Weltweite Befragung

2045 Marktführer: Faserbasierte Verpackungen für Lebensmittel

Faserbasierte Verpackungen gewinnen im Lebensmittelbereich weiter an Bedeutung. Laut einer gemeinsamen Studie von Smithers und UPM Specialty Materials könnte ihr Marktanteil bis 2045 auf 42 % steigen. Treiber sind neue Barrieretechnologien, strengere Regulierung und der Wunsch nach besserer Recycelbarkeit.

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Auf dem Vormarsch: faserbasierte Verpackungen.

Lebensmittelverpackungen auf Fasernbasis stehen vor einer weiteren Ausweitung ihrer Marktposition. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Sustainable Food Packaging in 2045: The Shape of Things to Come“, die von der Marktforschungs- und Beratungsgesellschaft Smithers gemeinsam mit UPM Specialty Materials veröffentlicht wurde. Demnach könnte der Anteil faserbasierter Materialien am globalen Lebensmittelverpackungsmarkt von derzeit 37 % auf 42 % im Jahr 2045 wachsen.

Grundlage der Untersuchung ist eine weltweite Befragung von mehr als 230 Verpackungsfachleuten aus der gesamten Wertschöpfungskette. Ergänzend flossen Einschätzungen von Branchenexperten aus den Bereichen Verpackung, Nachhaltigkeit und Recycling in die Analyse ein.

Barrieretechnologien als Schlüsselfaktor

Als wesentlicher Treiber der Entwicklung gelten Fortschritte bei funktionalen Barriereschichten. Nach Einschätzung der Befragten werden diese Innovationen den Einsatz faserbasierter Materialien in Anwendungsfeldern ermöglichen, die bislang überwiegend von Kunststoffen dominiert werden. 71 % der Teilnehmer erwarten, dass faserbasierte Verpackungen bis 2045 als nachhaltigste Verpackungslösung wahrgenommen werden.

„Wir sehen eine starke Dynamik bei faserbasierten Verpackungen, angetrieben durch Regulierung, Verbrauchernachfrage und Innovationen bei Barrieretechnologien“, wird Janne Varvemaa, Director Products and Technology bei UPM Specialty Materials, in den Studienunterlagen zitiert.

Nachhaltigkeit wird zur Pflicht

Die Studienautoren erwarten zudem tiefgreifende Veränderungen im regulatorischen Umfeld. 71 % der Befragten gehen davon aus, dass Nachhaltigkeit bis 2045 nicht mehr als Wettbewerbsmerkmal, sondern als verpflichtende regulatorische Vorgabe betrachtet wird. Gleichzeitig rechnen 88 % mit einem erheblichen Einfluss verschärfter Umweltgesetzgebung auf die künftige Materialauswahl.

Besonders Extended-Producer-Responsibility-Systeme (EPR) und sogenannte Eco-Modulation-Modelle dürften an Bedeutung gewinnen. Diese Instrumente sollen recyclingfreundliche Verpackungen finanziell begünstigen und schwer verwertbare Materialien stärker belasten.

Recycling bleibt zentrale Herausforderung

Auch beim Thema Kreislaufwirtschaft erwartet die Branche Fortschritte. Die Studie prognostiziert einen Anstieg der globalen Recyclingquote von rund 31 % im Jahr 2030 auf 37 % im Jahr 2045. Gleichzeitig wird jedoch davon ausgegangen, dass Deponierung und thermische Verwertung in vielen Regionen weiterhin eine wichtige Rolle spielen werden. Gründe sind vor allem Defizite bei Sammel-, Sortier- und Recyclinginfrastrukturen.

Regionale Unterschiede dürften dabei bestehen bleiben. Europa wird nach Einschätzung der Befragten seine Vorreiterrolle beim Recycling behalten, während Nordamerika und die Asien-Pazifik-Region vor unterschiedlichen regulatorischen und infrastrukturellen Herausforderungen stehen.

Innovation und Infrastruktur gefragt

Für die Autoren der Studie ist deshalb klar: Der Wandel hin zu faserbasierten Lebensmittelverpackungen wird nicht allein durch neue Materialien entschieden. Ebenso wichtig sind Investitionen in leistungsfähige Recyclingstrukturen sowie die Weiterentwicklung nachhaltiger Verpackungskonzepte entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Erst das Zusammenspiel von Materialinnovation, Regulierung und Infrastruktur werde darüber entscheiden, ob faserbasierte Lösungen ihren prognostizierten Bedeutungszuwachs tatsächlich realisieren können.