Geschäftsklimaindex für den Verpackungssektor des Ifo Institut

Papier, Kunststoff, Glas und Metall: Wie ist die Stimmung in der Verpackungsindustrie?

Der Ifo-Geschäftsklimaindex zeigt, wie es den Herstellern von Papier-, Kunststoff-, Glas-, Holz- und Metallverpackungen geht – und damit der gesamten Wirtschaft. Wir liefern die aktuellen Zahlen und ordnen diese ein.

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Der Geschäftsklimaindex für den Verpackungssektor ist ein Spiegel der Gesamtwirtschaft.
Der Geschäftsklimaindex für den Verpackungssektor ist ein Spiegel der Gesamtwirtschaft.

Die Verpackungsindustrie ist ein zuverlässiger Frühindikator für die Gesamtwirtschaft. Was in den Lagerhallen, Auftragsordnern und Planungsrunden der Verpackungshersteller passiert, spiegelt wider, wie es Konsumgüterbranche, Lebensmittelindustrie, Pharma, Logistik und Industrie insgesamt geht – denn ohne Verpackung läuft kaum ein Produkt.

Genau deshalb erhebt das Ifo Institut monatlich den Geschäftsklimaindex für den Verpackungssektor im Rahmen seiner etablierten Konjunkturumfragen. Befragt werden Unternehmen aus fünf zentralen Materialsegmenten: Papier und Kartonagen, Kunststoff, Glas, Holz und Metall. Der Index setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Zusammen ergeben sie ein verlässliches Stimmungsbild der Branche.

Kommentiert werden die Ergebnisse von Dr. Klaus Wohlrabe, Stellvertretendem Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen – einem der renommiertesten Konjunkturforschungsinstitute Deutschlands.

neue verpackung veröffentlicht diese Auswertungen regelmäßig und ergänzt sie um interaktive Grafiken, die die Entwicklung der einzelnen Segmente im Zeitverlauf sichtbar machen. So entsteht eine einzigartige Datenbasis für alle, die die Verpackungsindustrie professionell beobachten – ob als Entscheider im Unternehmen, als Marktbeobachter oder als Einkäufer.

Geschäftsklimaindex im März 2026 gesunken

Der Geschäftsklimaindex für den Verpackungssektor, der vom Ifo Institut im Rahmen der Konjunkturumfragen erhoben wird, ist im März gesunken. Insbesondere die Erwartungen gaben deutlich nach und sind nun klar von Pessimismus geprägt. Aber auch die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage wurden etwas nach unten korrigiert. Damit konnte sich der Verpackungssektor der Entwicklung in der Industrie insgesamt nicht entziehen. Auch dort brachen die Erwartungen spürbar ein. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die zunehmende geopolitische Unsicherheit infolge des Kriegs im Iran. Die Unsicherheit hat in nahezu allen Teilbereichen deutlich zugenommen. Rund 80 % der Unternehmen berichten von Belastungen durch gestiegene Energiepreise. Zudem wächst die Sorge vor erneuten Störungen in den Lieferketten, insbesondere bei Vorprodukten. Darüber hinaus befürchten viele Unternehmen eine Abschwächung der Nachfrage auf wichtigen Auslandsmärkten. Vor diesem Hintergrund bleibt die Auftragslage angespannt. In vielen Segmenten gingen die Auftragseingänge zuletzt zurück, und die Unzufriedenheit mit dem Auftragsbestand ist weiterhin hoch. Die Unternehmen reagieren darauf mit zurückhaltenden Produktions- und Personalplanungen. Die Anzahl der Unternehmen, die ihre Preise erhöhen wollen, hat spürbar zugenommen. Insgesamt hat sich die Stimmung im Verpackungssektor spürbar eingetrübt. Die zunehmende Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung belastet die Erwartungen und dämpft die Aussichten für die kommenden

Papier: Rückschlag bei der Nachfrage

Im Bereich Papier und Kartonagen hat der Geschäftsklimaindikator im März nachgegeben. Die Unternehmen blickten etwas pessimistischer auf die kommenden Monate, und auch die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage fielen etwas schlechter aus. Ein Grund dafür war ein Rückschlag bei der Nachfrage. Nachdem in den beiden Vormonaten noch steigende Auftragseingänge verzeichnet worden waren, gingen die Neuaufträge zuletzt wieder zurück – sowohl im Inland als auch im Ausland. Entsprechend verschlechterten sich auch die Exporterwartungen deutlich. Insgesamt bleibt die Unzufriedenheit mit dem Auftragsbestand hoch. Die Produktion blieb zuletzt unverändert. Die Produktionspläne sind jedoch deutlich defensiver ausgerichtet; der Output soll in den kommenden Monaten sinken. Auch bei der Beschäftigung setzt sich der Abwärtstrend fort: Wie bereits in den Vormonaten planen die Unternehmen, die Zahl der Mitarbeiter weiter zu reduzieren. In den vergangenen sechs Monaten berichteten viele Unternehmen von sinkenden Preisen. Diese Entwicklung kehrt sich nun um: Zahlreiche Firmen haben Preiserhöhungen angekündigt.

