Auch mit Fördermitteln aus der EU
Aliplast eröffnet Recyclingwerk für starre Kunststoffe
Der italienische Kunststoffrecycler Aliplast hat in Modena eine neue Recyclinganlage für starre Kunststoffe eröffnet. Das Werk kann jährlich bis zu 30.000 t Kunststoffabfälle verarbeiten und daraus hochwertige Rezyklate herstellen. Insgesamt investierte das Unternehmen 48,8 Mio. Euro.
Feierliche Einweihung mit Politprominenz.
Aliplast
Aliplast, ein Unternehmen der italienischen Hera-Gruppe, hat seine neue Recyclinganlage R3GID (Recover Recycle Regenerate Plastic) in Modena offiziell eingeweiht. Das bereits seit mehreren Monaten betriebene Werk soll bei voller Auslastung rund 80 Menschen beschäftigen. Von den Gesamtinvestitionen in Höhe von 48,8 Mio. Euro stammen 7,7 Mio. Euro aus Mitteln des italienischen Aufbau- und Resilienzplans (NRRP).
Die Anlage verarbeitet starre Kunststoffabfälle aus kommunalen und industriellen Quellen, unter anderem aus der Automobil-, Kosmetik-, Elektronik- und Möbelindustrie. Mithilfe der NX-Replast-Technologie von Nextchem, einem Unternehmen der Maire-Gruppe, entstehen daraus hochreine, rückverfolgbare Recyclingpolymere und Compounds. Nach Unternehmensangaben erreichen die Rezyklate einen zertifizierten Reinheitsgrad von mehr als 99 %. Ihre Eigenschaften sollen mit denen von Primärkunststoffen vergleichbar sein.
Steigende Nachfrage durch EU-Vorgaben
Mit der Investition reagiert Aliplast auf den erwarteten steigenden Bedarf an hochwertigen Sekundärrohstoffen. Zu den Treibern zählen die europäische Verpackungsverordnung PPWR und die geplanten strengeren Vorgaben für Altfahrzeuge. Die in Modena produzierten Rezyklate sollen sich unter anderem für Kosmetikverpackungen, Kunststoffkomponenten von Elektrogeräten und Automobilbauteile eignen.
Nach Angaben von Hera-CEO Orazio Iacono verfügt Europa derzeit über Kunststoffrecyclingkapazitäten von rund 13,5 Mio. t jährlich. Davon entfallen lediglich 3,5 Mio. t auf starre Kunststoffe und rund 440.000 t auf hochwertige Rezyklate. Bis 2040 werde ein zusätzlicher Bedarf von 5,7 Mio. t recycelten starren Kunststoffen erwartet.
Recyclingkapazität soll sich verdoppeln
Die neue Anlage ist Teil einer umfassenderen Expansionsstrategie. Neben dem Werk in Modena erweitert Aliplast seine LDPE-Recyclingkapazitäten am Standort Borgolavezzaro. Zudem plant das Unternehmen, 70 % des polnischen Recyclers Kronos Polymer Polska zu übernehmen. Der Abschluss der Transaktion wird bis Ende 2026 erwartet.
Mit diesen Maßnahmen will Aliplast seine Recyclingkapazität verdoppeln und künftig jährlich mehr als 210.000 t hochwertige Sekundärrohstoffe herstellen. Die gesamte Produktionskapazität soll auf 255.000 t pro Jahr steigen.