Critical Chain Project Management (CCPM) bei Koch Pac-Systeme
CCPM-Add-ons bringen Transparenz in SAP-Projekte
Mit den Milliarum-Add-ons für SAP integriert Koch Pac-Systeme die CCPM-Methodik direkt ins Enterprise-Resource-Planning-System: Grafische Auswertungen und Puffersteuerung erhöhen Transparenz, Termintreue und Effizienz.
Silvia FunkeSilviaFunkeSilvia Funkefreie Fachjournalistin aus Leipzig
5 min
2019 wurde das neue Büro- und Kommunikationsgebäude in Pfalzgrafenweiler von Koch Pac-Systeme bezogen.Koch Pac-Systeme
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Bei komplexen, ressourcenintensiven Kundenaufträgen stoßen
klassische Projektmanagementmethoden an ihre Grenzen. Häufige Folgen sind
verpasste Liefertermine, Ressourcenkonflikte und Projektverzögerungen, die das
freigegebene Budget schnell sprengen. Deswegen setzen viele Unternehmen, für
die Termintreue, kurze Durchlaufzeiten und Kapazitätssteuerung erfolgskritisch
sind, auf Critical Chain Project Management (CCPM). Dabei konzentriert man sich
nicht nur auf die Aufgaben selbst, sondern auf die Abhängigkeiten und
Ressourcen, die dafür notwendig sind. CCPM sorgt durch Puffer und fokussierte
Steuerung dafür, dass Projekte zuverlässiger im Zeitrahmen abgeschlossen
werden.
Will man die CCPM-Philosophie aktiv im Unternehmen leben, dienen
spezifische CCPM-Funktionen und eine Visualisierung der Informationen, die für
die Steuerung und Priorisierung der Projekte entscheidend sind, nicht nur der
Übersichtlichkeit, sie haben strategischen Nutzen. Die CCPM-Funktionen und
Visualisierung der CCPM-Methode sind nicht im Standardumfang klassischer
SAP-Module, wie dem SAP Project System, enthalten. Deswegen hat sich der
Verpackungsmaschinenhersteller Koch Pac-Systeme mit der Umstellung auf SAP auch
für die Einführung von Add-ons entschieden, die CCPM in SAP abbilden.
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Die Auswahl an Lösungen war nicht groß
Die Koch Pac‑Systeme GmbH zählt zu den weltweit führenden
Herstellern von Verpackungsmaschinen im Bereich Blistermaschinen,
Kartonverpackungsmaschinen und Verpackungslinien. Die Verpackungstechnologien
des Sondermaschinenbauers ermöglichen
durch ihren modularen Aufbau maßgeschneiderte
Lösungen für
Konsumgüter, Healthcare-Produkte sowie
Kontaktlinsen. Das Unternehmen beschäftigt heute rund 450 Mitarbeitende am Produktionsstandort in
Pfalzgrafenweiler und in Serviceniederlassungen weltweit. Mit seiner mehr als
fünfzigjährigen Erfahrung wurde das Unternehmen Teil der Uhlmann-Gruppe. Damit
einher ging auch die Umstellung auf SAP S/4Hana, um Projekte unternehmensweit
mit einheitlichen Daten zu navigieren.
Die Blistermaschine KBS-PL ermöglicht die effiziente Produktion von Blisterverpackungen in hohen Auflagen.Koch Pac-Systeme
„In unserer alten ERP-Lösung hatten wir Funktionen integriert, mit denen
wir die CCPM-Philosophie leben konnten. Mit dem Übergang in SAP stellte sich
die Frage, wie wir CCPM auch im neuen System abbilden können“, erläutert
Hans-Martin Keppler, zuständig für Business Processes and Applications bei Koch
Pac-Systeme, die Situation, mit der man sich auf die Suche nach einem passenden
Add-on-Anbieter begab. Die übernahm ein externer Projektleiter, der auch die
SAP-Migration begleitete. Dabei sollte insbesondere eine grafische
Kapazitätsauslastung pro Arbeitsplatz integriert werden, die sich auf die
gesamte restliche Projektlaufzeit verteilt, um Aussagen über etwaige Rückstände
treffen zu können. „Die Auswahl an entsprechenden Lösungen war nicht groß. Mit
dem SAP Lean/Critical Project Management und der App PS-Kapazitätsauswertung
hat uns das Gesamtpaket von Milliarum überzeugt“, beschreibt Christoph Mogath,
Key-User bei Koch Pac-Systeme, den Auswahlprozess. Entscheidend war dabei die
Möglichkeit, einen Referenzanwender zu besuchen und die Integration von CCPM in
SAP mit den Milliarum-Add-ons live vor Ort zu erleben. „Die Anwendungen haben
die Logik, wie wir Projekte planen und abarbeiten mitsamt der grafischen
Darstellung von Arbeitsvorratslisten, abgebildet“, ergänzt Hans-Martin Keppler.
