Oktober möglichst viele Unternehmen für die Kampagne gewinnen. Neben den symbolischen Bevollmächtigungsaufträgen ruft die IHK dazu auf, Kartons mit dem Schriftzug „Stop the Clock“ zu fotografieren und die Bilder über soziale Netzwerke zu verbreiten.