Cococo-Plattform bleibt eigenständige Marke
Durst steigt bei Cococo ein und stärkt Softwaregeschäft
Die Mehrheitsbeteiligung an Triple C Labs soll die Entwicklung der Software- und KI-Plattform Kyveris beschleunigen. Davon abgesehen bleibt Cococo unabhängig und offen für Drittanbieter.
Thomas Roetting
Die Durst Group hat eine Mehrheitsbeteiligung an der Triple
C Labs GmbH erworben, dem Unternehmen hinter der Cococo-Platform. Mit der
Übernahme baut der Südtiroler Digitaldruckspezialist seine Position im Bereich
Software, Vernetzung und Künstliche Intelligenz weiter aus. Die Cococo-Platform
soll dabei als eigenständige Marke mit unverändertem Management sowie
bestehenden Kunden- und Partnerbeziehungen weitergeführt werden.
Im Mittelpunkt der Transaktion steht die Weiterentwicklung
von Kyveris, dem Software- und KI-Stack der Durst Group für die
vernetzte Druckproduktion. Während Kyveris die Steuerung, Datenanalyse sowie
Farb- und Produktionsintelligenz bereitstellt, liefert Cococo die
Integrationsschicht, die Maschinen, Prepress-Systeme und Produktionssoftware
unterschiedlicher Hersteller miteinander vernetzt.
Nach Angaben der Unternehmen basiert die Plattform auf den
Industriestandards JDF (Job Definition Format) und JMF (Job Messaging
Format). Ziel ist es, Daten aus verschiedenen Produktionsbereichen in einer
gemeinsamen Struktur zusammenzuführen und damit die Grundlage für
Automatisierungs- und KI-Anwendungen zu schaffen.
„Die richtige Antwort auf komplexe Produktionslandschaften
sind selten mehr Maschinen. Vielmehr braucht es mehr Transparenz über die
Maschinen, die bereits im Einsatz sind“, erklärt Christoph Gamper, CEO und
Mitinhaber der Durst Group. Cococo habe hierfür eine gemeinsame Datensprache
geschaffen, die Druckmaschinen, Prepress-Systeme und Produktionssoftware
verbinden könne.
Fokus auf offene Systeme
Ein zentraler Aspekt der Vereinbarung ist die Fortführung
der offenen Marktstrategie von Cococo. Die Plattform bleibt nach
Unternehmensangaben herstellerneutral und soll weiterhin auch von Wettbewerbern
der Durst Group sowie von unabhängigen Softwareanbietern genutzt werden können.
Von der engeren Zusammenarbeit versprechen sich beide
Unternehmen schnellere Software-Releases, zusätzliche Integrationen und
weiterentwickelte Datenmodelle. Die finanziellen Details der Transaktion wurden
nicht veröffentlicht.