PET-Schalenrecycling

Technik vorhanden, Infrastruktur fehlt

PET-Schalen lassen sich grundsätzlich in einem geschlossenen Tray-to-Tray-Kreislauf recyceln. Eine neue Studie des Forums Rezyklat zeigt jedoch erhebliche Lücken bei Sortierung, Recyclingkapazitäten und einheitlichen Qualitätsanforderungen. Besonders groß ist der Handlungsbedarf mit Blick auf die PPWR-Vorgabe „Recycling at Scale“.

4 min
Deutschland ist Spitzenreiter beim Einsatz von PET-Schalen.

Das mechanische Recycling von PET-Schalen zu neuen PET-Schalen ist technisch machbar – für eine Umsetzung in großem Maßstab reichen die bestehenden Strukturen jedoch noch nicht aus. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „PET-Schalenrecycling: Status quo, Herausforderungen und Zukunftsszenarien“. Initiiert wurde sie vom Forum Rezyklat unter Beteiligung der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen. Die wissenschaftliche Untersuchung stammt vom Institut cyclos-HTP, der GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung und dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP.

Ziel der Untersuchung ist ein möglichst geschlossener Tray-to-Tray-Kreislauf, bei dem Rezyklat aus gebrauchten PET-Schalen wieder für die Produktion neuer Schalen eingesetzt wird. Dafür müssten allerdings Produktdesign, Sammlung, Sortierung, Recycling und erneuter Rezyklateinsatz wesentlich stärker aufeinander abgestimmt werden. Die Studie betrachtet dabei nicht nur mechanische, sondern auch alternative Recyclingverfahren und die regulatorischen sowie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Deutschland ist größter Markt für PET-Schalen

 Die Größenordnung ist erheblich: In der EU-27 wurden 2024 rund 824.000 t halbstarre PET-Verpackungen verbraucht. Deutschland ist mit rund 144.000 t der größte Einzelmarkt vor Italien mit 121.600 t und Frankreich mit 116.700 t. Rund zwei Drittel der europäischen PET-Schalen bestehen aus Monolayer-PET.

In Deutschland entfallen 101.800 t auf PET-Schalen und Trays für Lebensmittel. Weitere 18.800 t sind PET-Becher und andere halbstarre Lebensmittelverpackungen, 23.400 t kommen aus Non-Food-Anwendungen. Damit werden 84 % der betrachteten PET-Schalen für Lebensmittel eingesetzt.

Das hohe Marktvolumen schlägt sich bislang allerdings nur begrenzt im Recycling nieder. Nach Berechnungen der Studie werden in Deutschland zwar 66,3 % der haushaltsnah anfallenden PET-Schalen von den dualen Systemen erfasst. Von den gesammelten Schalen werden jedoch 73,6 % als Ausschuss aussortiert und anschließend überwiegend thermisch verwertet. Die Recyclingquote liegt dadurch lediglich bei 17,5 %. Zum Vergleich nennt die Studie für Kunststoffverpackungen insgesamt eine Recyclingquote von 52,2 % für 2023.

Sortierung wird zum Flaschenhals

Eine wesentliche Ursache liegt in den bestehenden Sortierstrukturen. Diese wurden historisch stark für PET-Flaschen entwickelt. PET-Schalen werden dagegen in vielen Anlagen weiterhin mit anderen PET-Artikeln oder Mischkunststoffen geführt.

Von 38 untersuchten deutschen LVP-Sortieranlagen verfügen nach Angaben der Autoren lediglich vier über eine spezielle PET-Thermoform-Sortierung. Damit sind nur rund 15 % der installierten Sortierkapazität entsprechend ausgerüstet. Länder wie die Niederlande und Belgien sind hier bereits weiter, weil ein größerer Anteil ihrer Sortierkapazitäten aus Anlagen besteht, die seit 2020 neu errichtet wurden.

Eine Nachrüstung deutscher Anlagen ist technisch möglich, allerdings mit Investitionen verbunden. Für zusätzliche PET-Thermoform-Sortierung nennt die Studie je nach Anlagenkonfiguration einen Erfahrungswert von etwa 900.000 bis 1,3 Mio. Euro. Bei einer Anlage mit 100.000 t Jahresdurchsatz werden die zusätzlichen Sortierkosten auf 3,30 bis 4,20 Euro je Tonne LVP geschätzt.

