Geschäftsklimaindex für den Verpackungssektor – Update Juni 2026

Papier, Kunststoff, Glas und Metall: Wie ist die Stimmung in der Verpackungsindustrie?

Der Ifo-Geschäftsklimaindex zeigt, wie es den Herstellern von Papier-, Kunststoff-, Glas-, Holz- und Metallverpackungen geht – und damit der gesamten Wirtschaft. Wir liefern die aktuellen Zahlen und ordnen diese ein.

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Der Geschäftsklimaindex für den Verpackungssektor ist ein Spiegel der Gesamtwirtschaft.
Der Geschäftsklimaindex für den Verpackungssektor ist ein Spiegel der Gesamtwirtschaft.

Die Verpackungsindustrie ist ein zuverlässiger Frühindikator für die Gesamtwirtschaft. Was in den Lagerhallen, Auftragsordnern und Planungsrunden der Verpackungshersteller passiert, spiegelt wider, wie es Konsumgüterbranche, Lebensmittelindustrie, Pharma, Logistik und Industrie insgesamt geht – denn ohne Verpackung läuft kaum ein Produkt.

Genau deshalb erhebt das Ifo Institut monatlich den Geschäftsklimaindex für den Verpackungssektor im Rahmen seiner etablierten Konjunkturumfragen. Befragt werden Unternehmen aus fünf zentralen Materialsegmenten: Papier und Kartonagen, Kunststoff, Glas, Holz und Metall. Der Index setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Zusammen ergeben sie ein verlässliches Stimmungsbild der Branche.

Kommentiert werden die Ergebnisse von Dr. Klaus Wohlrabe, Stellvertretendem Leiter des Ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen – einem der renommiertesten Konjunkturforschungsinstitute Deutschlands.

neue verpackung veröffentlicht diese Auswertungen regelmäßig und ergänzt sie um interaktive Grafiken, die die Entwicklung der einzelnen Segmente im Zeitverlauf sichtbar machen. So entsteht eine einzigartige Datenbasis für alle, die die Verpackungsindustrie professionell beobachten – ob als Entscheider im Unternehmen, als Marktbeobachter oder als Einkäufer.

Geschäftsklimaindex im Juni 2026 gesunken

Der Geschäftsklimaindex für den Verpackungssektor, der vom Ifo Institut im Rahmen der Konjunkturumfragen erhoben wird, ist im Juni gesunken. Ausschlaggebend dafür waren insbesondere deutlich pessimistischere Erwartungen. Die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage blieben dagegen auf niedrigem Niveau nahezu unverändert. Damit entwickelte sich die Verpackungsindustrie erneut gegen den Trend der Industrie insgesamt. Dort hellte sich das Geschäftsklima zuletzt auf, insbesondere aufgrund deutlich verbesserter Erwartungen. Von einem breiten Optimismus ist jedoch auch die Industrie insgesamt noch ein gutes Stück entfernt. Die Unsicherheit war infolge des Irankriegs zunächst gestiegen und hat zuletzt in weiten Teilen der Industrie wieder etwas nachgelassen.

Papier: Schlechte Exportaussichten

Im Bereich Papier und Kartonagen hat der Geschäftsklimaindikator im Juni nachgegeben. Ausschlaggebend dafür waren pessimistischere Erwartungen, während die aktuelle Geschäftslage unverändert schlecht bewertet wurde. Die Unzufriedenheit mit dem Auftragsbestand bleibt hoch. Zuletzt gingen erneut weniger Neuaufträge ein. Auch die Exporterwartungen trübten sich deutlich ein und fielen auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem halben Jahr. Die Unternehmen rechnen daher mit rückläufigen Auslandsumsätzen im dritten Quartal. Wie bereits in den Vormonaten wurde die Produktion in vielen Betrieben zurückgefahren. Nach Einschätzung der Unternehmen dürfte sich daran auch in den kommenden Monaten wenig ändern. Die Kapazitätsauslastung lag mit 74,2 % weiterhin deutlich unter ihrem langfristigen Mittelwert. Die schwierige wirtschaftliche Lage wirkt sich zunehmend auch auf die Beschäftigung aus. Viele Unternehmen planen einen weiteren Abbau von Arbeitsplätzen. Bei den Verkaufspreisen gab es zuletzt nur wenig Bewegung. Für die kommenden Monate gehen die Unternehmen jedoch davon aus, ihre Preise wieder häufiger anheben zu müssen.

