Studie des schwedischen Forschungsinstituts RISE
Europäische Papiersackindustrie reduziert CO2-Fußabdruck
Zwischen 2021 und 2024 ist der CO2-Fußabdruck pro Papiersack um 9 % gesunken. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die im Auftrag der European Paper Sack Research Group (ESG) durchgeführt wurde – einer gemeinsamen Initiative von Eurosac und CEPI Eurokraft.
Deutlich geringerer CO2-Fußabdruck innerhalb weniger Jahre.
CEPI / Eurosac
Konkret reduzierte sich der Cradle-to-Gate-CO2-Fußabdruck
eines Papiersacks von 106,7 auf 97,3 g
CO2-Äquivalente.
Parallel dazu sank der fossile CO2-Fußabdruck von Sackkraftpapier um 5 %
pro Tonne: von 484 kg CO2e im Jahr 2021 auf 462 kg
CO2e im Jahr 2024. Haupttreiber dieser
Entwicklung ist der verstärkte Einsatz erneuerbarer und CO2-ärmer Energien entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Sackkraftpapier mit größtem Hebel
Den größten Anteil am CO2-Fußabdruck eines Papiersacks hat
mit rund 60 % die Herstellung
des Sackkraftpapiers. Entsprechend groß ist hier auch
das Einsparpotenzial. Die Studie zeigt, dass insbesondere Veränderungen im Energiemix der Papierfabriken maßgeblich zu den Emissionsreduktionen beigetragen haben.
Im Jahr 2024 stammten 54 %
des Stromverbrauchs der Sackkraftpapierfabriken aus erneuerbaren oder CO2-armen Quellen – ein Plus von
25 Prozentpunkten gegenüber 2021. Zudem basiert der überwiegende
Teil des Brennstoffeinsatzes inzwischen auf biogenen Energieträgern: 85 %
der vor Ort verwendeten Brennstoffe sind Biobrennstoffe, davon entfallen 77 % auf interne biogene Energien.
Mehr als die Hälfte des Strombedarfs (58 %) wird durch Eigenerzeugung
gedeckt.
Weiterverarbeitung holt auf
Auch in der Weiterverarbeitung von Papiersäcken zeigt sich
ein klarer Trend zu mehr Klimaschutz. Zwischen 2021 und 2024 gingen die
Emissionen aus zugekauftem Netzstrom in den Weiterverarbeitungsanlagen um 44 % zurück. Im
Jahr 2024 wurden dort bereits 41 %
des Stromverbrauchs durch erneuerbare oder CO2-arme
Energiequellen gedeckt.
„Diese Ergebnisse zeigen, wie unsere Branche durch
gemeinsame Anstrengungen die Dekarbonisierung gezielt vorantreibt“, sagt
Catherine Plitzko, General Delegate von Eurosac. Die Studie liefere eine
belastbare Grundlage, um den Net-Zero-Pfad weiter zu präzisieren und die
relevanten Stellschrauben gezielt anzugehen.
Datenbasis für
Scope‑3-Berichterstattung
Die europäische Papiersack- und Sackkraftpapierindustrie
erhebt seit 2007 systematisch Umweltdaten. Ziel ist es, die eigene Klimabilanz
kontinuierlich zu verbessern und gleichzeitig Kunden verlässliche Kennzahlen
für ihre Scope‑3‑Berichterstattung bereitzustellen.
„Die Ergebnisse bestätigen, dass Papiersäcke eine CO2-arme
Verpackungslösung mit kontinuierlich sinkendem fossilen CO2-Fußabdruck sind“,
betont Plitzko. Aufbauend auf den bisherigen Fortschritten arbeite die Branche
daran, ihren Net-Zero-Fahrplan weiter zu konkretisieren, priorisierte
Handlungsfelder zu definieren und zirkuläre Geschäftsmodelle auszubauen.
Kreislaufwirtschaft im Fokus
Ein wichtiger Baustein dabei ist die Recyclingfähigkeit von
Papiersäcken. Initiativen wie „Paper Sacks Go Circular“, die inzwischen in der
branchenübergreifenden Plattform „Construction Goes Circular“ aufgegangen ist,
sollen die Sammlung und das Recycling gebrauchter Papiersäcke weiter
verbessern. Ziel ist es, den Beitrag der papierbasierten Verpackung zur
Kreislaufwirtschaft insbesondere im Bausektor zu stärken.
Eurosac vertritt mehr als 80 %
der europäischen Papiersackhersteller, die jährlich rund fünf Milliarden
Papiersäcke produzieren. CEPI Eurokraft bündelt die Interessen der europäischen
Hersteller von Kraftsackpapier. Beide Verbände sehen
die aktuellen Studienergebnisse als klaren Beleg dafür, dass
papierbasierte Industriesäcke auch perspektivisch eine tragfähige Lösung für
klimabewusste Verpackungskonzepte darstellen.