Weltweit ältestes Unternehmen in dem Segment
Perfecta Schneidemaschinenwerk stellt Insolvenzantrag
Das traditionsreiche Schneidemaschinenwerk Perfecta GmbH aus Bautzen hat Ende Dezember 2025 beim zuständigen Amtsgericht Dresden Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Der Antrag wurde inzwischen genehmigt.
Seit mehr als 130 Jahren ist das Unternehmen aus Bautzen am Markt.
Perfecta
Perfecta beschäftigt aktuell 86 Mitarbeiteinde am
Standort Bautzen. Die Löhne und Gehälter sind nach Angaben des Unternehmens bis
einschließlich Februar 2026 über das Insolvenzgeld abgesichert. Kunden
würden weiterhin „wie gewohnt“ beliefert, hieß es.
Ziel des Eigenverwaltungsverfahrens ist es laut
Geschäftsführung, die laufende Investorenansprache fortzusetzen und das
Geschäftsmodell des Unternehmens strategisch weiterzuentwickeln.
Geschäftsführer Christian Baumann erklärt dazu:
„Ziel ist es, im Verlauf des Eigenverwaltungsverfahrens weiter eine
Investorenlösung zu sondieren und in diesem Zusammenhang unser Geschäftsmodell
strategisch weiterzuentwickeln.“
Perfecta war ursprünglich von der Baumann
Unternehmensgruppe getragen. Eine geplante Nachfolgelösung im
Gesellschafterkreis habe mehr Zeit in Anspruch genommen als vorgesehen und
letztlich dazu geführt, dass die erforderliche strategische Neuausrichtung
sowie eine Investorenlösung nicht rechtzeitig finalisiert werden konnten.
Darauf verweist auch Dirk Eichelbaum,
Generalbevollmächtigter und Sanierungsexperte von Dhmp Restrukturierung,
der die Geschäftsführung im Verfahren unterstützt: „Eine Nachfolgelösung im
Gesellschafterkreis hat mehr Zeit benötigt als geplant. In der Folge konnte die
strategische Neuausrichtung und eine damit verbundene Investorenlösung nicht
abschließend verhandelt werden.“
Gleichzeitig betont Eichelbaum die vorhandenen Marktchancen:
„Grundsätzlich ist die Projektlage positiv, die Aussichten, als
kosteneffizienter Technologieführer Maßstäbe zu setzen, sind gut.“
Positive Ausgangslage für Sanierung
Zum vorläufigen Sachwalter bestellte das Amtsgericht Dresden
den Rechtsanwalt Rüdiger Bauch, Partner der Kanzlei Schultze &
Braun. Er begleitet das Verfahren im Interesse der Gläubiger und überwacht
die Eigenverwaltung der Geschäftsführung.
Auch aus Sicht des Sachwalters bestehen realistische
Sanierungschancen:
„Die angestrebte Sanierung bei Perfecta kann auf der bisherigen Aufstellung des
Unternehmens und den bereits eingeleiteten Maßnahmen aufbauen. Das ist eine
gute Ausgangslage“, so Bauch.
Perfecta Schneidemaschinenwerk blickt auf eine über
130-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Das Unternehmen wurde 1896
gegründet und ist seit 1920 auf die Entwicklung und Produktion von Papierschneidemaschinen
spezialisiert. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen der weltweit älteste
Hersteller in diesem Segment