De- und Remontage sowie Transport von kompletten Abfüllanlagen
Wie Harder Logistics Optima-Anlagen sicher bewegt
Als stark wachsendes Unternehmen wägt die Optima Packaging Group sehr genau ab, welche Services sie selbst übernimmt und wo sie externe Expertise nutzt. So zählen Verpackung und Verzollung zu den eigenen Kernkompetenzen. Bei der De- und Remontage und dem damit verbundenen Projektmanagement arbeitet das Unternehmem im Bereich Pharma eng mit dem Betriebsverlagerer Harder Logistics zusammen.
Harder Logistics baut komplette Linien ab und transportiert sie zum Kunden.Harder Logistics
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Jede Abfüllanlage, die Optima für die
Pharmaindustrie produziert, ist ein Unikat. Das Spektrum reicht von der Füllung
von Spritzen über Ampullen bis hin zu Flaschen. Je mehr Formate eine Linie
beherrscht, um so komplexer ist die Konstruktion. Nicht nur Optima als
Hersteller kennt jede Feinheit ihrer Abfülllinien, sondern auch Harder Logistics.
Das Unternehmen ist mit dem technischen
Aufbau und den Abmessungen der Anlagen bis ins Detail vertraut. Der Spezialist
aus Neu-Ulm zerlegt die Spezialanfertigungen in versandfähige Anlagenteile mit Einzelgewichten
bis zu 17 t und fügt die Komponenten am Bestimmungsort – zu 90 % im Ausland – wieder
zusammen. Im Fachjargon heißt diese Tätigkeit De- und Remontage. Der
langjährige Partner übernimmt auch Teile des damit verbundenen
Projektmanagements. Dabei wird nichts dem Zufall überlassen. Für jeden
Handgriff gibt es ein Konzept.
Denken den Auftrag vom Ende her
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In der Regel steigt der Nischenanbieter, je nach
Komplexität des Projektes, etwa ein bis zwei Jahre vor der Auslieferung der
Anlagen in die Planung ein. Zu diesem Zeitpunkt ist die Maschine fertig konstruiert
und befindet sich in der Vormontage. Als verantwortlicher Projektmanager bei Harder
Logistics geht Frank Weise-Sartorelli allerdings alles andere als chronologisch
vor: „Wir denken den Auftrag vom Ende her. Zunächst schauen wir uns an, wo die
fertige Anlage platziert werden soll.“ Dazu gehören Baustellenbegehungen von
Bestandsgebäuden oder Neubauten. Je nach Distanz finden diese virtuell oder in
Präsenz statt. Hinzu kommen Meetings mit den von Optima-Kunden beauftragten
Dienstleistern aus den Bereichen Gebäudemanagement, Infrastruktur, Bauplanung/Architektur,
Logistik sowie mit dem Bauträger.
Änderungen und Umplanungen auf der Terminachse sind die Herausforderung Nummer eins
Die Rahmenbedingungen in den Immobilien entscheiden
darüber, wie sich das Projekt logistisch umsetzen lässt. Besonders kritisch
sind Bestandsgebäude mit beengten Verhältnissen. Im Fokus steht, wie die Abfüllanlage
in das Gebäude gelangt. Nichts ist unmöglich: Kürzlich wurde in der Innenstadt
einer Schweizer Großstadt eine komplette Linie über das Dach eines sechsstöckigen
Gebäudes durch das Atrium in den Keller eingebracht. Auch Mauerdurchbrüche,
Rampen und Absetzplattformen gehören zur gelebten Praxis bei den Projekten. Weiter
müssen die Installationsschritte im Füllraum und im Technikgeschoss durchdacht
werden.
Zum Einsatz kommen auch Schwerlastkräne.Harder Logistics
Dazu schlägt Weise-Sartorelli Maßnahmen wie die Prüfung von Bodenbelastungen
und der Gebäudestatik im Zusammenhang mit den Hängepunkten für die
Isolatortechnik und den Eintragsflächen der schwersten Maschinenteile vor. Zudem
kann er auf Basis von Erfahrungswerten die entsprechenden Kennzahlen dazu
benennen. Durch diese Expertise kann bei Neubauten teilweise sogar Einfluss auf
die Baupläne genommen werden.
