Papierbasierte Flowpack-Lösung als Antwort auf neue Marktanforderungen
So reagieren Model Group, Clarus Films und Paxmatic auf die PPWR
Mit der europäischen Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) steigt der Druck auf die Verpackungsindustrie, recyclingfähige und materialeffiziente Lösungen in industrielle Anwendungen zu überführen. Gemeinsam haben Model Group, Clarus Films und Paxmatic nun eine papierbasierte Alternative für Flowpack-Anwendungen getestet.
Die Umstellung von Kunststoff auf Papier stellt gewissen Anforderungen – die jedoch häufig bereits mit dem Austausch der Formschulter zu meistern.
Model Group
Im Zentrum der Entwicklung steht ein heißsiegelfähiges Recyclingpapier von Model Group, das speziell für horizontale Schlauchbeutelanwendungen konzipiert wurde. Ziel war es, eine nachhaltige Verpackungslösung bereitzustellen, die bestehende Kunststoffanwendungen substituieren kann.
Das Material wurde gezielt für den industriellen Einsatz ausgelegt. Es verfügt über gute Heißsiegeleigenschaften und lässt sich auf bestehenden Verpackungslinien verarbeiten. Laut den bisherigen Tests kann die Verarbeitung mit vergleichbaren Produktionsgeschwindigkeiten wie bei konventionellen Kunststofffolien erfolgen. Typische Einsatzgebiete liegen insbesondere im Non-Food-Segment, etwa bei Spielwaren, Elektrokomponenten oder Befestigungsmaterialien.
Für die erfolgreiche Umsetzung der Anwendung spielte Clarus Films als Verarbeitungs- und Konfektionspartner eine zentrale Rolle. Die Maschinentechnologie und Prozessvalidierung erfolgte gemeinsam mit Paxmatic. Dabei zeigte sich, dass papierbasierte Materialien zwar andere mechanische Eigenschaften als Kunststoff aufweisen, sich jedoch mit angepassten Formatteilen zuverlässig auf bestehenden Anlagen verarbeiten lassen.
Was es bei der Umstellung von Kunststoff auf Papier zu beachten gilt
Insbesondere bei der Umstellung von Kunststoff auf Papier sind Anpassungen im Maschinenumfeld erforderlich. Papier reagiert weniger flexibel auf enge Umlenkungen und stellt höhere Anforderungen an den Formprozess. In der Praxis genügt jedoch häufig bereits der Austausch der Formschulter, um sowohl Papier- als auch Kunststoffmaterialien auf derselben Maschine verarbeiten zu können.
Die Entwicklung zeigt exemplarisch, wie partnerschaftliche Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette Innovationen beschleunigen kann: vom Materialhersteller über die Konfektionierung bis hin zur Verpackungsmaschine.
Gleichzeitig unterstreicht das Projekt, dass recyclingfähige Papierlösungen zunehmend das Potenzial besitzen, etablierte Kunststoffanwendungen in industriellen Verpackungsprozessen zu ersetzen.
Bild: Die Umstellung von Kunststoff auf Papier stellt gewissen Anforderungen – die jedoch häufig bereits mit dem Austausch der Formschulter zu meistern.