Modifikation der Verpackung wegen Lieferengpässen

Snackhersteller bedruckt nur mehr Schwarzweiß

Rohstoffengpässe zwingen den japanischen Snackhersteller Calbee zu reduzierter Verpackungsgestaltung. Die Bedruckung bei einigen Produkten auf zwei Farben reduziert.

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Gewöhnungsbedürftig: die zweifarbigen Verpackungen.

Der japanische Snackhersteller Calbee reagiert auf die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten mit einer vorübergehenden Anpassung seiner Verpackungsspezifikationen. Wie das Unternehmen mitteilt, führen Lieferengpässe bei bestimmten Rohstoffen dazu, dass die Verpackung ausgewählter Produkte künftig vereinfacht wird. Konkret wird die Bedruckung auf zwei Farben reduziert. Ziel ist es, trotz angespannter Versorgungslage eine stabile Belieferung des Marktes sicherzustellen.

Von der Maßnahme betroffen sind insgesamt 14 Produktvarianten aus den bekannten Markenlinien „Potato Chips“, „Kappa Ebisen“ und „Frugra“. Die umgestellten Verpackungen sollen ab Ende Mai sukzessive in den Handel gehen. Laut Unternehmen handelt es sich ausdrücklich um eine temporäre Anpassung, die weder Rezeptur noch Produktqualität beeinflusst.

Verpackung als Stellschraube in der Krise

Der Schritt macht die wichtige Rolle der Verpackung als flexibles Element in globalen Lieferketten deutliche. Während in der Vergangenheit vor allem Inhalte und Rezepturen im Fokus standen, geraten nun offenbar auch Verpackungsmaterialien und -prozesse unter Druck. Insbesondere Druckfarben, Additive oder Folienbestandteile sind oft eng mit petrochemischen Vorprodukten verknüpft – und damit anfällig für geopolitisch bedingte Störungen.

Die Reduzierung auf zwei Druckfarben ist dabei ein vergleichsweise moderater Eingriff, der sich kurzfristig umsetzen lässt und zugleich Einsparpotenziale bei Materialeinsatz, Produktionszeit und Beschaffung eröffnet. Für Markenartikler bedeutet dies jedoch eine Herausforderung: Die visuelle Differenzierung am Point of Sale wird eingeschränkt, während gleichzeitig die Wiedererkennbarkeit erhalten bleiben muss.

Global agierender Snackhersteller unter Druck

Calbee zählt zu den größten Snackherstellern Japans und ist international breit aufgestellt. Das 1949 gegründete Unternehmen mit Sitz in Tokio produziert ein umfangreiches Portfolio an Kartoffel-, Mais- und Getreidesnacks sowie Cerealien. Neben dem starken Heimatmarkt ist Calbee in Nordamerika, China und Europa aktiv und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund zwei Milliarden Euro. Mit etwa 5.000 Beschäftigten gehört der Konzern zu den führenden Playern im globalen Snacksegment.

Trend zu „Simplified Packaging“

Bereits in den vergangenen Jahren haben Hersteller – etwa infolge der Corona-Pandemie oder der Energiekrise – Verpackungslösungen vereinfacht, um Materialverfügbarkeit zu sichern und Kosten zu reduzieren. Häufige Maßnahmen sind:

  • Reduktion von Farbdrucken oder Veredelungen
  • Vereinfachung von Materialstrukturen
  • Temporärer Wechsel zu alternativen Verpackungsformaten
  • Standardisierung über Produktlinien hinweg

Diese Strategien ermöglichen es, schneller auf Engpässe zu reagieren und Produktionsprozesse stabil zu halten. Gleichzeitig gewinnen Aspekte wie Design-Resilienz und Modularität in der Verpackungsentwicklung an Bedeutung.