Weinproduzent stellt auf leichtere Glasflaschen um
Leichter getragen, tief verwurzelt
Schenk Suisse zählt zu den etablierten Akteuren im europäischen Weinmarkt, mit Marken aus mehreren historischen Weinhäusern. Das Unternehmen investiert in Nachhaltigkeit, dazu gehören auch Flaschen, die Ökologie und Ökonomie verbinden. Gemeinsam mit dem Schweizer Glasverpackungsspezialisten Vetropack hat Schenk der Flasche der Flagschiff-Marke „Murailles“ ein leichteres Gewicht verliehen.
Die spezielle Mündung der Flasche gehört ebenso wie die Gravur zur DNA der Marke „Aigle les Murailles“.Gabriel Ammon / AURA
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In den Hügeln des Kantons Waadt beginnt vor mehr als 100 Jahren eine Geschichte, die von Leidenschaft für Wein und Pioniergeist geprägt ist. 1893 gründet Charles Schenk als Küfner in Rolle ein kleines Unternehmen. Schenk Suisse war geboren. Drei Jahre später präsentiert Charles Schenk auf der Landesaustellung in Genf ein legendäres Fass mit 23.500 l Fassungsvermögen – ein deutliches Zeichen. Einst ein lokaler Held, wächst das Unternehmen rasch zu einem Imperium heran.
Heute ist Schenk Suisse mit mehr als 325 Mitarbeitern als Familienunternehmen in Rolle und an weiteren Standorten tätig – die Eigentümerfamilie führt die Gruppe in der vierten bis fünften Generation. Das Erbe umfasst aussergewöhnliche Rebberge in der Schweiz, Frankreich, Italien und Spanien. 25 Marken stammen aus den vier historischen Weinhäusern Bolle, Badoux, Obrist und Testuz. Zu den Aushängeschildern von Schenk Suisse gehören etwa das Château Maison Blanche, die Domaine du Martheray oder die Marke Murailles.
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Ökologische Weinkellerei – ökologische Flaschen
Schenk hat gemeinsam mit Vetropack das Gewicht der 0,7-Liter-Flasche auf 430 g reduziert. So spart Schenk insgesamt 600 t Glas im Jahr.Gabriel Ammon / AURA
Für das gesamte Sortiment rückt Schenk Suisse Nachhaltigkeit ins Zentrum seiner Vision. So investierte das Unternehmen erst in jüngster Zeit konsequent in nachhaltige Infrastruktur. Am Hauptsitz in Rolle entstand 2025 eine moderne Grosskellerei mit Solarpanels, die vollständig ohne fossile Energieträger auskommt. Die Kellerei ist fast ausschliesslich aus natürlichen, recycelten und lokal bezogenen Materialien errichtet. Dazu wurde Waadtländer Fichtenholz verbaut, die Wände sind mit Kork gedämmt und im Fundament dient Recyclingglas als Isolation.
Zudem nutzt die Kellerei die natürliche Hanglage aus. Der Wein wird per Schwerkraft bewegt, was den Einsatz von Pumpen minimiert und die Qualität schont. Auch die neue Abfüllanlage ist Teil dieses ökologischen Gesamtkonzepts – mit Fokus auf Effizienz, Energieeinsparung und Zukunftsfähigkeit.
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„Unsere Konsumentinnen und Konsumenten erwarten, dass Wein und Verpackung dieselben Werte transportieren“, erklärt Samuel Bühler, Beschaffungsspezialist bei Schenk. Nachhaltige Verpackungen seien deshalb keine Kür, sondern Voraussetzung.
600 t Glas weniger – jedes Jahr
„Unser Ziel ist es, den CO₂-Fussabdruck bis 2030 entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu senken – von der Rebe bis zur Flasche“, kommentiert Bühler. Die Leichtgewichtung der Glasverpackungen spielt dabei eine zentrale Rolle. Dementsprechend hat Schenk Suisse sein Portfolio überarbeitet und leichtere Weinflaschen eingeführt. Und die Wirkung der Gewichtsreduktion ist messbar: Über das gesamte Portfolio hinweg spart Schenk nun jährlich rund 600 t Glas ein. Das entspricht etwa 33 Lastwagenladungen oder rund 2,5 Mio. Weinflaschen. Insgesamt reduziert die Gruppe damit ihren Glasverbrauch um 10 %.
