Kostenvergleich von Koehler Paper
Papierverpackungen können günstiger als Kunststoff sein
Papierverpackungen müssen nicht zwangsläufig teurer sein als Kunststoffverpackungen. Eine Modellrechnung von Koehler Paper zeigt, dass insbesondere die Entgelte für die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) die Gesamtkosten erheblich beeinflussen können.
Identisches Produkt, zwei verschiedene Verpackungen.
OpenAI
Der Papierhersteller Koehler Paper hat die Gesamtkosten einer flexiblen Papierverpackung mit denen einer Kunststoffverpackung verglichen. Als Beispiel dient ein Beutel für 500 g Haferflocken, der entweder aus einer 80 µm starken OPP-Folie (orientiertes Polypropylen) mit einem Flächengewicht von 73 g/m² oder aus dem heißsiegelfähigen Barrierepapier Koehler NexPlus Seal Pure mit 80 g/m² besteht.
Für beide Varianten wurden identische Verpackungsabmessungen von 300 × 265 mm sowie eine Produktion in Deutschland angenommen. In die Berechnung flossen Materialkosten, Verarbeitungskosten und die jeweiligen nationalen EPR-Entgelte ein. Letztere unterscheiden sich je nach Absatzmarkt und Verpackungsmaterial.
Bis zu 18,4 % niedrigere Gesamtkosten
Nach Berechnungen von Koehler Paper liegen die Gesamtkosten der Papierverpackung bei einer Vermarktung in Belgien um 18,4 % unter denen der Kunststoffvariante. In Spanien beträgt der errechnete Kostenvorteil 12,3 %, in den Niederlanden 8,5 %. Für Deutschland ergeben sich dagegen annähernd gleiche Gesamtkosten.
Ein wesentlicher Faktor sind die länderspezifischen EPR-Entgelte, die unter anderem von der Recyclingfähigkeit und dem eingesetzten Verpackungsmaterial abhängen. In Spanien wirkt sich zusätzlich die Kunststoffsteuer auf den Kostenvergleich aus.
Für die Simulation der EPR-Kosten nutzte Koehler Paper die Software Recyda. Bei der Verarbeitung wurden unter anderem ein fünffarbiger Flexodruck und eine Auflage von 400.000 Einheiten zugrunde gelegt.
Materialpreis allein nicht entscheidend
Der Vergleich verdeutlicht, dass die reinen Materialkosten nicht ausreichen, um die Wirtschaftlichkeit unterschiedlicher Verpackungslösungen zu bewerten. Entscheidend sind vielmehr die Gesamtkosten (Total Cost of Ownership, TCO), die auch Verarbeitung und regulatorisch bedingte Entgelte berücksichtigen.
Für ein fiktives Absatzszenario mit rund 47,2 Mio. Haferflockenverpackungen jährlich errechnet Koehler Paper bei einem Wechsel von Kunststoff auf Papier eine Einsparung von rund 136.000 Euro pro Jahr. Voraussetzung ist dabei eine bestimmte Verteilung des Absatzes auf Deutschland, Spanien, die Niederlande und Belgien.
Die Ergebnisse beruhen auf einer Modellrechnung des Papierherstellers mit ausgewählten Materialien und Kostenannahmen. Absolute Verpackungskosten veröffentlicht das Unternehmen nicht. Zudem wurden mögliche Mehrkosten durch einen höheren Druckfarbenverbrauch bei Papier nicht berücksichtigt. Die errechneten Kostenvorteile lassen sich daher nicht ohne Weiteres auf andere Verpackungsanwendungen übertragen.