Umstellung der Metalldeckel-Produktion auf PVC-freies Coil-Coating
Wie Easytech den Dichtstoffauftrag stabilisierte
Der Einstieg in den Tiernahrungsmarkt stellte Easytech Packaging vor technische Herausforderungen: Neue Hochgeschwindigkeitsanlagen, Aluminium als Werkstoff und ein PVC-freies Coil-Coating erforderten eine umfassende Prozessoptimierung. Unterstützung kam von Henkel.
Redaktion neue verpackungRedaktionneue verpackung
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Easytech Packaging s.r.l. mit Sitz im süditalienischen Fisciano hat sich auf die Produktion von Easy-Open Ends (EOE), Sanitary Open-Top (SOT) Metalldosen sowie Deckeln spezialisiert.Henkel
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Easytech Packaging s.r.l. mit Sitz im süditalienischen Fisciano hat sich auf die Produktion von Aufreißdeckeln (Easy Open Ends, EOE), Metalldosen mit vollständig abnehmbarem Deckel (Sanitary Open Top, SOT) sowie weiteren Metalldeckeln spezialisiert. Seit 2021 gehört das Unternehmen zum Bereich Metal Containers der Silgan Holdings Inc. und fungiert als europäisches Kompetenzzentrum für EOE innerhalb des Konzerns. In dieser Rolle ist Easytech an der Weiterentwicklung des Segments beteiligt. Mit dem Markteintritt in das Tiernahrungssegment erschloss sich das Unternehmen neue Absatzmöglichkeiten, musste aber auch zusätzliche technische Anforderungen erfüllen.
Neue Anforderungen durch den Einstieg ins Tiernahrungsgeschäft
Der Einstieg in das Segment der Tiernahrungsverpackungen begann mit dem Großauftrag eines führenden Markenherstellers an Easytech. „Dieser Vertrag hat uns den Zugang zu einem völlig neuen Markt eröffnet“, sagt Dr. Fabio Bove, General Manager bei Easytech. „Die Anforderungen in den Bereichen Abdichtung, Lebensmittelsicherheit und Prozessstabilität sind ähnlich, aber in manchen Belangen sogar komplexer als die der Human-Nahrungsindustrie. Gleichzeitig sind aber Produktionsgeschwindigkeiten und Materialkombinationen herausfordernder. Um all dem gerecht zu werden, mussten wir unsere Prozesse grundlegend neu aufstellen.“
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Easytech investierte in vier moderne Hochgeschwindigkeitsanlagen, sogenannte Rotary Liner, mit denen sich bis zu 1.200 Deckel pro Minute produzieren lassen.Henkel
Easytech investierte in vier Hochgeschwindigkeitsanlagen, sogenannte Rotary Liner, mit denen sich bis zu 1.200 Deckel pro Minute verarbeiten lassen. Die Spezifikationen des Kunden erforderten außerdem den Einsatz einer PVC-freien Coil-Beschichtung. Erste Versuche damit zeigten erhebliche Qualitätsprobleme, nicht nur bei der Formung und Schmierung des beschichteten Materials, sondern auch beim anschließenden Auftrag des Dichtstoffs Darex WBC 733 PHV von Henkel. In der Anfangsphase erschwerte das neue Coil-Coating die exakte Platzierung des Dichtstoffs und begünstigte den sogenannten Dewetting-Effekt. Die Materialumstellung erwies sich damit als eine der wesentlichen technischen Herausforderungen des Projekts.
Gleichzeitig betrat Easytech technisches Neuland: Obwohl das Unternehmen über langjährige Erfahrung in der Herstellung von Metalldosen aus Stahl verfügte, hatte es zuvor noch kein Aluminium verarbeitet. Das unterschiedliche Materialverhalten beim Formen und Beschichten erhöhte die Komplexität des Vorhabens zusätzlich.
Präziser Dichtstoffauftrag bei hohen Geschwindigkeiten
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Mit der Unterstützung von Henkel gelang es Easytech, die Umstellung auf das PVC-freie Coil-Coating erfolgreich abzuschließen. Die Produktion der Dosenenden läuft seit mehr als 12 Monaten stabil.Henkel
Der wasserbasierte Dichtstoff Darex WBC 733 PHV ließ sich auf den Hochgeschwindigkeitsanlagen, insbesondere in Kombination mit dem neuen PVC-freien Coil-Coating, schwerer verarbeiten als erwartet. Eine zentrale Herausforderung war die exakte Platzierung des Dichtstoffs auf den Aluminiumdeckeln. Die Rotary Liner arbeiten mit feinen Düsen, die den Dichtstoff während der Rotation auftragen – eine Technik, die hohe Präzision erfordert. Durch die enge Kopplung der einzelnen Applikationsdüsen beeinflussten bereits kleine Veränderungen an einer Position auch die benachbarten Düsen. Dies wirkte sich auf die Druckverhältnisse und die Qualität des Auftrags aus. Die präzise Einstellung war deshalb besonders anspruchsvoll und führte anfangs zu nicht reproduzierbaren Ergebnissen.
