Studie "German Economic Pulse 2026"

Chinesische Konkurrenz setzt Maschinenbauer unter Druck

Mehr als jeder dritte deutsche Maschinen- und Anlagenbauer hat seit Anfang 2025 Aufträge an chinesische Wettbewerber verloren. Auch die Verpackungsmaschinenindustrie spürt zunehmenden Preis- und Wettbewerbsdruck. Das zeigen eine Studie von FTI-Andersch und aktuelle Angaben des VDMA.

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Die Produktion in Europa als Qualitätsmerkmal - darauf setzen fast zwei Drittel der Hersteller.

Der Wettbewerb mit chinesischen Unternehmen verschärft sich. Laut der Studie „German Economic Pulse 2026“, die Forsa im Auftrag der Unternehmensberatung FTI-Andersch durchgeführt hat, haben 28 % der befragten Industrieunternehmen seit Anfang 2025 Aufträge oder Ausschreibungen an chinesische Anbieter verloren. 13 % berichten vom Verlust bestehender Kunden.

Besonders betroffen ist der Maschinen- und Anlagenbau. Hier haben 38 % der Unternehmen Aufträge an chinesische Wettbewerber verloren, 22 % mussten Bestandskunden abgeben. Gleichzeitig schätzen sich 77 % der Maschinen- und Anlagenbauer gegenüber chinesischen Anbietern auf dem europäischen Markt als überlegen ein. Nur vier % sehen sich im Nachteil.

„Auffällig ist, dass die Branche, die sich am stärksten positioniert sieht, am häufigsten Aufträge verliert“, erklärt Ralf Winzer, Senior Managing Director bei FTI-Andersch.

Auch Verpackungsmaschinenbauer spüren den Wettbewerb

Für die deutsche Verpackungsmaschinenindustrie enthält die Studie keine gesonderten Ergebnisse. Dass der Wettbewerbsdruck auch in dieser Branche zunimmt, bestätigt jedoch Judith Binzer, Referentin in der VDMA-Fachabteilung Verpackungsmaschinen, in einem Interview mit dem „Fachpack-Portal“ vom 17. Oktober 20ß26. Demnach haben chinesische Hersteller technologisch aufgeholt, agieren schneller und bieten ihre Maschinen auf internationalen Märkten zu wettbewerbsfähigen Preisen an.

Nach einem starken Jahr 2025 mit einem Produktionszuwachs von 8,8 % auf knapp neun Mrd. Euro hat sich die Geschäftslage der deutschen Verpackungsmaschinenbauer 2026 eingetrübt. Von Januar bis August lagen die Auftragseingänge sieben % unter dem Vorjahresniveau, die Auslandsbestellungen gingen sogar um 15 % zurück.

Allerdings ist die schwächere Nachfrage nicht allein auf chinesische Wettbewerber zurückzuführen. Laut Binzer belasten auch geopolitische Unsicherheiten, Handelskonflikte und verschobene Investitionsentscheidungen die Branche. Die deutschen Hersteller seien international weiterhin gut positioniert. Ihre Stärken lägen insbesondere in technologisch anspruchsvollen, flexiblen und effizienten Lösungen sowie im weltweiten Service.

Unternehmen setzen auf Qualität und Kooperationen

Auf den wachsenden Wettbewerb reagieren viele Industrieunternehmen mit einer stärkeren Differenzierung. Laut FTI-Andersch-Studie nutzen 60 % die Produktion in Europa als Qualitätsmerkmal, 47 % betonen Qualität oder Systemkompetenz. Dagegen haben lediglich 21 % ihre Produkt- oder Prozesskosten gesenkt.

Gleichzeitig setzen Unternehmen auf Zusammenarbeit mit chinesischen Partnern. Im Maschinen- und Anlagenbau haben 30 % entsprechende Partnerschaften aufgebaut.

Ein breiter Rückzug aus China ist nicht erkennbar. Insgesamt waren 48 % der befragten Industrieunternehmen in den vergangenen drei Jahren geschäftlich in oder mit China aktiv, im Maschinen- und Anlagenbau sogar 62 %. Für 36 % der China-aktiven Unternehmen hat der dortige Absatzmarkt an Bedeutung gewonnen.

Für den „German Economic Pulse 2026“ befragte Forsa im Sommer 2026 insgesamt 151 Führungskräfte deutscher Industrieunternehmen, darunter 51 Maschinen- und Anlagenbauer. Die Ergebnisse gelten laut Auftraggeber als repräsentativ für Unternehmen der untersuchten Branchen mit mindestens zehn Mio. Euro Jahresumsatz.

 


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