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Absolute Flexibilität beim FAT
Etwa zehn bis fünfzehn solcher Anlagen begleitet das
Partnerunternehmen jährlich auf Werkvertragsbasis, die Planungen reichen
aktuell bis in das Jahr 2028. Doch welche Anlage zu welchem Termin fertig ist, lässt
sich kaum präzise vorhersagen. Oft müssen während der Bauphase zusätzliche
Kundenanforderungen oder Sonderwünsche berücksichtigt werden, die sich auf den
nächsten wichtigen Meilenstein, den Factory Acceptance Test (FAT), auswirken. Und selbst
der FAT ist nicht in Stein gemeißelt. Im Sondermaschinenbau ist es nicht
unüblich, dass eine Anlage den Abnahmetermin nicht besteht und nachgearbeitet
werden muss. Alle Planungen zur De- und Remontage sowie des Versands hängen am Ausgang
des sensiblen FATs. „Änderungen und Umplanungen auf der Terminachse sind die
Herausforderung Nummer eins“, sagt Heiko Funk, Geschäftsführer von Optima
Materials Management.
Die einzelnen Bauteile sind teils tonnenschwer.Harder Logistics
Als Dienstleister versteht es Harder Logistics, damit
umzugehen. Flexibel rückt das Team, bestehend aus Mechanikern und Elektrikern,
an und demontiert in bis zu fünf Wochen die mindestens dreimoduligen Anlagen
zum Waschen, Sterilisieren, Befüllen und Verschließen. „Zerlegt ergeben sich
zwischen zehn und 35 Packstücke, bei Anlieferungen in Europa werden diese auf bis
zu 15 Lkw, teilweise in Sonder- und Schwertransporten, verladen. Ins
nichteuropäische Ausland erfolgt der Transport per Seefracht und bei zeitlich
kritischen Anlagen auch per Luftfracht. Die Größten unter ihnen sind 12 m lang,
3,5 m breit und bis zu 17 t schwer“, konkretisiert Weise-Sartorelli. Beim
Versandprozess arbeiten die beiden Unternehmen Hand in Hand. Während Harder Logistics
die Demontage, den Transport zum Packraum und die Planung der Anlieferung
übernimmt, kümmert sich Optima um die Verpackung und Verladung der sensiblen
und hochwertigen Abfüllanlagen. Auch die speditionelle Abwicklung sowie die
Zollprozesse steuert Optima in Eigenregie.
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Schwebend in die Flucht
Am Bestimmungsort angekommen, übernimmt Harder
Logistics nahtlos die Supervision des Move-ins (dem Einzug der Anlage). Die
Anlieferung ist so getaktet, dass jedes benötigte Teil im Installationsprozess
zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung steht. Die bis zu 30 m langen Linien werden
fachmännisch remontiert und auf den Millimeter genau ausgerichtet. „Wir haben
uns mit mehreren Sätzen Luftkissentechnik ausgerüstet, um die tonnenschweren
Anlagenteile genau dahin schweben zu lassen, wo sie platziert werden sollen“, sagt
Hermann Allgaier, Geschäftsführer von Harder Logistics. Die Beschaffung und
Benutzung dieser speziellen Luftkissen wurde Optima und seinen Kunden schon
frühzeitig empfohlen. Inzwischen ist die Technologie weltweit Usus und sogar vorgeschrieben.
Im Durchschnitt dauert es zirka vier bis fünf Wochen, bis eine Anlage
mechanisch und elektrisch fertig installiert ist. Dann übergibt der
Dienstleister an die Monteure von Optima, die die Abfüllanlage in Betrieb
nehmen.
