Strukturelle Anforderungen treffen auf eine angespannte Kostensituation
Lösungen für die Süß- und Backwarenindustrie
Die Süß- und Backwarenindustrie wächst und steht zugleich unter hohem Transformationsdruck. Wettbewerbsfähigkeit erfordert Investitionen. Die Interpack 2026 bündelt dafür in drei Hallen auf rund 40.000 qm das technologische Angebot der Branche.
Messe DüsseldorfMesseDüsseldorfMesse Düsseldorfa
2 min
Effizientes Verpacken für jeden Bedarf: Die Interpack präsentiert die neuesten Verfahren und Maschinen.Messe Düsseldorf / ctillmann
Anzeige
Der Süß- und Backwarenbereich erstreckt sich über die Hallen
1,3 und 4 direkt am Eingang Süd des Düsseldorfer Messegeländes. Hersteller
finden dort Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der
Rohstoffverarbeitung über Formgebung und Überzug bis hin zur Primär- und
Sekundärverpackung. Zu den Ausstellern zählen hier unter anderem Aasted,
Sollich, Theegarten-Pactec, SACMI Packaging & Chocolate, Bühler sowie
Coperion. Damit ist der technologische Kern der Branche vor Ort vertreten.
Die Perspektiven sind trotz zahlreicher Herausforderungen
positiv. So lag der globale Markt für Backwaren 2024 bei 177 Mio. t. Bis 2029
wird ein Wachstum von 9,6 % erwartet. Besonders dynamisch entwickeln sich
Märkte im Mittleren Osten und in Afrika. Auch der weltweite Süßwarenmarkt
wächst um 4,5 5 bis 2029. Lateinamerika sowie der Mittlere Osten und Afrika
zeigen zweistellige Wachstumsraten, während Nordamerika leicht rückläufig ist
(Quelle: Euromonitor International/ VDMA). Das Marktumfeld ist damit stabil.
Gleichzeitig verschieben sich Absatzregionen, Kostenstrukturen und
regulatorische Rahmenbedingungen.
Anzeige
Klarer Handlungsbedarf
Thomas Bischof, Global Head of Business Development Consumer Foods bei Bühler.Bühler
Wie groß die Herausforderungen sind, verdeutlichen
Unternehmen, die 2026 im Süß- und Backwarenbereich der Interpack vertreten
sind. Eines davon ist Bühler, auf der Interpack in Halle 3 zu finden. Thomas
Bischof, Global Head of Business Development Consumer Foods bei Bühler, erklärt
zum Beispiel: „Der größte Transformationsdruck entsteht aus der gleichzeitigen
Wirkung von Rohstoffkrisen, Nachhaltigkeits-anforderungen, Gesundheitsregulierung
und Kostensteigerungen. Der zentrale Hebel für Unternehmen liegt deshalb in
drei Bereichen: Resiliente und nachhaltige Rohstoff- und Lieferketten,
Rezeptur- und Produktinnovation (vor allem Zuckerreduktion und alternative
Zutaten) sowie Effizienzsteigerung und flexible Produktion.“
Die strukturellen Anforderungen treffen auf eine angespannte
Kostensituation. „Die Süßwaren- und besonders die Schokoladen-industrie stehen
derzeit unter massivem Kostendruck, vor allem durch stark gestiegene
Rohstoffpreise. Dadurch steigt der Bedarf an hoch effizienten und langlebigen
Produktionsanlagen. Gleichzeitig erzwingen steigende Energiekosten
Investitionen in moderne Technologien, die den Energieverbrauch spürbar
senken“, so Klaus-Dietrich Franzmeier, Director Sales & Marketing bei
Sollich. Das Unternehmen präsentiert sich auf über 1.000 qm und gehört somit zu
den größten Ausstellern der Interpack.
Anzeige
Vor dem Hintergrund schwankender Rohstoffkosten,
Personalengpässen und zunehmender Unsicherheiten in Bezug auf Handel und Zölle
betont Chris Isom, General Manager Food, Coperion Food, Health & Nutrition
Division, die Dringlichkeit, Durchsatz und Qualität mit weniger Personal zu
sichern: „Dies erfordert eine strengere Prozesskontrolle, schnellere
Umrüstungen sowie hygienischere und konsistentere Abläufe. Erfolgreich sein
werden jene Unternehmen, die intelligent modernisieren, indem sie
Automatisierung und integrierte Systemverbesserungen nutzen, um die
Produktkonsistenz zu erhöhen, die Flexibilität zu verbessern und die
Gesamtbetriebskosten zu senken.“
Die Frage ist damit nicht mehr, ob modernisiert werden muss,
sondern wie umfassend. Klaus-Dietrich Franzmeier von Sollich formuliert es
klar: „Um bis 2030 wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen konsequent
auf moderne Technologien setzen. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz –
sowohl in der Entwicklung als auch im Service – wird dabei zum entscheidenden
Erfolgsfaktor.“
Anzeige
Auch Matt Craig, Coperion Food, Health & Nutrition
Division, sieht strategische Investitionen als Schlüssel: „Treffen Sie
Investitionsentscheidungen im Einklang mit den Bereichen, in die die Branche
tatsächlich investiert: Modernisierung und Upgrades statt ausschließlich
Neubauten kompletter Produktionsstandorte. Bäckereien priorisieren Verpackung,
Software/IT/KI, Robotik und Automatisierung sowie zentrale Prozessschritte wie
Mischen und Materialhandling – weil diese Investitionen messbare Verbesserungen
bei Qualität, Effizienz und Anlagenverfügbarkeit bringen."
Entscheidungsplattform für Investitionen
Diese strategischen Ansätze zeigt Bühler auch auf der Interpack
2026. Im „Minimarket“ und im „Food Sensation Lab“ erhalten Produzenten
Inspirationen und Impulse für neue Produktideen. Zudem zeigt Bühler, wie
Hersteller ihre Produktionsprozesse optimieren und sich auf die
Herausforderungen in einem fluktuierenden Marktumfeld vorbereiten können.
Digitalisierung und Flexibilisierung stehen dabei im Fokus. Ergänzend werden
Innovationen aus den Bereichen Schokoladenmasse und Schokolade gießen, Keks-
und Waffelproduktion sowie Cerealien und Extrusionstechnologie vorgestellt.
Auch Sollich zeigt konkrete Weiterentwicklungen für die
Süßwarenproduktion. Das Unternehmen präsentiert auf der Interpack 2026 eine
neue Generation von Überziehmaschinen. Zudem werden gemeinsam mit der Sweetconnect
GmbH Machine-Learning-Funktionalitäten weiterentwickelt, um Anlagenführer
gezielter bei der effizienten und stabilen Prozesssteuerung zu unterstützen.
Anzeige
Coperion stellt die Integration in den Mittelpunkt. Anlagen,
Steuerung und Automatisierung werden so verknüpft, dass Modernisierungen
konkrete Ergebnisse liefern – etwa höhere Produktkonsistenz, schnellere
Umrüstungen, bessere Hygiene und eine belastbare Datengrundlage. Auf der Messe zeigt
das Unternehmen Lösungen zur Modernisierung bestehender Linien. Dazu gehören
hygienische Mischtechnologien wie der Diosna Wendel-Mischer,
Applikationstechnologien wie Bakon Disc Spraying sowie flexible
Depositing-Lösungen mit der Unifiller MultiStation. Für Extrusionsanwendungen
wird zudem die SBX-Plattform vorgestellt.