Kunststoff: Produktion soll sinken

Im Kunststoffbereich hat sich das Geschäftsklima verschlechtert. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage etwas schlechter, zugleich nahm die Skepsis mit Blick auf das zweite Halbjahr zu. Nachdem sich die Auftragslage zuletzt leicht verbessert hatte, kam es nun zu einem Rückschlag. Die Nachfrage ging spürbar zurück. Auch der Blick auf das Auslandsgeschäft fällt wenig erfreulich aus: Die Unternehmen rechnen mit rückläufigen Exporten. Obwohl die Lagerbestände reduziert werden konnten, war die Produktion zuletzt rückläufig. Dies spiegelt sich auch in der niedrigen Kapazitätsauslastung von rund 71 % wider. Sie liegt damit knapp acht Prozentpunkte unter ihrem langfristigen Durchschnitt. Auch die Produktionspläne deuten auf einen weiteren Rückgang des Outputs hin. Bei der Beschäftigung bleibt die Dynamik gering. Insgesamt zeichnet sich weiterhin eine leichte Tendenz zum Abbau von Arbeitsplätzen ab. Die Verkaufspreise sind zuletzt spürbar gestiegen. Nach Einschätzung der Unternehmen dürfte sich diese Entwicklung in den kommenden Monaten fortsetzen.

Glas: Hohe Lagerbestände

Im Glasbereich hat sich das Geschäftsklima im Juni leicht verbessert. Auf der einen Seite waren die Unternehmer etwas zufriedener mit den laufenden Geschäften. Auf der anderen Seite korrigierten sie ihre Erwartungen graduell nach unten. Es wurde von einem Zuwachs bei den Neuaufträgen berichtet. Dies gilt sowohl für das In- als auch das Ausland. Die Exporte sollen anziehen. Trotz der Verbesserung bei der Nachfrage, wurde vereinzelt von Produktionskürzungen berichtet. Die Lagerbestände sind merklich erhöht. Die Kapazitätsauslastung lag im zweiten Quartal mit rund 78 % unter seinem langfristigen Mittel. Die gestiegene Nachfrage soll wohl aus dem Lager bedient werden, da die Produktionspläne defensiv ausgerichtet sind. Die Beschäftigungsentwicklung war in den letzten Monaten negativ, an diesem Trend scheint sich erstmal nichts zu ändern. Zuletzt kam es vermehrt zu Preiserhöhungen. Die Entwicklung soll sich abgeschwächt fortsetzen.

Holz: Preiserhöhungen unvermeidlich

Die holzbasierte Verpackungsindustrie befindet sich weiterhin in einer schweren Krise. Das Geschäftsklima setzt seine Abwärtsbewegung fort. Die Erwartungen sind von ausgeprägtem Pessimismus geprägt, und auch die aktuelle Geschäftslage wird von den Unternehmen weiterhin negativ beurteilt. Die Zahl der Neuaufträge geht kontinuierlich zurück. Auch im Exportgeschäft ist keine Besserung in Sicht – die Unternehmen rechnen mit weiter sinkenden Auslandsumsätzen. Entsprechend bereitet auch der Auftragsbestand derzeit wenig Anlass zur Zuversicht. Die Lagerbestände konnten zuletzt etwas reduziert werden. Gleichzeitig wurde die Produktion weiter zurückgefahren. Dennoch stieg die Kapazitätsauslastung auf rund 76 %. Dies könnte darauf hindeuten, dass inzwischen auch Produktionskapazitäten abgebaut wurden. Die Produktionspläne bleiben klar rückläufig ausgerichtet. Die schwierige wirtschaftliche Lage wirkt sich zudem zunehmend auf die Beschäftigung aus: Die Unternehmen rechnen mit einem weiteren Rückgang der Mitarbeiterzahl. Die Preisdynamik bleibt dagegen ausgeprägt. Eine Mehrheit der Unternehmen geht davon aus, ihre Verkaufspreise auch in den kommenden Monaten weiter anheben zu müssen.

Metall: Pessimistische Aussichten

Der Geschäftsklimaindex im Metallsektor hat im Juni seine Abwärtsbewegung fortgesetzt. Ausschlaggebend dafür waren deutlich pessimistischere Erwartungen. Die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage wurden zwar leicht nach oben korrigiert, dennoch bleibt die Unzufriedenheit der Unternehmen hoch. Die Zahl der Neuaufträge ging zuletzt leicht zurück. Nachdem die Exportaussichten in den vergangenen Monaten eher trüb gewesen waren, rechnen die Unternehmen inzwischen mit einer weitgehend konstanten Entwicklung des Auslandsgeschäfts. Obwohl die Produktion erneut gedrosselt wurde, bleiben die Lagerbestände hoch. Die Kapazitätsauslastung konnte im zweiten Quartal leicht auf rund 74 % zulegen, liegt damit aber weiterhin etwa fünf Prozentpunkte unter ihrem langfristigen Mittelwert. Auch die Produktionspläne deuten auf weitere Kürzungen hin. Wie in den anderen Teilbereichen des Verpackungssektors soll auch im Metallbereich die Zahl der Beschäftigten weiter reduziert werden. Bei den Verkaufspreisen zeigte sich in den vergangenen Monaten eine leichte Aufwärtstendenz. Nach Einschätzung der Unternehmen dürfte sich diese im dritten Quartal wieder verstärken.