Netzwerkoptimierung in angespanntem Marktumfeld
Mondi schließt drei Werke
Der Verpackungs- und Papierkonzern Mondi reagiert auf die schwache Marktlage mit Standortschließungen. Wie das Unternehmen im Rahmen der Vorlage seiner Jahreszahlen 2025 mitteilte, werden ein Wellpappenwerk in der Türkei sowie zwei Papiersackwerke in Ungarn und Deutschland geschlossen.
Die börsennotierte Mondi struktreriert weiter um.
Mondi
Nach Unternehmensangaben hat Mondi in den vergangenen zehn
Jahren bereits 22 Verarbeitungswerke stillgelegt. Auch die nun
angekündigten Schritte zielen darauf ab, Kapazitäten zu bündeln und die
Produktion auf leistungsfähigere Standorte zu konzentrieren. Das Unternehmen
spricht von einer Anpassung an veränderte Marktbedingungen und einer Fokussierung
auf wettbewerbsfähige Strukturen.
Abschwung belastet das Verpackungsgeschäft
Die Schließung des Wellpappenwerks betrifft das Segment Corrugated
Packaging, während die beiden Papiersackwerke dem Bereich Flexible
Packaging zugeordnet sind. Kunden sollen künftig aus anderen Werken
beliefert werden, die über entsprechende Kapazitäten und technisches Know-how
verfügen.
Mondi verweist auf strukturelle Herausforderungen auf
Nachfrageseite sowie auf Effizienz- und Produktivitätsziele innerhalb des
globalen Netzwerks. Mit der Konzentration auf ausgewählte Standorte will der
Konzern Überschneidungen im Fertigungsportfolio abbauen und seine Kostenbasis
anpassen.
Gleichzeitig betont das Unternehmen, weiterhin von den
langfristigen Wachstumstreibern im Verpackungsgeschäft überzeugt zu sein.
Insbesondere nachhaltige Verpackungslösungen und kreislauffähige
Materialkonzepte gelten als strategische Schwerpunkte. Mondi sieht sich nach
eigenen Angaben gut positioniert, um von einer künftigen Markterholung zu
profitieren.
Weitere Restrukturierungen im Umfeld
Bereits im Geschäftsjahr 2024/2025 hatte Mondi die
dauerhafte Schließung des Kraftpapierwerks im bulgarischen Stambolijski
beschlossen. Die Anlage war im September 2024 durch einen Brand erheblich
beschädigt worden. Das Werk verfügte über eine Jahreskapazität von rund 100.000
tonnen braunem Kraftpapier und beschäftigte etwa 300 Mitarbeitende. Die Kunden
werden seither aus dem bestehenden Kraftpapier-Netzwerk versorgt. Die Maßnahme
floss in die Restrukturierungsaufwendungen des Geschäftsjahres 2025 ein.
Die aktuellen Werksschließungen stehen somit in einem
größeren Kontext fortlaufender Netzwerkbereinigungen. Parallel dazu hat Mondi
sein Portfolio in anderen Bereichen gezielt ausgebaut, unter anderem durch die
Übernahme von Schumacher-Packaging-Werken in Westeuropa, um die Position im
Wellpappen- und Kartonsegment zu stärken.
Umsatz steigt leicht, Ergebnis unter Vorjahr
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Mondi einen Umsatz von
7,663 Mrd. Euro, nach 7,416 Mrd. Euro im Vorjahr. Das bereinigte EBITDA
lag bei 1,001 Milliarden Euro (2024: 1,049 Mrd. Euro).
Mit den angekündigten Maßnahmen unterstreicht Mondi den
anhaltenden Konsolidierungs- und Optimierungsdruck in der Verpackungsindustrie.
Überkapazitäten, Preisdruck und eine schwankende Nachfrage zwingen Hersteller
dazu, Produktionsnetzwerke neu auszurichten und Investitionen gezielt zu
steuern.
Für die betroffenen Standorte und Belegschaften bedeuten die
Schließungen erhebliche Einschnitte. Das Unternehmen kündigte an, die Umsetzung
in Abstimmung mit lokalen Arbeitnehmervertretungen zu begleiten.