Deutscher Nachhaltigkeitspreis Produkte 2027

Papacks für Faserformanlage ausgezeichnet

Die Produktionsanlage Model S10 von Papacks ist mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis Produkte 2027 im Transformationsfeld Wertschöpfungskette prämiert worden. Die Anlage ermöglicht die industrielle Herstellung faserbasierter Flaschen, Behälter und Tuben. Auch die Firmen Kupek und Proservation gehören mit ihren Verpackungslösungen zu den Preisträgern.

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Die S10-Anlage mit Firmengründer und CEO Tahsin Dag .

Die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis hat am 16. Oktober 2026 die Gewinner des Deutschen Nachhaltigkeitspreises Produkte 2027 bekanntgegeben. Im Transformationsfeld Wertschöpfungskette setzte sich die Papacks Sales GmbH mit ihrer Produktionsanlage Model S10 durch. Die Preisverleihung findet am 3. Dezember 2026 in Düsseldorf statt.

 Die in Deutschland entwickelte Anlage stellt faserbasierte Hohlkörper wie Flaschen, Behälter und Tuben her. Dabei lassen sich auch komplexe Geometrien mit Hinterschnitten einteilig formen. Als Ausgangsmaterialien dienen nachwachsende Rohstoffe wie Holzfrischfasern und Industriehanf. Eine pflanzenbasierte Barrierebeschichtung soll die erforderlichen Schutzeigenschaften der Verpackungen gewährleisten. Nach Angaben des Unternehmens können die fertigen Verpackungen über den Papierstrom erfasst werden.

Industrielle Fertigung mit bis zu 100 Mio. Einheiten

Die Model S10 ist für Produktionsmengen von 10 bis 100 Mio. Einheiten pro Jahr ausgelegt. Entwickelt wurde die Anlage in einer europäischen Kooperation: Papacks verantwortet Materialentwicklung und Patente, Inmaco Solutions aus den Niederlanden die Faseraufbereitung und ICE Industrial Services aus Tschechien die Automatisierung und Robotik. Die erste Produktionslinie ist nach Unternehmensangaben bereits in der Gigafactory von Papacks in Arnstadt in Betrieb.

Neben der Materialtechnologie steht das Fertigungskonzept im Mittelpunkt der Auszeichnung. Über ein Lizenzmodell soll die Produktion faserbasierter Verpackungen dezentral an verschiedenen Standorten möglich werden. Dadurch könnten Transportwege verkürzt und regionale Wertschöpfungsketten aufgebaut werden.

Die Jury hob insbesondere die Skalierbarkeit des Verfahrens und das Potenzial der dezentralen Fertigung hervor. In der Verbindung beider Ansätze sieht sie eine Möglichkeit, bestehende Produktionsstrukturen zu verändern.

Weitere Preisträger setzen auf Mehrweg und Reststoffe

Im Transformationsfeld Ressourcen wurden zwei weitere für die Verpackungsindustrie relevante Lösungen ausgezeichnet.

Die Kupek GmbH erhielt den Preis für ihr Mehrwegsystem Pacture, das Stretchfolie bei der Sicherung von Rollbehältern ersetzen soll. Die wiederverwendbaren Schutzmäntel bestehen aus 100 % recyceltem Polypropylen. Bei einem Praxiseinsatz mit mehr als 12.000 Sets beim Bio-Großhändler Dennree lassen sich nach Unternehmensangaben jährlich rund 100 t Stretchfolienabfall vermeiden. Gleichzeitig halbiert sich der Zeitaufwand für die Ladungssicherung. Die Schutzmäntel sind für mehr als 300 Einsätze ausgelegt und sollen sich nach etwa 90 Anwendungen amortisieren.

Ebenfalls im Transformationsfeld Ressourcen ausgezeichnet wurde die Proservation GmbH mit ihrer Materialtechnologie Recou. Sie verarbeitet landwirtschaftliche Reststoffe, insbesondere Getreidespelzen, zu naturbasierten Werkstoffen für Verpackungsanwendungen. Die patentierte Technologie soll fossile und ressourcenintensive Materialien ersetzen und die Herstellung kompostierbarer Produkte ermöglichen. Damit erschließt das Unternehmen bislang wenig genutzte Reststoffe als industrielle Rohstoffquelle.