Karsten Derks übernimmt Niederauer Mühle
Der bisherige CEO Dr. Karsten Derks ist neuer Alleineigentümer der Papierfabrik Niederauer Mühle. Nach der Stilllegung einer Papiermaschine und dem Abbau von Arbeitsplätzen will er den Umbau des Unternehmens fortsetzen und die Marktposition stärken.
Kristina Schwahlen, Dr. Karsten Derks, Stephanie Zanders und Claudia Autenrieb (v.l.).
PNM
Dr. Karsten Derks hat die Papierfabrik Niederauer Mühle (PNM) in Kreuzau mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Oktober 2026 vollständig übernommen. Derks führt das Unternehmen bereits seit Januar 2026 als CEO. Die bisherigen Eigentümerfamilien Autenrieb und Meyer haben ihre Anteile vollständig abgegeben. Damit liegen Geschäftsführung und Eigentum künftig in einer Hand.
Die Papierfabrik steht seit mehreren Jahren unter wirtschaftlichem Druck. Auf den Nachfrageboom während der Coronapandemie folgten rückläufige Absatzmengen und stark gestiegene Energiekosten. Unter Derks hat das Unternehmen deshalb seine Kostenstruktur angepasst. Dazu gehörten die Stilllegung der kleineren der beiden Papiermaschinen sowie ein Personalabbau, der durch eine Transfergesellschaft begleitet wird. Nach Unternehmensangaben entwickelt sich die wirtschaftliche Lage derzeit planmäßig.
Recycling von Getränkekartons als Alleinstellungsmerkmal
Für die weitere Entwicklung setzt Derks auf eine stärkere Marktbearbeitung und die Positionierung des bestehenden Produktportfolios. Eine besondere Rolle spielt dabei das Recycling gebrauchter Getränkekartons. Nach eigenen Angaben ist die Niederauer Mühle die einzige Papierfabrik in Deutschland, die daraus gewonnene Fasern zu Wellpappenrohpapier verarbeitet.
Niederauer Mühle
Die Papierfabrik Niederauer Mühle GmbH ist ein führender deutscher Hersteller von weiß gedecktem Wellpappenrohpapier (White Top Testliner) mit Sitz in Kreuzau (Nordrhein-Westfalen). Das familiengeführte Unternehmen produziert auf Basis von 100 % Altpapier hochwertige Verpackungspapiere für die Wellpappenindustrie. Die Papierfabrik steht seit mehreren Jahren unter wirtschaftlichem Druck. Nach Angaben aus den veröffentlichten Jahresabschlüssen sank der Umsatz von 217,3 Mio. Euro im Jahr 2022 auf 146,5 Mio. Euro 2023 und 116 Mio. Euro 2024. Damit gingen die Erlöse innerhalb von zwei Jahren um knapp 47 % zurück. Nach einem Jahresüberschuss von 18,5 Mio. Euro im Jahr 2022 verzeichnete das Unternehmen 2023 einen Verlust von 12,8 Mio. Euro und 2024 einen Fehlbetrag von 8,2 Mio. Euro. Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl lag 2024 bei 179. Unter Derks hat das Unternehmen seit Anfang 2026 seine Kostenstruktur angepasst. Dazu gehörten die Stilllegung der kleineren der beiden Papiermaschinen sowie ein Personalabbau, der von einer Transfergesellschaft begleitet wird. Nach Unternehmensangaben verläuft die wirtschaftliche Entwicklung derzeit planmäßig.
Mit dem kürzlich eingeführten Eifelliner Paperloop bietet das Unternehmen einen weiß gedeckten Testliner an, der einen garantierten Mindestanteil von 25 % recycelten Getränkekartonfasern enthält. Für das Produkt verzeichnet PNM nach eigenen Angaben eine anhaltende Nachfrage.
Künftig will das Unternehmen bestehende Kundenbeziehungen ausbauen und neue Abnehmer gewinnen. Potenzial sieht Derks insbesondere bei Getränkeabfüllern, die Wellpappenverpackungen für den Transport ihrer Produkte benötigen. Darüber hinaus prüft PNM weitere Wachstumsoptionen, für die gegebenenfalls zusätzliche Kompetenzen, Kapazitäten oder finanzielle Mittel erschlossen werden sollen.
Die bisherigen Eigentümerfamilien hatten die Niederauer Mühle 1984 übernommen und in den folgenden Jahrzehnten ausgebaut. Die jährliche Papierproduktion stieg in dieser Zeit von rund 9.000 t auf in der Spitze rund 345.000 t.