Zusätzlich stößt die etablierte Nahinfrarot-Sortierung an Grenzen: PET-Flaschen und PET-Schalen besitzen sehr ähnliche Materialsignaturen. Oberfolien, Etiketten, Multilayer-Strukturen und unterschiedliche Geometrien können die Erkennung zusätzlich erschweren. Als Lösungsansatz nennt die Studie bildbasierte Sensorik in Kombination mit KI. RGB- und gegebenenfalls 3D-Kameras können Form, Oberfläche und Geometrie erfassen und damit die rein materialbasierte NIR-Erkennung ergänzen. Solche Verfahren werden bereits eingesetzt, unter anderem zur Trennung von Flaschen und Schalen.

Recyclingkapazitäten müssten deutlich wachsen

Noch größer ist die Lücke beim eigentlichen Recycling. Für 2025 ermittelt die Studie in Europa eine verfügbare Inputkapazität von etwa 235.000 bis 250.000 t pro Jahr für mechanisches Tray-to-Tray-Recycling. Für die PPWR-Anforderung „Recycling at Scale“ rechnen die Autoren dagegen mit einem deutlich höheren Bedarf.

Unter Annahme einer perspektivischen Ausbeute von 65 % wären rund 697.000 t Inputkapazität notwendig. Gegenüber einer zugrunde gelegten bestehenden Kapazität von 242.500 t ergibt sich damit eine Lücke von mindestens 454.500 t pro Jahr.

Das Problem ist dabei nicht allein technischer Natur. Die Studie verweist unter anderem auf fehlende langfristige Abnahmegarantien, teilweise günstigere PET-Neuware und unterschiedliche nationale Sammel- und Sortiersysteme. Diese Faktoren erschweren Investitionen in zusätzliche Recyclingkapazitäten.

Design for Recycling allein reicht nicht

Auf Verpackungsseite sehen die Autoren Monolayer-Strukturen grundsätzlich im Vorteil. Zusätzlich müssen Oberfolien, Etiketten, Klebstoffe und Druckfarben so ausgelegt werden, dass sie die Sortierung und Aufbereitung möglichst wenig beeinträchtigen. Die Studie macht aber deutlich, dass ein recyclinggerechtes Packungsdesign allein den Kreislauf nicht schließen kann.

Ein weiterer Engpass sind nicht harmonisierte Sortierspezifikationen. Die von Recyclinganlagen benötigten Qualitäten liegen teilweise deutlich über den Anforderungen der Sortiersysteme. Während Systemspezifikationen häufig PET-Schalenanteile von etwa 75 bis 90 % vorsehen, verlangen die untersuchten Recycler Eingangsmaterial mit mindestens 85 bis 95 % PET-Schalen.

Die Autoren empfehlen deshalb ein europäisch abgestimmtes Gesamtsystem aus Design for Recycling, harmonisierten Sortierspezifikationen und einem gezielten Ausbau der Sortier- und Recyclingkapazitäten. Als wirtschaftlichen Hebel schlagen sie zudem eine Ökomodulation vor, die Recyclingfähigkeit, Sortierbarkeit und Rezyklateinsatz berücksichtigt und damit Investitionen in die notwendige Infrastruktur fördern soll.

Hier können Sie die Studie beim Forum Rezyklat downloaden. 

Dies ist eine Zwischenüberschrift H2

Maecenas nec odio et ante tincidunt tempus. Donec vitae sapien ut libero venenatis faucibus. Nullam quis ante. Etiam sit amet orci eget eros faucibus tincidunt. Duis leo. Sed fringilla mauris sit amet nibh. Donec sodales sagittis magna. Sed consequat, leo eget bibendum sodales, augue velit cursus nunc, quis gravida magna mi a libero. Fusce vulputate eleifend sapien. Vestibulum purus quam, scelerisque ut, mollis sed, nonummy id, metus. Nullam accumsan lorem in dui.

Dies ist eine Zwischenüberschrift H3

Cras ultricies mi eu turpis hendrerit fringilla. Vestibulum ante ipsum primis in faucibus orci luctus et ultrices posuere cubilia Curae; In ac dui quis mi consectetuer lacinia. Nam pretium turpis et arcu. Duis arcu tortor, suscipit eget, imperdiet nec, imperdiet iaculis, ipsum. Sed aliquam ultrices mauris. Integer ante arcu, accumsan a, consectetuer eget, posuere ut, mauris. Praesent adipiscing. Phasellus ullamcorper ipsum rutrum nunc. Nunc nonummy metus.