Studie zur Recyclingfähigkeit
Verbraucher trennen Bag-in-Box-Komponenten häufig korrekt
Eine Untersuchung von Smurfit Westrock Bag-in-Box zeigt hohe Trennquoten bei gebrauchten Bag-in-Box-Verpackungen. In Deutschland wurden Kunststoffbeutel und Karton bei 97 % der untersuchten Verpackungen getrennt entsorgt. Die Ergebnisse unterscheiden sich allerdings je nach nationalem Sammelsystem deutlich.
Die Trennquote ist in Deutschland besonders hoch.
Smurfit Westrock
Verbraucher in mehreren europäischen Ländern trennen die Bestandteile von Bag-in-Box-Verpackungen nach Gebrauch überwiegend voneinander. Das geht aus Untersuchungen von Smurfit Westrock Bag-in-Box hervor. Die Trennung von Kunststoffbeutel und Karton ist relevant, damit beide Materialien den jeweils geeigneten Recyclingströmen zugeführt werden können.
Besonders hoch fiel die Trennquote in Deutschland aus. Bei der gemeinsam mit Recycleme durchgeführten Untersuchung waren von 133 erfassten Verpackungen 129 beziehungsweise 97 % bereits in ihre Komponenten getrennt. In Belgien lag die Quote bei 94 %, in Schweden bei 87 %. Ergänzende Daten weisen für die Niederlande einen Wert von 95 % aus. Eine 2024 von Citeo an drei französischen Sortieranlagen durchgeführte Untersuchung kam dagegen auf eine Trennquote von 67 %.
Sammelsystem beeinflusst das Verbraucherverhalten
Ein Grund für die Unterschiede liegt nach Einschätzung der Untersuchung in den jeweiligen Sammel- und Sortiersystemen. Grundsätzlich lassen sich zwei Modelle unterscheiden. Bei einer getrennten Sammlung müssen Verbraucher verschiedene Materialströme bereits bei der Entsorgung voneinander separieren. Als Beispiel wird Belgien genannt.
Bei gemischten Sammelsystemen können dagegen beispielsweise Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Karton gemeinsam in einem Recyclingbehälter gesammelt und erst später sortiert werden. Frankreich setzt auf ein solches System. Ob Verbraucher die einzelnen Bestandteile einer Verpackung trotzdem schon vor der Entsorgung voneinander trennen, hängt deshalb stärker von Information und persönlichem Verhalten ab.
Auch unterschiedliche Recyclingvorgaben, Verbraucherinformationen und lokale Sortierhinweise können die Ergebnisse beeinflussen. Smurfit Westrock sieht darin einen Hinweis darauf, dass neben einem einfach trennbaren Verpackungsdesign auch klare Entsorgungshinweise eine wichtige Rolle spielen.
PPWR erhöht Anforderungen an Recyclingfähigkeit
Zusätzliche Bedeutung erhält die Frage durch die europäische Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR). Bei Verpackungen aus mehreren Komponenten kommt es künftig unter anderem darauf an, ob einzelne Bestandteile vom Verbraucher einfach getrennt und geeigneten Recyclingströmen zugeführt werden können oder so in die Hauptkomponente integriert sind, dass sie deren Recyclingprozess nicht beeinträchtigen. Die ergänzenden Unterlagen nennen eine Recyclingfähigkeit von mindestens 70 % des Gesamtgewichts einschließlich aller Komponenten als relevante Schwelle.
Für die Untersuchung empfiehlt Recycleme je Land mindestens 100 Proben. Die Erhebungen sollen möglichst sowohl urbane als auch ländliche Gebiete berücksichtigen und über mindestens drei Kampagnen innerhalb von sechs Monaten erfolgen. Für Deutschland wird als Beispiel vorgeschlagen, die vier größten Städte einzubeziehen, die zusammen etwa 10 % der Bevölkerung repräsentieren.
„Die Studie bestätigt, dass Bag-in-Box-Nutzer grundsätzlich die richtigen Recyclinggewohnheiten übernehmen, zeigt aber auch, wo zusätzliche Aufklärung und Kommunikation die Ergebnisse weiter verbessern können“, erklärt Massimiliano Bianchi, CEO von Smurfit Westrock Bag-in-Box.