Verfahrbare Roboterzelle mit geringem Platzbedarf

Kompakte Roboterzelle palettiert Frosch-Kartons

Werner & Mertz automatisiert die Kartonpalettierung in einer bestehenden Produktionslinie. Die eingesetzte Roboterzelle von Koch Robotersysteme benötigt eine Stellfläche von rund 9,5 m² und verarbeitet bis zu 540 Kartons pro Stunde.

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Geringer Platzbedarf: die Palletierplaätze.

Der Hersteller von Wasch-, Pflege- und Reinigungsmitteln Werner & Mertz setzt bereits seit vielen Jahren auf Automatisierungslösungen von Koch Robotersysteme. Seit 2004 haben beide Unternehmen verschiedene Projekte umgesetzt, darunter Kartonpalettierungen, Anlagen mit Lagenvorgruppierung und Erweiterungen bestehender Produktionsbereiche.

Auf der Fachpack in Nürnberg wurde Werner & Mertz auf die kompakte, verfahrbare Roboterzelle Koch Palletsystemmove aufmerksam. Das standardisierte System verfügt über zwei Palettierplätze und lässt sich für unterschiedliche Palettier- und Depalettieraufgaben einsetzen. Nach der Messe entschied sich Werner & Mertz, die Anlage für eine bestehende Produktionslinie anzupassen.

Manuelle Palettierung ersetzen

In vielen Produktionsbereichen von Werner & Mertz ist die Palettierung bereits automatisiert. In einer Linie wurden die formstabilen, rund sieben Kilogramm schweren Kartons mit Produkten der Marke Frosch bislang jedoch noch manuell auf Paletten gestapelt. Diese körperlich belastende Tätigkeit sollte künftig ein Roboter übernehmen.

Zu den Anforderungen gehörten ein geringer Platzbedarf, die Verarbeitung unterschiedlicher Produktvarianten und eine möglichst kurzfristige Umsetzung. Zudem musste sich die Anlage in die vorhandenen Abläufe integrieren lassen, ohne die Produktionslinie umfassend umzubauen.

Zwei Palettierplätze auf 9,5 m2

Die Koch Palletsystemmove ist als standardisiertes, modulares Robotersystem ausgelegt. Die Zelle benötigt eine Stellfläche von rund 9,5 m²2und verfügt über zwei voneinander unabhängige Palettierplätze. Dadurch lässt sich eine volle Palette entnehmen und durch eine leere ersetzen, während der Roboter am zweiten Platz weiterarbeitet.

Die Zelle ist verfahrbar und kann mithilfe eines Hubwagens an einen anderen Einsatzort gebracht werden. Wechselbare Greifer und anpassbare Palettiermuster ermöglichen die Verarbeitung unterschiedlicher Produkte. Über die optionale Software Koch EasyPallet lassen sich weitere Palettiermuster erstellen und verändern.

Rund 7 kg wiegen die Pakete.

Die Bedienung erfolgt über ein Touchpanel. Für die Sicherheit sorgen ein Schutzzaun, Sicherheitslichtschranken und eine entsprechende Zutrittslogik.

Greifer und Fördertechnik angepasst

Für den Einsatz bei Werner & Mertz wurde die ursprünglich als Ausstellungsanlage konzipierte Roboterzelle an die vorhandene Produktionsumgebung angepasst. Koch ergänzte die erforderliche Produktfördertechnik zur Anbindung an die vorgelagerte Linie. Darüber hinaus wurde der Sauggreifer auf die Kartonformate der Frosch-Produkte abgestimmt.

Die Anlage ist sowohl für neue als auch für gebrauchte Paletten ausgelegt. Die Anpassungen und die anschließende Inbetriebnahme erfolgten nach Angaben von Koch innerhalb weniger Wochen.

„Die Anlage passt perfekt in unsere bestehende Linie und lässt uns gleichzeitig offen für neue Produktvarianten bleiben“, erklärt Patrick Koch, Leiter Abfüll- und Verpackungstechnik bei Werner & Mertz.

Bis zu 540 Kartons pro Stunde

In der realisierten Anwendung nimmt der Roboter bei jedem Greifvorgang drei Kartons gleichzeitig auf. Die Leistung gibt Koch mit 540 Kartons beziehungsweise zehn Paletten pro Stunde an. Je nach Produkt und Palettiermuster werden 18 bis 24 Kartons pro Lage gestapelt, wobei eine Palette aus drei Lagen besteht.

Früher wurden die Pakete manuell auf die Palette gelegt.

Durch die beiden unabhängigen Palettierplätze kann der Palettenwechsel erfolgen, ohne die Palettierung insgesamt unterbrechen zu müssen. Neben der Automatisierung des bislang manuellen Arbeitsschritts soll die Anlage die Beschäftigten körperlich entlasten und die Abläufe in der Verpackungs- und Versandlogistik stabilisieren.

Koch übernahm bei dem Projekt neben der Anpassung der Roboterzelle auch das Engineering und die Integration der zusätzlichen Fördertechnik, die Entwicklung und Anpassung der Greifertechnik sowie die Inbetriebnahme und Feinabstimmung. Außerdem wurden Beschäftigte aus Bedienung und Instandhaltung geschult.

Für Werner & Mertz ist die neue Anlage ein weiterer Schritt bei der Automatisierung bestehender Produktionsprozesse. Das Projekt zeigt, wie sich eine standardisierte Roboterzelle durch Anpassungen an Fördertechnik, Greifer und Anlagenlayout in eine vorhandene Verpackungslinie integrieren lässt.