KI-gestützte Automatisierung
Rockwell Automation vernetzt KI-Agenten im Engineering
Rockwell Automation hat mit Factorytalk Conductor eine neue Softwareplattform vorgestellt, die den Einsatz künstlicher Intelligenz in der industriellen Automatisierung koordinieren soll. Die Lösung verbindet KI-Agenten, Engineering-Software und Arbeitsabläufe miteinander und soll ab dem ersten Quartal 2027 verfügbar sein.
Die neue Plattform erlaubt komplexe, mehrstufige Engineering-Prozesse
Rockwell Automation
Während bisherige KI-Assistenten vor allem einzelne Aufgaben unterstützen, verfolgt Rockwell Automation mit Factorytalk Conductor einen umfassenderen Ansatz. Die neue Orchestrierungsplattform soll mehrere KI-Agenten und Softwareanwendungen so miteinander verknüpfen, dass auch komplexe, mehrstufige Engineering-Prozesse automatisiert werden können. Der Einsatzbereich reicht von der Systemplanung über die Entwicklung und Simulation bis hin zu Tests und zur Verifizierung.
Anwender können Aufgaben über Eingaben in natürlicher Sprache starten. Die Plattform koordiniert anschließend die beteiligten KI-Funktionen und Softwarewerkzeuge. Damit sollen sich insbesondere Entwicklungsprozesse beschleunigen und manuelle Arbeitsschritte reduzieren lassen.
KI verbindet verschiedene Engineering-Werkzeuge
Zum Marktstart soll Factorytalk Conductor die Rockwell-Lösungen Studio 5000 Logix Designer, Logix Echo, Emulate3D und Factorytalk Optix unterstützen. Damit deckt die Plattform unter anderem die Steuerungsprogrammierung, Simulation, Visualisierung und das Testen von Automatisierungssystemen ab.
Weitere Integrationen sind geplant, darunter Factorytalk Design Studio, Factorytalk Historian sowie die Softwarelösungen Plex und Fiix. Dadurch soll der Einsatz KI-gestützter Arbeitsabläufe künftig auch auf zusätzliche Bereiche des Anlagenbetriebs und der Instandhaltung ausgeweitet werden.
Die Plattform ist nicht ausschließlich auf die KI-Modelle des Herstellers beschränkt. Unternehmen können laut Rockwell Automation sowohl zentral bereitgestellte KI-Dienste als auch eigene Sprachmodelle einbinden. Unterstützt werden sollen außerdem lokal betriebene Modelle mit öffentlich verfügbaren Modellgewichten. Dies kann insbesondere für Unternehmen interessant sein, die Anforderungen an Datenschutz, IT-Sicherheit und die Kontrolle laufender Betriebskosten stellen.
Neben den von Rockwell Automation entwickelten und verifizierten KI-Agenten können Anwender eigene Agenten und Funktionen erstellen und integrieren. So sollen sich unternehmensspezifische Standards und Arbeitsabläufe berücksichtigen lassen.
Potenzial für den Verpackungsmaschinenbau
Für den Verpackungsmaschinenbau könnte der Ansatz insbesondere bei der Entwicklung und Inbetriebnahme komplexer Anlagen interessant sein. Wenn Steuerungsprogrammierung, Simulation und Visualisierung über eine gemeinsame KI-gestützte Umgebung zusammenarbeiten, könnten sich Entwicklungs- und Testabläufe effizienter gestalten lassen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die beteiligten Systeme und Daten durchgängig integriert sind.
Rockwell Automation will Factorytalk Conductor erstmals auf der Automation Fair 2026 in Boston öffentlich präsentieren. Die Markteinführung ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Konkrete Angaben zu Preisen oder Lizenzmodellen macht das Unternehmen bislang nicht.