Bis zu 40 Arbeitsplätze des Herstellers von Displays und Verpackungen sind gefährdet
Gradwohl ist erneut insolvent
Die Ing. H. Gradwohl GmbH ist erneut insolvent. Über das Vermögen des Druck- und Kunststoffspezialisten aus Melk wurde am Landesgericht St. Pölten ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Betroffen sind 160 Beschäftigte und rund 140 Gläubiger. Bis zu 40 Arbeitsplätze stehen auf dem Prüfstand
Im Werk 2 liegen die Schwerpunkte bei Kunststoff und Display.
Gradwohl
Nach diversen Medienberichten stehen den Verbindlichkeiten von rund 2,6 Mio. Euro liquide
Mittel von etwa 490.000 Euro gegenüber. Das Unternehmen soll fortgeführt und
wirtschaftlich stabilisiert werden. Offene Kundenaufträge können nach
Unternehmensangaben weiterhin erfüllt werden. Gläubigern wird laut AKV Europa
und KSV1870 eine Quote von 20 % angeboten, zahlbar innerhalb von zwei Jahren.
Gradwohl wurde 1980 gegründet und verfügt über zwei
Standorte in Melk sowie ein Werk in Wimpassing an der Pielach. Bereits 2022 war
ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet worden, das 2023 beendet
wurde. Im Zuge der damaligen Restrukturierung wurden unter anderem die
Teilbereiche Metallbau, Automotive und Offset-Druck geschlossen.
Nach einer zunächst positiven Entwicklung geriet das
Unternehmen 2025 erneut unter Druck. Als Gründe werden eine rückläufige
Nachfrage in wichtigen Kundensegmenten sowie gestiegene Kosten für Vorprodukte,
Energie, Kartonagen und Farben genannt. Zusätzlich belasteten Lohn- und
Gehaltserhöhungen der vergangenen Jahre den Betrieb. Eine zur weiteren
Stabilisierung vorgesehene Finanzierungsrunde konnte bislang nicht umgesetzt
werden, was zu einem Liquiditätsengpass führte.
Über den Sanierungsplan soll am 1. September abgestimmt
werden.