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Die Herausforderung dabei war: Wie lässt sich deutlich Gewicht einsparen und gleichzeitig das charakteristische Design der jeweiligen Marke bewahren? Illustrieren lässt sich dieser Balanceakt an der Flasche der Marke „Murailles“.
„Der Aigle les Murailles ist der meistverkaufte Wein der Schweiz und mit seiner über hundertjährigen Geschichte eine echte Erfolgsstory“, erklärt Miryam Voide, Murailles Brand Managerin. Und Bühler ergänzt: „Wir haben bestimmte Marken klar priorisiert – und Murailles gehört zu unseren wichtigsten.“
Der „Aigle les Murailles“ aus dem Weingut Henri Badoux ist der meistverkaufte Wein in der Schweiz. Das Etikett mit der Eidechse ist ein fester Referenzpunkt Schweizer Weinkultur.Gabriel Ammon / AURA
Der Wein ist kein beliebiger Tropfen: Seine Geschichte beginnt 1908, als Henri Badoux – Gründer des gleichnamigen Weinhauses –die Rebparzellen im Clos des Murailles erwirbt. Zehn Jahre später vervollständigt der Aigler Maler Frédéric Rouge das Bild: Er schafft das Etikett mit der Eidechse – inspiriert von der Natur seiner Heimat, unverändert bis heute. Seit 1919 steht der Wein für Waadtländer Weintradition und Handwerk, für Beständigkeit in einer sich wandelnden Welt.
Die Flasche als Identitätsträger
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„Form und Ästhetik sind für uns entscheidend, weil beides Wiedererkennung schafft. Das von Frédéric Rouge gestaltete Etikett ist längst ein fester Referenzpunkt der Schweizer Weinkultur“, so Voide. Fast immer ist die grüne Eidechse präsent – einzig in den 1960er-Jahren verschwand sie kurzzeitig vom Etikett für den US-Markt. Der Grund: Zollbeamte stuften das Tier als potenziell schädlich ein.
Zentraler Bestandteil der Marke ist auch die 0,7-Liter-Flasche mit ihrer charakteristischen Mündung. Gemeinsam mit Vetropack meisterte Schenk die Herausforderung ihrer Anpassung. Mithilfe moderner 3D-Modelle und präziser Glasentwicklung wurde das Flaschengewicht von 602 auf 430 g reduziert – ohne grosse Veränderungen des markanten Flaschendesigns.
„Natürlich gibt es technische Grenzen“, erklärt Christine Arnet, Head of Sales bei Vetropack. „Aber dank unserer Entwicklungsprozesse konnten wir die ästhetischen Anforderungen von Schenk umsetzen und gleichzeitig signifikant Gewicht einsparen. Wir freuen uns, wie vertraut die neue Flasche wirkt. Die optischen Unterschiede zur bisherigen Version sind kaum sichtbar“.
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Offen für neue Genussmomente
Derweil richtet Schenk den Blick nach vorne. Während der klassische Weinkonsum in Europa leicht rückläufig ist, wachsen alkoholfreie und alkoholarme Angebote (NOLO). Mit Murailles No.7 blanc bringt das Unternehmen einen halbsüssen Wein mit reduziertem Alkoholgehalt auf den Markt – fruchtig, leicht und zugänglich für neue Zielgruppen. „Marktführerschaft bedeutet für uns, immer einen Schritt voraus zu sein und sich auf veränderte Konsumgewohnheiten einzustellen“, kommentiert Miryam Voide.
Für Schenk war Vetropack bei diesem Projekt der ideale Partner. Die beiden Schweizer Unternehmen verbindet eine über hundertjährige Zusammenarbeit, getragen von Vertrauen, Erfahrung und technischem Know-how. Und die Zusammenarbeit zeigt eindrücklich, dass nachhaltiges Verpackungsdesign kein Verzicht ist, sondern Fortschritt.