Kunststoff: Rückläufige Exporte

Im Kunststoffbereich ist der Geschäftsklimaindex gesunken. Die Unternehmen zeigten sich weniger zufrieden mit den laufenden Geschäften, und auch ihre Erwartungen wurden nach unten korrigiert. Die Nachfrage entwickelte sich zwar leicht positiv, jedoch mit geringerer Dynamik als im Vormonat. Im Exportgeschäft überwogen dagegen die negativen Signale: Die Unternehmen rechnen mit rückläufigen Auslandsumsätzen. Der entsprechende Indikator fiel auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr. Entsprechend bleibt die Unzufriedenheit mit dem Auftragsbestand hoch – weiterhin ist etwa jedes zweite Unternehmen mit dem aktuellen Niveau unzufrieden. Die Produktion war zuletzt leicht rückläufig, wodurch auch die Lagerbestände abgebaut werden konnten. Für das zweite Quartal sind jedoch keine größeren Anpassungen der Produktion geplant. Bei der Beschäftigung setzt sich der Trend fort, mit weniger Personal auszukommen. Die Preisentwicklung zeigte zuletzt kaum Bewegung. Für die kommenden Monate planen jedoch viele Unternehmen, ihre Preise anzuheben.

Glas: Weitere Produktionskürzungen angekündigt

Im Glasbereich ist das Geschäftsklima im März nahezu unverändert geblieben. Während die Unternehmen ihre Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage leicht nach oben korrigierten, nahm die Skepsis mit Blick auf die kommenden Monate wieder zu. Beide Teilindikatoren liegen weiterhin deutlich unter ihrem langfristigen Mittelwert. Die Nachfrage entwickelte sich leicht positiv, es konnten etwas mehr Neuaufträge verzeichnet werden. Die Lage im Exportgeschäft bleibt jedoch schwierig; die Unternehmen rechnen mit leicht rückläufigen Auslandsumsätzen. Entsprechend ist die Unzufriedenheit mit dem Auftragsbestand weiterhin hoch – mehr als jedes zweite Unternehmen bewertet diesen als unzureichend. Trotz erneuter Produktionskürzungen sind die Lagerbestände weiterhin gut gefüllt. Auch für die kommenden drei Monate planen die Unternehmen mit einem Rückgang der Produktion. Aufgrund der schwachen Nachfrage soll zudem der Personalbestand weiter reduziert werden. Bei den Preisen zeigten sich zuletzt leichte Aufwärtstendenzen. Diese Entwicklung dürfte sich im zweiten Quartal noch verstärken.

Holz: Pessimistische Erwartungen

Die holzbasierte Verpackungsindustrie befindet sich weiterhin in einer schwierigen Lage. Das Geschäftsklima sank auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr. Die Erwartungen sind von ausgeprägtem Pessimismus geprägt, und auch die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage haben sich weiter verschlechtert. Nahezu alle Indikatoren liegen im negativen Bereich. Der Auftragsbestand hatte zuletzt Anzeichen einer Erholung gezeigt, doch diese Entwicklung wurde gestoppt. Die Unternehmen meldeten erneut rückläufige Auftragseingänge. Auch die Auslandsmärkte bleiben schwierig: Die Exporterwartungen haben einen deutlichen Rückschlag erlitten. Die Produktion wurde vielerorts reduziert, und auch die Produktionspläne sind klar rückläufig ausgerichtet. Die angespannte Lage wirkt sich zunehmend auf die Beschäftigung aus – zahlreiche Unternehmen planen mit einem weiteren Abbau von Arbeitsplätzen. Einzig bei den Preisen zeigt sich ein ansteigender Trend: In den vergangenen zwölf Monaten berichteten viele Unternehmen von Preiserhöhungen. Für das zweite Quartal wird erwartet, dass sich dieser Trend fortsetzt, allerdings mit geringerer Dynamik.

Metall: Merkliche Preiserhöhungen

Der Geschäftsklimaindex im Metallsektor ist im März auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr gefallen. Beide Teilindikatoren gaben nach. Die Unternehmen zeigten sich deutlich unzufrieden mit den laufenden Geschäften, und auch die Erwartungen sind von ausgeprägter Skepsis geprägt. Die Nachfrage entwickelt sich weiterhin äußerst schwach. Die Auftragseingänge gingen sowohl im Inland als auch im Exportgeschäft zurück. Die Produktion war zuletzt rückläufig, wodurch die Lagerbestände spürbar abgebaut werden konnten. Für die kommenden Monate planen die Unternehmen jedoch mit einer weiteren Reduzierung des Outputs. Die angespannte Nachfragesituation bleibt nicht ohne Folgen für die Beschäftigung: Viele Unternehmen rechnen mit einem Abbau von Arbeitsplätzen. Die Preisentwicklung war zuletzt aufwärtsgerichtet. Eine Mehrheit der Unternehmen geht davon aus, dass die Preise in den kommenden Monaten weiter steigen werden.