Neue Gestaltungsmöglichkeiten
Lifocolor: PET-Flaschen mit der Haptik von HDPE
Mit Velvet PET hat Lifocolor ein Masterbatch entwickelt, das PET-Flaschen eine matte Oberfläche und die samtige Haptik von HDPE verleiht. Die Lösung lässt sich direkt im Spritzstreckblasverfahren einsetzen und eröffnet neue Möglichkeiten für das Verpackungsdesign.
Vergleich einer PET-Flasche ohne (links) und mit Velvet PET (rechts).
Lifocolor
Mit Velvet PET erweitert der Masterbatch-Hersteller Lifocolor aus Lichtenfels die Gestaltungsmöglichkeiten für PET-Flaschen. Das neue Effekt-Masterbatch verleiht Verpackungen aus Polyethylenterephthalat (PET) eine matte Oberfläche und samtig-weiche Griffigkeit, wie sie bislang vor allem von extrusionsgeblasenen HDPE (High-Density-Polyethylen)-Flaschen bekannt ist. Die Entwicklung richtet sich insbesondere an Hersteller von Verpackungen für Kosmetik, Körperpflege, Lebensmittel und pharmazeutische Produkte.
Der Effekt entsteht unmittelbar während der Verarbeitung des Kunststoffs. Eine nachträgliche Oberflächenbehandlung ist nicht erforderlich. Das Masterbatch wird dem PET im einstelligen Prozentbereich zugesetzt und kann auf bestehenden Anlagen für das Spritzstreckblasverfahren (Injection Stretch Blow Moulding, ISBM) verarbeitet werden.
Materialwechsel ohne Verlust der gewohnten Haptik
Hintergrund der Entwicklung sind nach Angaben von Lifocolor Anfragen von Marken- und Verpackungsherstellern, die von HDPE auf PET umsteigen möchten, ohne auf die charakteristische Haptik ihrer bisherigen Verpackungen zu verzichten. Während HDPE-Flaschen häufig eine matte und vergleichsweise weiche Oberfläche besitzen, sind konventionelle PET-Flaschen meist glatter und glänzender.
„Marken- und Verpackungshersteller kamen mit der konkreten Aufgabenstellung auf uns zu, die Haptik von HDPE in PET zu vereinen“, sagt Marco Meixner, Leiter Forschung und Entwicklung bei Lifocolor. Die Rezepturen könnten individuell auf das verwendete Polymer, einen möglichen Rezyklatanteil sowie Anforderungen an Farbe und Opazität abgestimmt werden.
Vorteile bei Materialeinsatz und Verarbeitung
Neben den gestalterischen Möglichkeiten verweist Lifocolor auf die verfahrenstechnischen Vorteile des ISBM-Verfahrens. Aufgrund der mechanischen Eigenschaften von PET lassen sich Flaschen mit vergleichsweise dünnen Wandstärken herstellen. Zudem arbeitet das Spritzstreckblasverfahren weitgehend ohne die beim Extrusionsblasformen entstehenden Butzenabfälle, die laut Lifocolor einen Materialverlust von bis zu zehn % verursachen können.
Ein weiterer Vorteil sind die präzisen Flaschenmündungen, die durch das Spritzgießen der Preforms entstehen. Sie können zu einer höheren Prozesssicherheit und geringeren Ausschussraten beim Abfüllen und Verschließen beitragen.
Recyclingfähigkeit und PPWR im Blick
Lifocolor sieht in Velvet PET auch Vorteile hinsichtlich der europäischen Verpackungsverordnung (PPWR). PET verfügt über etablierte Sammel-, Sortier- und Recyclingstrukturen und kann mit Recyclingmaterial verarbeitet werden. Die Masterbatch-Rezepturen lassen sich entsprechend auf PET und rPET abstimmen.
Da der Haptikeffekt ohne zusätzliche Beschichtung erzeugt wird, kann die Lösung ein einfach aufgebautes Verpackungsdesign unterstützen. Ob die fertige Verpackung tatsächlich die Anforderungen an Recyclingfähigkeit und Rezyklateinsatz erfüllt, hängt allerdings von der konkreten Zusammensetzung und Gestaltung ab.
Auch für Lebensmittelverpackungen geeignet
Die Velvet-PET-Masterbatches sind nach Herstellerangaben für den Lebensmittelkontakt zugelassen. Für pharmazeutische und medizinische Verpackungen können die Rezepturen auf Anfrage an spezielle Anforderungen angepasst werden.
Das Masterbatch ist als Kombinations- oder Additivlösung erhältlich. Neben dem gewünschten Haptikeffekt lassen sich Farbe, Transparenz und Opazität individuell einstellen. Damit könnte Velvet PET insbesondere für Marken interessant sein, die von HDPE auf PET wechseln möchten, ohne das gewohnte Erscheinungsbild und die Haptik ihrer Verpackungen grundlegend zu verändern.