Kooperation von Outnature und Leipa
Stroh statt Holz für Verapckungspapiere
Outnature startet gemeinsam mit Leipa den Aufbau einer Strohfaseranlage in Schwedt/Oder. Das Unternehmen investiert einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag, um Getreidestroh als alternativen Rohstoff für die Papier- und Verpackungsindustrie nutzbar zu machen.
Schlüsselübergabe in Schwedt.
Prezero
Die Kooperation zwischen Outnature, einer Prezero-Marke, und
dem Papierhersteller Leipa war bereits im September 2025 bekanntgegeben worden.
Mit der Übergabe der instand gesetzten Bestandshalle auf dem Leipa-Werksgelände
beginnt nun die Realisierungsphase. Nach Angaben der Partner soll die Anlage
nach ihrer Fertigstellung jährlich rund 7.000 t Strohfasern produzieren. Zum
Einsatz kommt ein thermomechanisches Aufschlussverfahren.
Mit dem Vorhaben setzen die Unternehmen auf die Nutzung von
Agrarreststoffen als Ergänzung zu klassischen Holzfasern. Umfangreiche
Untersuchungen im Rahmen der Produktentwicklung hätten gezeigt, dass die
gewonnenen Strohfasern hohe Festigkeitswerte erreichen und sich dadurch als
Alternative für bestimmte Anwendungen in der Papier- und Verpackungsproduktion
eignen, heißt es.
Da Stroh als Nebenprodukt der Getreideernte jährlich in
großen Mengen anfällt, sehen die Partner darin einen nachwachsenden Rohstoff
ohne zusätzliche Flächenkonkurrenz. Gleichzeitig soll die Nutzung bestehender
Reststoffströme dazu beitragen, natürliche Ressourcen zu schonen.
Markteinführung ist für 2027 geplant
Das erste marktfähige Produkt aus der Kooperation soll Ende
des zweiten Quartals 2027 auf den Markt kommen. Unter dem Namen Leipa
Synergy entwickeln die Unternehmen eine Alternative für Kraftliner, die
Strohfasern mit Recyclingfasern kombiniert. Die Rezeptur soll die
Festigkeitseigenschaften der Agrarfasern mit den Vorteilen etablierter
Altpapierqualitäten verbinden.
Die benötigten Strohmengen will Outnature überwiegend aus
dem unmittelbaren Umfeld der Anlage beziehen. Dadurch sollen Transportwege und
die damit verbundenen CO₂-Emissionen reduziert werden.
Das Strohpapier eignet sich für Verpackungslösungen. Es
kommt unter anderem bei Wellpappe-Verpackungen oder Displays zum Einsatz. Da
Getreide jährlich angebaut wird, ist der Rohstoff Stroh in großen Mengen
verfügbar. Markenherstellern ist es möglich, ihre Waren in Verpackungen zu präsentieren,
die einen Beitrag zur Rohstoffdiversifizierung leisten und eine Alternative zu
rein holzbasierten Papieren bieten.