Anhaltender Margendruck und ein schwieriges Marktumfeld

Sick baut rund 500 Stellen in Südbaden ab

Sick konkretisiert seine Sparpläne: Rund 500 Arbeitsplätze sollen in Südbaden wegfallen. Nach Angaben des Unternehmens informierte der Vorstand die Belegschaft an mehreren Standorten über die Hintergründe. Als Gründe nennt der Sensorhersteller eine weiterhin schwache Profitabilität trotz gestiegenen Umsatzes.

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Betroffen ist auch das Headquarter in Waldkirch.

Betroffen sind nach Unternehmensangaben der Hauptsitz in Waldkirch sowie die Standorte Reute, Freiburg und Donaueschingen. Der Vorstand habe die Belegschaft auf Mitarbeiterveranstaltungen am Dienstag und Mittwoch über die Hintergründe informiert.

Mit dem Schritt reagiert das Unternehmen nach eigener Darstellung auf ein anhaltend schwieriges wirtschaftliches Umfeld. Sick spreche weiterhin von einem „turbulenten Marktumfeld“. Zwar habe das Unternehmen im vergangenen Jahr den Umsatz gesteigert und verfüge über ein wettbewerbsfähiges Produktportfolio. Die aktuelle Geschäftsentwicklung reiche jedoch nicht aus, um die seit Jahren niedrige Profitabilität dauerhaft auf ein aus Unternehmenssicht gesundes Niveau zu bringen. Entsprechend will Sick die Kosten senken.

Die nun bekannt gewordenen 500 Stellenstreichungen kommen zusätzlich zu dem bereits zuvor angekündigten Abbau von etwa 100 Stellen an den Standorten Hamburg und Karlsruhe hinzu. Damit weitet das Unternehmen seine Sparmaßnahmen deutlich aus. Besonders in Südbaden war die Verunsicherung in der Belegschaft bereits seit längerem groß. Schon Anfang des Jahres war bekannt geworden, dass Sick dort Arbeitsplätze abbauen will, ohne zunächst konkrete Zahlen oder betroffene Standorte zu nennen. Die IG Metall hatte die Pläne kritisiert und gegen den Stellenabbau protestiert.

Gewinn um mehr als die Hälfte gesunken

In der Region ist Sick ein bedeutender Arbeitgeber. Nach früheren Angaben arbeiten in Südbaden rund 5.000 Beschäftigte für das Unternehmen. Laut aktuellem Geschäftsbericht waren Ende 2024 deutschlandweit rund 6.500 Menschen bei Sick beschäftigt. In dieser Zahl sind allerdings noch Mitarbeitende von Geschäftsbereichen enthalten, die inzwischen verkauft wurden.

Zur wirtschaftlichen Entwicklung hatte Sick bereits auf belastete Ergebniskennzahlen verwiesen. Für das Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von gut 1,7 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 55 Mio. Euro und damit 63,5 % unter dem Vorjahreswert. Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 will das Unternehmen Ende April vorlegen.

Sick-Chef Mats Gökstorp erklärte laut Mitteilung, Ziel sei es, den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern „faire und sozialverträgliche Perspektiven“ zu bieten. Wie genau der Abbau umgesetzt werden soll und welche Bereiche an den einzelnen Standorten besonders betroffen sind, wurde bislang nicht näher erläutert.