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Ampel steuert Projektfortschritt und beugt Engpässen vor
Mit der PS-Kapazitätsauswertung und der Milliarum SAP Lean/Critical Project Management Software behalten Projekt- und
Fertigungsverantwortliche die Kontrolle über ihre Ressourcen. Wie bei einer
intelligenten Ampel, die nicht nur den aktuellen Verkehrsfluss steuert, sondern
auch Verzögerungen vorbeugt, wird der Projektstatus grafisch visualisiert. Grün
steht für optimal ausgelastete Maschinen und Mitarbeitende: Hier läuft alles im
Takt. Gelb signalisiert eine sich abzeichnende Über- oder Unterauslastung, bei
der gezielt gegengesteuert werden kann. Rot markiert drohende Engpässe oder
Terminverzögerungen. Durch die frühzeitige Identifikation der kritischen Kette,
visuelle Auswertungen auf Basis von SAP-Daten und ein integriertes
Puffer-Management lässt sich nicht nur die Durchlaufzeit verkürzen, sondern
auch die Termintreue signifikant steigern.
Grundlage der CCPM-Methodik ist die
Theory of Constraints, die davon ausgeht, dass jede Wertschöpfungskette durch
mindestens ein begrenzendes Element, den Engpass, bestimmt wird. Indem dieser
Engpass gezielt gesteuert wird, lassen sich Leistung und Effizienz der gesamten
Kette optimieren. „Unsere Lösungen geben den Anwendern ein Steuerungsinstrument
an die Hand, mit dem sie ihre Projekte stabil, effizient und mit maximaler
Transparenz führen können“, sagt Steffen Wester-Ebbinghaus, Geschäftsführer von
Milliarum. Projektverantwortliche können so schnell priorisieren, Engpässe
beheben und belastbare Entscheidungen treffen, bevor es zum Stillstand kommt.
„Die Arbeitsvorratsliste ist der entscheidende Punkt für CCPM: Mit Milliarum
haben wir dort eine Ampellogik implementiert. Statt Termine zu steuern, steuern
wir den Fluss“, so Hans-Martin Keppler. Besonders überzeugt haben die
dynamischen Kapazitätsansichten, da dem Team von Koch Pac-Systeme entsprechende
grafische Darstellungen im SAP-Standard fehlten.
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Gutes Zusammenspiel erweckt CCPM in SAP zum Leben
Für die Einführung der Add-ons ist es nötig, die Projekte in
SAP so vorzubereiten, dass Milliarum die Daten verarbeiten kann. Die Milliarum-CCPM-Lösung ist vollständig in das SAP-Projektsystem (PS) und SAP-Enterprise-Ressource-Planning (ERP) integriert und nutzt die vorhandenen SAP-Daten
redundanzfrei. Dadurch stehen Daten entlang der gesamten Wertschöpfungskette
zur Verfügung und Erweiterungen, beispielsweise auf Serviceaufträge, konnten
flexibel abgebildet werden. Die Milliarum-Tools greifen für alle Prozessschritte
auf die SAP-Datenbank zurück. Das wurde bei Koch Pac-Systeme eng durch
Milliarum vor Ort begleitet. Der Schulterschluss zwischen internem Projektteam,
externen SAP-Beratern und Milliarum war entscheidend für die erfolgreiche
Umsetzung.