Beim Kunden wird die Anlage termingerecht angeliefert und aufgebaut.Harder Logistics
Nach hinten raus zählt jede
Minute
Insbesondere zum Ende des Projekts ist neben
Präzision auch Schnelligkeit gefordert. „Jeder Tag, an dem die Medikamente nach
dem bestandenen FAT der Anlage nicht abgefüllt werden können, kostet den Kunden
große Summen Geld“, so Funk. Durch das ausgefeilte Projektmanagement werden Zwischenlagerungen,
Stand- und Wartezeiten minimiert. Aus Sicht von Allgaier ist die gesteigerte
Effizienz ein echtes Teamwork: „Wir haben mit Optima zusammen einen
professionellen Weg entwickelt, um den Workflow des Herstellers und seinen
Kunden besser zu unterstützen.“
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Den Schlussstein des Projektes auf Seiten von Harder Logistics bildet die Übergabe der lückenlosen Dokumentation der De- und Remontage. Denn es geht nicht nur darum, dass jeder Handgriff sitzt, sondern auch dass alle Schritte nachgewiesen sind. Die Pharmaindustrie unterliegt umfangreichen Qualitäts- und gesetzlichen Standards. Am Ende ist die Dokumentation der De- und Remontage Teil der Qualifizierung und Validierung – also der Zulassung, dass auf dieser Produktionslinie pharmazeutische Produkte abgefüllt werden dürfen.
In die Rolle als logistischer Projektbegleiter ist Harder Logistics Stück für Stück reingewachsen. Die Partnerschaft währt bereits zehn Jahre. In den ersten fünf Jahre baute das Unternehmen viel Expertise bei der De- und Remontage für die Spezialanlagen auf, bevor sich die Zusammenarbeit in der Coronapandemie intensivierte. Auslöser gab es aus Sicht von Funk gleich mehrere: „Die Optima Group ist ein stark wachsendes Unternehmen mit einer Vervierfachung des Umsatzes auf 850 Mio. Euro in den vergangenen 12 Jahren, die Auftragslage lässt weitere Steigerungen erwarten. Folglich müssen wir uns auf unsere Kernkompetenzen fokussieren.“ Hinzu komme der Fachkräftemangel bei Monteuren, gepaart mit einem Auftragspeak bei Impfstofflinien während der Coronapandemie. Das Outsourcing ist für Funk gelungen. Die Wertschätzung hat Optima sichtbar gemacht und seinen Dienstleister bereits zweimal mit dem firmeneigenen Supplier Award ausgezeichnet.
Optima und Harder Logistics
Optima ist Technologieführer im präzisen Dosieren, Füllen, Verpacken und im Handling anspruchsvoller flüssiger und
fester Produkte. Mit flexiblen und kundenspezifischen Systemen sorgt Optima seit mehr als 100
Jahren dafür, dass wertvolle und empfindliche Güter wie Medikamente,
Hygiene- und Medizinprodukte, Lebensmittel oder Kosmetika weltweit bei
den Menschen ankommen,
die täglich auf diese Produkte angewiesen sind. 3.700 Experten tragen am Hauptsitz in
Schwäbisch Hall sowie an 24 Standorten im In- und
Ausland zum weltweiten Erfolg von Optima bei.
Die 2003
gegründete Harder Logistics GmbH & Co.KG mit Hauptsitz in Neu-Ulm ist ein
integrierter Systemdienstleister für Betriebsverlagerungen und
Industriemontagen. Ergänzende Geschäftsbereiche sind das Clean-up, bei dem es
um die Rückführung von Immobilien in den Ursprungszustand geht, sowie das
Aktenmanagement und Umzüge. Zu den Kunden zählen Unternehmen wie Diehl
Aviation, Liebherr und Beiersdorf. Mit 125 Mitarbeitern erzielt der
Systemanbieter einen Jahresumsatz von über 16 Mio. Euro. Der Fuhrpark umfasst
30 Fahrzeuge, darunter Spezialanfertigungen, die Anlageneinzelstückgewichte bis
120 t bewegen. Auf dem Firmengelände stehen über 25.000 m² Hallenfläche sowie
zusätzliche Freiflächen zur Verfügung. Weitere Büros befinden sich in Ulm,
Leipzig, Herrenberg und Plovdiv (Bulgarien).