Gemeinsame Firma mit Ondas Autonomous Systems 

Heidelberg startet Drohnen-Joint Venture  

Mit dem offiziellen Start des Joint Ventures Onberg Autonomous Systems am Standort in Brandenburg an der Havel erweitert die Heidelberger Druckmaschinen AG ihr Technologieportfolio um ein sicherheitsrelevantes Zukunftsfeld.

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Ziel des Gemeinschaftsunternehmens: One-Stop-Shop für Drohnenabwehr.

Gemeinsam mit dem amerikanisch-israelischen Unternehmen Ondas Autonomous Systems (OAS) will die Heidelberg-Tochtergesellschaft HD Advanced Technologies (HDAT) autonome Systeme zur Drohnenabwehr entwickeln, integrieren und industriell fertigen. Zum Auftakt präsentierte Onberg seine Systeme im Rahmen einer Live-Demonstration vor hochrangigen Gästen aus Politik und Wirtschaft, darunter Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke und Israels Botschafter in Deutschland Ron Prosor. Nach Unternehmensangaben sollte die Vorführung vor allem eines zeigen: Die Lösungen befinden sich nicht mehr im Stadium reiner Konzeptentwicklung, sondern sind einsatzbereit.

Mit dem Joint Venture verfolgt Heidelberg das Ziel, in Brandenburg einen integrierten One-Stop-Shop für Drohnenabwehr aufzubauen. Das Leistungsspektrum reicht von der Entwicklung über die Systemintegration bis hin zur industriellen Serienfertigung. Produziert werden soll „made in Brandenburg“, zugleich setzt das Unternehmen auf den Aufbau und die Einbindung europäischer Lieferketten.

Skalierbare Gesamtlösung

Hintergrund ist die wachsende Bedeutung des Schutzes kritischer Infrastrukturen. Spionage, Sabotage und hybride Angriffe haben in Europa in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, während Drohnen zunehmend als Mittel solcher Angriffe in den Fokus rücken. Onberg adressiert diesen Bedarf nach eigenen Angaben mit einem ganzheitlichen Systemansatz, der Erkennung, Führung und Abwehrwirkung in einer gemeinsamen Architektur zusammenführt. Damit sollen bisher häufig fragmentierte Einzellösungen durch eine skalierbare Gesamtlösung ersetzt werden.

Vor allem für Betreiber kritischer Infrastrukturen könnte das relevant werden. Das Unternehmen verweist in diesem Zusammenhang auf den steigenden regulatorischen Druck im KRITIS (Kritische Infrastrukturen) -Umfeld: Betreiber müssten ihre Schutzmaßnahmen zügig ausbauen und benötigten dafür möglichst schnell verfügbare, integrierte Systeme. Onberg positioniert sich genau an dieser Schnittstelle zwischen Technologie, industrieller Fertigung und Sicherheitsanforderungen.

Vermarktung startet zeitgleich

Technologisch basiert der Start des Joint Ventures auf bereits vorhandenen OAS-Plattformen. Diese sollen schrittweise um zusätzliche autonome Technologien, Sensorik sowie Kommunikationslösungen erweitert werden. Die Systeme sind laut Unternehmen für Anwendungen in den Bereichen nationale Sicherheit, Grenzschutz sowie für militärische, zivile und industrielle Einsatzszenarien ausgelegt.

Auch der Marktzugang ist bereits definiert: Der operative Start erfolgt mit der unmittelbaren Vermarktung in Deutschland und der Ukraine. Vertrieb, Entwicklung und Fertigung sollen entlang einer klaren Roadmap schrittweise ausgebaut werden.

Für Heidleberg iist Onberg zugleich mehr als ein Einzelprojekt. Das Unternehmen nutzt damit seine industrielle Kompetenz aus 175 Jahren Maschinenbau, um neue Geschäftsfelder jenseits des klassischen Kerngeschäfts zu erschließen. Vorstandsvorsitzender Jürgen Otto bezeichnete Brandenburg an der Havel als Ausgangspunkt für eine „souveräne, skalierbare Fertigung“ autonomer Drohnenabwehr und verwies zugleich auf die Perspektiven für den Standort und die Beschäftigten in der Region.

Die Partner

Ondas Autonomous Systems (OAS) ist die Sparte für autonome Systeme von Ondas Inc. (Nasdaq: ONDS), einem US-Technologieunternehmen mit Konzernsitz in West Palm Beach, Florida. OAS entwickelt, integriert und betreibt autonome Luft- und Bodensysteme sowie Lösungen zur Abwehr unbemannter Fluggeräte, vor allem für Verteidigung, Homeland Security, öffentliche Sicherheit, kritische Infrastrukturen und ausgewählte Industrieanwendungen.

HD Advanced Technologies GmbH (HDAT) ist eine technologieorientierte Tochtergesellschaft der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg). Das Unternehmen bündelt die industriellen und systemtechnischen Kompetenzen des Konzerns für neue, wachstumsstarke und hochregulierte Märkte. Der Fokus liegt auf Sicherheits‑ und Verteidigungstechnologien, Energie‑ und Ladeinfrastruktur sowie komplexen industriellen Systemlösungen.