Hinzu kam ein weiteres Problem: Das Zusammenspiel der PVC-freien Coil-Beschichtung, mit der Easytech zuvor nicht gearbeitet hatte, und des eingesetzten Schmiermittels verstärkte den sogenannten Dewetting-Effekt. Dabei zog sich der Dichtstoff stellenweise zurück, sodass Fehlstellen in der Dichtung entstanden. Diese beeinträchtigten die erforderliche Dichtungsqualität der Metallverpackungen. Die Folge war ein deutlicher Anstieg der Ausschussquote, der die Produktionseffizienz erheblich belastete.
„Die gleichzeitige Einführung neuer Maschinen, eines neuen Substrats und eines neuen Ausgangsmaterials der Dosen und Deckel war eine echte Herausforderung“, sagt Giuseppe Scarola, Operations Manager bei Easytech. „Hier hat die Erfahrung von Henkel den entscheidenden Unterschied gemacht. Ihre Experten haben uns vor Ort und aus der Ferne durch alle Testphasen begleitet, bis wir eine stabile Produktion erreicht hatten.“
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Prozessoptimierung durch Anpassungen und Schulungen
In enger Zusammenarbeit optimierten Henkel und Easytech das Equipment und die Applikationsparameter der Maschinen.Henkel
In Zusammenarbeit optimierten Henkel und Easytech die Anlagentechnik und die Applikationsparameter der Maschinen. Gemeinsam wurden unterschiedliche Füllvolumina getestet und die Viskosität des Dichtstoffs unter verschiedenen Produktionsbedingungen analysiert. Auf dieser Grundlage passten die Beteiligten den Prozess an die spezifischen Anforderungen der Tiernahrungsverpackungen an.
Ein wichtiger Ansatzpunkt war die Überarbeitung des Rührprozesses: Henkel identifizierte die unzureichende Homogenität des eingesetzten Dichtstoffs Darex WBC 733 PHV unter den neuen Bedingungen als eine der Hauptursachen für den ungleichmäßigen Auftrag. Auf Empfehlung von Henkel installierte Easytech ein neues Rührwerk. Dadurch ließ sich die Homogenität des Dichtstoffs verbessern und der Dewetting-Effekt deutlich reduzieren.
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Zusätzlich wurden Maßnahmen entlang der gesamten Prozesskette umgesetzt. So passte der Coil-Lieferant beispielsweise den erneuten Schmiermittelauftrag (Relubrication) an, um unerwünschte Wechselwirkungen mit dem Dichtstoff zu minimieren. Gleichzeitig optimierte Easytech interne Prozessschritte, um die Applikationsbedingungen weiter zu stabilisieren. Henkel führte zudem Schulungen zur Verarbeitung des Dichtstoffs auf den Rotary-Liner-Anlagen durch und unterstützte bei der Feinabstimmung der Linien, um eine gleichmäßige Auftragsqualität sicherzustellen. Nach sechs Monaten konnte die Serienproduktion aufgenommen werden.
Easytech betrat technisches Neuland: Obwohl das Unternehmen über langjährige Erfahrung in der Herstellung von Metalldosen aus Stahl verfügte, hatte es noch nie zuvor Aluminium verarbeitet.Henkel
„Der wertvollste Aspekt dieser Geschichte ist die Beziehung, die wir während des Projektes aufgebaut haben“, sagt Fabio Lanaro, Regional Key Account Manager Metal Packaging bei Henkel. „Wir haben Easytech sowohl aus der Ferne als auch vor Ort unterstützt und jedes Detail gemeinsam analysiert, bis der Prozess stabil lief und die Anforderungen des Kunden erfüllt waren.“
Stabile Serienproduktion nach der Umstellung
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Mit Unterstützung von Henkel konnte Easytech die Umstellung auf das PVC-freie Coil-Coating abschließen. Die Produktion der Dosenenden läuft nach Unternehmensangaben seit mehr als zwölf Monaten stabil auf allen vier Rotary-Linern. Der Dichtstoff Darex WBC 733 PHV wird gleichmäßig aufgetragen, die Ausschussraten sind deutlich gesunken und die Anforderungen des Endkunden werden erfüllt.
Neben den technischen Anpassungen spielte der Austausch zwischen den beteiligten Unternehmen eine wichtige Rolle. Henkel begleitete Easytech bei der Analyse der Prozessprobleme und der Abstimmung von Maschinen, Materialien und Verarbeitungsparametern. „Rückblickend war der Schlüssel zum Erfolg nicht ein neues Produkt oder eine neue Maschine, sondern das Wissen darüber, wie man alles in Einklang bringt“, ergänzt Giuseppe Scarola.