„Das war ein sehr gutes Zusammenspiel, das dazu geführt hat, dass
wir die CCPM-Methodik und die Kapazitätsansichten auch nach der Umstellung auf
die Ressourcenplanung SAP S/4Hana ohne Rückschritte anwenden können“,
bilanziert Hans-Martin Keppler. Das biete für Koch Pac-Systeme im
Projektmanagement den Vorteil, dass die Planung mit Puffern am Ende arbeite,
sodass Liefertermine geschützt seien. Auf diese Weise konnte man die
Durchlaufzeiten reduzieren. Projekte werden anhand vom Pufferverbrauch anstelle
klassischer Termin-Meilensteine mit dem Ziel gesteuert, den Gesamtpuffer
optimal zu nutzen und das Projektende zu sichern. So können
Projektverantwortliche auf einen Blick erkennen, wo Engpässe auftreten und
Aufmerksamkeit gefordert ist. „Das passt optimal zu unserem Projektgeschäft im
Sondermaschinenbau: Da muss man sich oft auf neue Situationen einstellen“, so
Christoph Mogath. So könne man verschiedenste Gewerke gleichzeitig steuern und
dynamisch auf den Projektfortschritt reagieren.
Werkzeugkasten der Projektsteuerung ansprechend visualisiert
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Etwa 80 Anwender nutzen bei Koch Pac-Systeme die
PS-Kapazitätsauswertung und das Milliarum SAP Lean/Critical Project
Management. Besonders schätzen sie die Kapazitätsansicht, die als flexibel,
übersichtlich und skalierbar erlebt wird. Dabei wurden auch individuelle
Anpassungswünsche berücksichtigt. So wurden etwa die Restkapazitäten auf die
Restlaufzeit aufgeteilt und man konnte zuverlässiger Aussagen über den
Projektstatus treffen. Aktive Projekte laufen stets im Hintergrund mit. Dabei
steht Verantwortlichen der ganze Werkzeugkasten der Projektsteuerung
übersichtlich zur Verfügung: Direkt in der Maske können etwa das Datum
verändert, Vorgänge verlängert oder Termine verschoben werden.
Seit 2006 ist Koch Pac-Systeme Teil der Uhlmann Group.Koch Pac-Systeme
Auch die
Farbgebung der Pufferampel hat Koch Pac-Systeme angestoßen. So schätzt man
heute insbesondere die ansprechende grafische Darstellung. „Milliarum ist sehr flexibel auf unsere
Anpassungswünsche eingegangen. Die haben sich inzwischen auch bezahlt gemacht“,
so Hans-Martin Keppler. Dabei schätzt man auch die Möglichkeit der
Massendatenänderung über die Arbeitsvorratsliste, sodass auch mehrere
Netzplanvorgänge zurückgemeldet werden können. Das bietet der SAP-Standard
nicht: Da ist es notwendig, Rückmeldungen Vorgang für Vorgang zu tätigen. So
lassen sich Änderungen pro Projekt oder Arbeitsplatz zusammenfassen, was den
manuellen Aufwand deutlich reduziert.
Gesamtpuffer mit Kurs auf den Zieltermin managen
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Vor dem Umstieg auf SAP setzten die Verantwortlichen bei
Koch Pac-Systeme auf eine flexible Mittelstandssoftware. Der Schritt in die
komplexe SAP-Welt war ein Großprojekt. „Mit Milliarum haben wir ein Pendant zu
unserer vorherigen Lösung gefunden, die unsere Anforderungen an die Umsetzung
der CCPM-Methodik in SAP abbildet“, so Hans-Martin Keppler. Mit den neuen Tools
wird CCPM nicht nur verstanden, sondern auch gelebt: Statt sich im Nebel vager
Terminpläne zu verlieren, zeigt die Ampel klar, wo das Projekt steht. Grün
heißt: alles im Fluss. Gelb signalisiert: jetzt genau hinschauen. Und Rot
bedeutet: gemeinsam handeln, bevor es kritisch wird. So wird Projektsteuerung
nicht zum Bauchgefühl, sondern zur datenbasierten Entscheidung: transparent,
fokussiert und mit klarem Kurs auf den Zieltermin.
Der Fokus liegt dabei nicht
darauf, jede einzelne Aufgabe strikt nach Termin zu kontrollieren, sondern den
Gesamtpuffer zu managen, der das Projektende absichert. „Wir sind froh, dass
wir unsere Prozesse stabil und die Umstellung auf SAP S4/Hana gemeistert haben.
Es gibt keinen Grund, daran etwas zu ändern.“ Koch profitiert von der
kontinuierlichen Weiterentwicklung der Milliarum-Lösungen. So ist bereits in
Planung, die SAP UI5 Overview Pages für das CCPM und das PS zu realisieren und
AI-Funktionen bereitzustellen.